Di., 16.04.2019

Heimathaus Wehdem informiert am ersten Öffnungstag der Saison über Marie Brosin Eine bemerkenswerte Frau

Kerstin Straub gab gerne Auskunft über die Wehdemer Heimatdichterin. Helmut Kokemoor interessierte sich sehr für Marie Brosin.

Kerstin Straub gab gerne Auskunft über die Wehdemer Heimatdichterin. Helmut Kokemoor interessierte sich sehr für Marie Brosin. Foto: Heidrun Mühlke

Stemwede (WB/hm). Wer möchte 2019 heiraten und hat noch keinen würdigen Ort dafür im Blick: Ein Tipp: Im Heimathaus Wehdem sind standesamtliche Trauungen möglich.

Angesichts des lausig kalten Wetters am Sonntagnachmittag hatte der Stemweder Heimatverein mit nicht allzu vielen Besuchern zum ersten Aktionstag im Wehdemer Heimathaus gerechnet. So blieb richtig viel Zeit, sich den Fragen der Besucher zu stellen und ausführlich zu antworten. Beispielsweise wurde auch über die Möglichkeit der Eheschließungen in den schmucken Fachwerkhaus gesprochen. Im Mai werden wieder die Trauungen im Heimathaus beginnen. »In den zurückliegenden Jahren waren es im Schnitt etwa 20 pro Jahr mit insgesamt 400 bis 500 Besuchern«, wusste Heimatvereinsvorsitzende Sabine Denker zu berichten.

Neugestaltete Vitrine

Im Mittelpunkt des Aktionstages stand auch die neugestaltete Vitrine, die das Leben der Heimatdichterin Marie Brosin ins Licht rückt. »Marie Brosin ist am 26. September 1850 in Wehdem geboren und hat das Buch »Aus dem Jugendlande einer alten Frau« geschrieben«, wusste Kerstin Straub, zweite Vorsitzende des Heimatvereins, zu berichten. Die westfälische Dichterin, die sich einst großer Beliebtheit und Hochachtung erfreute, war die älteste Tochter des Arztes Dr. Heinrich August Friedrich Brosin und Agnes Weidner.

Der Vater ließ sich 1845 als »Wundarzt 1. Klasse« in Wehdem nieder. Schon früh verloren Marie Brosin und ihre beiden Schwestern die Mutter – gleich nach der Geburt des Bruders Friedrich im Jahre 1858. Marie Brosin selbst hatte zwei Söhne und Töchter und begann erst nach dem Tod ihres Sohnes Hans 1916 mit dem Schreiben von Gedichten und autobiografischen Erlebnissen aus Kindheit und Jugendzeit. Marie Brosin verstarb 1939 und ist auf dem Wehdemer Friedhof bestattet. Aber nicht nur die Vitrine wurde neu gestaltet. Der rührige Heimatverein hat einen Fördermittelantrag im Rahmen der Dorferneuerung gestellt. Ist der bewilligt, sollen barrierefreie Toiletten gebaut und auch der Parkplatz sowie der Weg um das Heimathaus herum barrierefrei gestaltet werden, damit der Weg zum Bauerngarten hinter dem Gebäude auch für Menschen mit Gehbehinderungen zu erreichen ist.

Beteiligung am Dorfjubiläum

Rege soll sich auch die Zusammenarbeit mit der Stemweder-Berg-Schule gestalten. Das erste Thema wird »Vom Korn zum Brot«, sein, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler der fünften Klasse im Heimathaus beschäftigen werden. Weitere Themen wie Elektrizität, Naturwissenschaften und Ahnenforschung sind geplant.

Auch am Wehdemer Dorfjubiläum im September dieses Jahres wird sich das Heimathaus aktiv beteiligen. Dann sollen dort alten Fotos und alte Fotos und Filme aus Wehdem gezeigt werden. Wer noch private Filme in seinem Besitz hat und die zur Verfügung stellen möchte, kann sich an den Heimatverein wenden.

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