Do., 14.03.2019

Abruszats Wunsch: Levern soll Staatlich anerkannter Luftkurort werden Stemwede plant Tourismusoffensive

Jetzt gibt sie sich noch winterlich, aber im Sommer ist die Badeallee eine der schönsten Straßen Stemwedes. Direkt daneben besitzt die Gemeinde Stemwede Flächen, die eine wichtige Rolle spielen sollen, damit Levern ein Staatlich anerkannter Luftkurort werden kann.

Jetzt gibt sie sich noch winterlich, aber im Sommer ist die Badeallee eine der schönsten Straßen Stemwedes. Direkt daneben besitzt die Gemeinde Stemwede Flächen, die eine wichtige Rolle spielen sollen, damit Levern ein Staatlich anerkannter Luftkurort werden kann. Foto: Dieter Wehbrink

Von Dieter Wehbrink

Stemwede (WB). Die guten Gästezahlen in der Gemeinde Stemwede (wir berichteten) ermutigen Bürgermeister Kai Abruszat und die Gemeindeverwaltung, den Tourismus als weiteren wesentlichen Standortfaktor in der Gemeindeentwicklung weiter auszubauen.

Entsprechende Ideen wollte Abruszat gestern im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Wirtschaftsförderung und Tourismus vorstellen. Vor der Sitzung nannte er auf Anfrage dieser Zeitung die Einzelheiten. »Vorgesehen ist ein umfassendes Maßnahmenbündel, das Tourismus und gemeinschaftliches Marketing als Querschnittsaufgabe in den Fokus rückt«, sagte der Bürgermeister. »Konkret geht es jetzt darum, den schon vorhandenen Status des anerkannten Erholungsortes für den Ortsteil Levern als Staatlich anerkannten Luftkurort aufzuwerten.«

Festgelegtes Kurgebiet erforderlich

Am Beispiel des Ortsteils Rothen­uffeln in der Gemeinde Hille, die diesen Status seit 2018 für sich reklamieren könne, erkenne man, welche positiven Impulse hieraus erwachsen würden, sagte Abruszat. »Die Richtung gibt das Kurortegesetz für das Land NRW vor. Dort sind die wesentlichen Dinge genannt, die man erfüllen muss, um anerkannter Luftkurort werden zu können. Hierzu zählt insbesondere ein festgesetztes Kurgebiet, das für Freizeit- und Erholungszwecke ausgebaut wird und bauplanungsrechtlich dauerhaft abgesichert werden kann.«

Die Gemeinde Stemwede sei Eigentümer von Flächen entlang der Leverner Badeallee. »Ich kann mir gut vorstellen, diese kurparkähnlich zu entwickeln und sie so attraktiv zu gestalten, dass sie generationenübergreifend die erforderliche Attraktivität haben, um sowohl von Gästen als auch von Einheimischen angenommen zu werden«, schwebt es dem Bürgermeister vor. »Denkbar wäre ein gesunder Mix aus Ruhezonen, aber auch aus Bereichen, die für Sport und Wellness geeignet sind und den Bezug zum Thema Wasser – im Hinblick auf die Historie des Bades – herstellen.«

500.000 Euro vom Land NRW?

Möglich sei, dass sich das Land NRW in beträchtlicher Höhe an der Realisierung eines solchen Formates beteilige, sagte der Bürgermeister. »Nach erster Einschätzung ist eine Summe von bis zu 500.000 Euro denkbar.«

Für den Status Luftkurort müssten darüber hinaus klimatische Gutachten, zum Beispiel vom Deutschen Wetterdienst, eingeholt werden und deren Ergebnisse geeignet sein, um den begehrten Status zu erhalten. »Zugleich hat mir das Land NRW eröffnet, dass sogar Fördermöglichkeiten bestehen, wenn es darum geht, medizinische Zusatzqualifikationen zu erwerben, um badeärztliche Kompetenzen anzusiedeln«, berichtete Abruszat. »Ein Einstieg für einen solchen konzeptionellen Vorstoß durch die Gemeinde könnte ein Anreiz für weitere potenziellen Investoren sein.«

Wichtige Impulse mit zusätzlicher Wertschöpfung

Das alles seien gewaltige Her­ausforderungen, räumt der Bürgermeister ein. »Ich bin aber davon überzeugt, dass sie sich für ganz Stemwede lohnen und auszahlen werden. Perspektivisch ist der Status ›Bad‹ besonders reizvoll. Das allerdings liegt noch in weiter Ferne. Der Status Luftkurort ist deshalb erst einmal für mich das erste Ziel.«

Wenn dies mit einer Tourismus-Marketing-Offensive einhergehe und in moderne und pfiffige Konzepte im Bereich Natur, Radtourismus, Wellness und Freizeit münde, könne dies für die Region Stemwede und darüber hinaus wichtige Impulse mit zusätzlicher Wertschöpfung bringen, ist Abruszat überzeugt. »Zudem setze ich parallel bei allen Konzeptionen auf eine breite Beteiligung aller relevanten Akteure aus unserem Gemeindegebiet – und bezüglich weiterer Vermarktungsbemühungen auf Zusammenarbeit mit unseren Nachbarkommunen«, sagte der Bürgermeister.

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