Mi., 24.04.2019

Auf die treuen Polen ist Verlass: Hochsaison bei Spargel-Buschmann Ohne Erntehelfer geht nichts

Einer der verlässlichen Erntehelfer ist der Pole Aleksander Holinka. Daniela Koors nimmt ihm die gestochenen Spargelstangen ab, um sie für die Vermarktung vorzubereiten.

Einer der verlässlichen Erntehelfer ist der Pole Aleksander Holinka. Daniela Koors nimmt ihm die gestochenen Spargelstangen ab, um sie für die Vermarktung vorzubereiten. Foto: Reuter

Von Sandra Reuter

Stemwede (WB). Auf dem Spargelhof Buschmann ist alles Handarbeit: Die Stangen werden von Hand geerntet, gewaschen, sortiert – und auch geschält. »Das wird einfach ordentlicher als mit der Maschine«, sagen Bärbel und Daniela Coors.

Die Schwägerinnen kümmern sich im Oppendorfer Betrieb von Jörg Buschmann um den reibungslosen Ablauf der Spargelsaison und haben derzeit kaum eine ruhige Minute, denn die Ernte ist in vollem Gang.

Frühe Ernte

Der »Stress« hat in diesem Jahr zeitig begonnen. Bereits seit Ende März herrscht reger Betrieb auf dem Hof an der Berkenbüscher Straße, denn durch günstige Witterungsbedingungen konnte der Spargel bestens wachsen und gedeihen. »Der milde Winter und der freundliche Februar mit dem passenden Mix aus Regen und Sonne haben uns eine frühe Ernte beschert«, sagt Bärbel Coors.

Die Wannen im Hofladen sind täglich gut gefüllt, die Verkaufsstände der Region wieder geöffnet. Engpässe muss – trotz möglicher Wetterkapriolen – kein Spargelkunde befürchten. Der Hof kann die Nachfragen ohne Probleme decken.

Auf 14 Feldern in Oppendorf und Umgebung, die etwa 60 Hektar umfassen, baut Buschmann die leckeren und gesunden Gemüsestangen an. Etwa 100 Saisonarbeiter aus Polen holen sie Tag für Tag frisch aus dem Boden. Als Spargelstecher sind längst nicht mehr nur Männer unterwegs: »Seit einigen Jahren beschäftigen wir vermehrt Frauen auf den Feldern. Und die machen ihren männlichen Kollegen so manches Mal etwas vor«, sagt Daniela ­Coors.

Folienbedeckte Äcker

Wenn die Saison beginnt und es ernst wird, stehen die Mitarbeiter auf Abruf bereit. Der Betrieb kann sich auf viele treue Kräfte verlassen: Etwa 85 Prozent von ihnen kommen schon seit mindestens 15 Jahren. Einer der Dienstältesten ist Aleksander Holinka, seit etwa 30 Jahren im Team. Als Vorarbeiter hat er die Spargelstecher-Trupps unter seiner Regie und schaut auf den Feldern nach dem Rechten. Noch nicht ganz so lange dabei, aber trotzdem ein verlässlicher Mitarbeiter ist Tomasz Kowalyck, der seit sieben Jahren für Buschmann im Einsatz ist. Mit seinen Kollegen arbeitet er Reihe um Reihe der folienbedeckten Äcker ab.

»Da wir ein eher kleiner Betrieb sind und viele Mitarbeiter schon lange kennen und schätzen, haben wir ein sehr familiäres Verhältnis. Wir sind eine große Spargelfamilie. Das zeichnet uns aus und darauf sind wir auch sehr stolz«, sagt Daniela Coors.

Reihen müssen bewässert werden

Buschmann baut ausschließlich weißen Spargel an, der im Hofladen und an den Verkaufsständen der Region von Bad Essen bis Hüllhorst angeboten wird. Auch die lokale Gastronomie wird beliefert. »Am besten schmeckt der Spargel, wenn er morgens gestochen und mittags verzehrt wird«, weiß man bei Buschmann.Wem es zu lästig ist, die Stangen selbst von der Schale zu befreien, kann geschälte kaufen. Außerdem finden die Kunden im Hofladen alles, was zum Spargel dazu gehört – an sieben Tagen in der Wochen von 8 bis 18 Uhr: Kartoffeln, Schinken, Wein, Soßen und einiges mehr.

Unkraut muss gejätet werden

Wenn am 24. Juni die Ernte endet, damit die Pflanzen Kraft für das nächste Jahr sammeln können, ist trotzdem keine Pause in Sicht. »Nach der Ernte ist vor der Ernte«, lautet die Devise. »In der Feldwirtschaft hat man immer etwas zu tun. Die Reihen müssen bewässert, Unkraut gejätet werden«, erläutert Bärbel Coors. Und im November ist das Auslegen der Folie eine Mammutaufgabe.

Für den Spargelbauern ist, wie für jeden Landwirt, die Arbeit nicht immer vorhersehbar. »Jedes Jahr ist anders, da wir sehr vom Wetter anhängig sind«, erläutern Bärbel und Daniela Coors. »Es gab schon Zeiten, in denen nicht sicher war, ob wir zum 1. Mai überhaupt Spargel anbieten können.« Umso mehr freut man sich in Oppendorf, dass der Saisonstart so früh und gut gelungen ist.

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