Fr., 14.06.2019

Losverfahren nötig: 157 Architekten bewerben sich um Umbau in Stemwede Großes Interesse an Wettbewerb

Auslosung der zugelassenen Teilnehmer für den Architektenwettbewerb: Mit dabei sind Kinder der Grundschule mit Schulleiterin Belinda Weller, zwei Jungen aus dem AWO-Kindergarten mit Leiter Christian Hermann sowie die Ratsmitglieder Wolfgang Fricke, Jürgen Lückermann und Wilhelm Riesmeier mit Bürgermeister Kai Abruszat und Ulrike Wesche.

Auslosung der zugelassenen Teilnehmer für den Architektenwettbewerb: Mit dabei sind Kinder der Grundschule mit Schulleiterin Belinda Weller, zwei Jungen aus dem AWO-Kindergarten mit Leiter Christian Hermann sowie die Ratsmitglieder Wolfgang Fricke, Jürgen Lückermann und Wilhelm Riesmeier mit Bürgermeister Kai Abruszat und Ulrike Wesche. Foto: Michael Nichau

Von Michael Nichau

Stemwede-Levern (WB). Wenn nicht alle mitmachen können, muss halt gelost werden. Nach diesem Motto verfuhr das Planungsbüro Drees und Huesmann am Donnerstag. Nicht weniger als 157 Bewerbungen sind für den Architektenwettbewerb zum Umbau des Leverner Verwaltungsgebäudes zur Kita und zum Anbau an das Alte Amtshaus eingegangen.

Unter 15 Entwürfen soll im September das Preisgericht die ersten drei Plätze, die mit 7000, 5000 und 3000 Euro dotiert sind, ermitteln. Zusätzlich gibt es einen Anerkennungspreis in Höhe von 1000 Euro.

»Wir erhalten so 15 unterschiedliche Entwürfe, unter denen wir dann noch auswählen können«, freute sich Bürgermeister Kai Abruszat über die mächtige Resonanz, die der Wettbewerb gefunden hat. Vier Architekturbüros aus der Region, mit denen die Gemeinde bisher gute Erfahrungen gesammelt hat, wurden zur Teilnahme bestimmt. Elf weitere wurden ausgelost.

»Wir wollen hier etwas ganz Besonderes schaffen«

Was liegt da näher, Kinder aus der Grundschule und aus dem AWO-Kindergarten Levern als »Glücksfeen« zu bestimmen, die die weiteren Architekten mit Lostrommel und blauen Zahlenchips bestimmen durften. Emely, Marie, Holly, Angelina, Janina und Carsta aus der Grundschule sowie Max und Noah aus dem Kindergarten waren mit dabei. Sie wurden für ihre Mühe mit jeweils einem Eis belohnt.

Ulrike Wesche vom Planungsbüro protokollierte das Verfahren, das die Ratsmitglieder Wolfgang Fricke (FDP), Jürgen Lückermann (FWG) und Wilhelm Riesmeier (SPD) mit Interesse verfolgten.

»Wir wollen hier etwas ganz Besonderes schaffen«, meinte Abruszat in seiner Einleitung. »Für Kinder soll es hier optimale Bedingungen zum Spielen, Lernen und Dölmern geben«, erläuterte er. Dort, wo jetzt noch Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung arbeiten, möchte man den dringend notwendigen Platz für mehr Kindergartenplätze in Stemwede schaffen.

»Das ist zukunftsweisend«

»Eine Kita und eine Grundschule gemeinsam auf einem Grundstück – sie können ein neues pädagogisches Zentrum bilden«, schwärmte Abruszat. Vom Kleinkind bis zum Viertklässler sei dort Betreuung möglich. »Das ist zukunftsweisend«, betonte der Stemweder Bürgermeister. Er sei überzeugt, dass dieses Konzept eines Umbaus richtig ist.

Kommentar von Miachel Nichau

So etwas hat Stemwede wohl noch nie erlebt: 157 Architekten wollen Pläne für den Umbau des Verwaltungsgebäudes und den Anbau an das Amtshaus erstellen. Das ist eine tolle Sache, denn die nun bestimmten 15 Büros werden alles daran setzen, anspruchsvolle und auch interessante Planungen auf den Tisch zu bringen.

Es scheint für Architekten schon interessant zu sein, einen Anbau an ein denkmalgeschützes Haus zu planen. Und: Auch die Hanglage des Verwaltungsgebäudes nebst Schule übt vermutlich einen großen Reiz auf die Kreativität der Architekten aus.

Zudem locken vielleicht aus die Preisgelder aus Fördermitteln. Die genaue Ursache für die riesige Resonanz lässt sich so einfach nicht bestimmen.

Eines ist sicher: Dieser Wettbewerb wird neue Impulse geben, allein durch die Vielfalt der Architekturbüros.

Jetzt seien die Experten dran, Vorschläge zu machen, wie man so etwas – gemeinsam mit einem dann erforderlichen Anbau an das Alte Amtshaus – realisieren könne. »Wir können nicht mit 157 Architekten zusammenarbeiten. daher ist das Losverfahren erforderlich«, sagte Abruszat.

»Am Ende wollen wir mit einem Büro zusammenarbeiten, das die Vorschläge für die Kindertagesstätte sowie für den Anbau an das Rathaus erarbeitet.«

Am 24. September soll das Preisgericht tagen

Ein Hindernis sieht Abruszat noch: »Beschlossen ist das alles von den Ratsmitgliedern noch nicht. Das können wir erst, wenn wir ein Konzept haben, das von allen akzeptiert wird, das die Belange des Denkmalschutzes erfüllt, das Parkplätze und Verkehr einkalkuliert und das auch noch bezahlbar sein muss«, sagte er.

Am 24. September soll das Preisgericht tagen. Die Architekturbüros sollen bis zum 10. September ihre Entwürfe und auch Modelle einreichen. Danach ist auch eine Ausstellung geplant und die Preisträger sollen geehrt werden. »Es wird ein spannender Herbst für Levern und Stemwede«, kündigte der Bürgermeister an.

Gesetzt sind folgende Büros: BKS Architekten aus Lübbecke, Heitmann und Oevermann aus Osnabrück, Simon-Exner-Kersten aus Oldenburg sowie Schwakenberg/Bley aus Lemgo.

Ausgelost wurden folgende Architekturbüros: Heyden aus Winnenden, Martinov aus Hamburg, Frericks aus Münster, RSAJ aus Detmold, Kallert aus Münster, Palmen aus Stade, Drehbunt aus Bochum, Winkelmüller aus Berlin, Lippmann aus Hannover, Müller aus Hannover und SZN Architekten aus Kiel.

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