Mi., 26.06.2019

Riesige Rauchwolke über Bohmte – Kunststoffabfälle brennen – Warnung über Radio – mit Video Großbrand fordert Feuerwehren heraus

Die Gewerbehalle hat in Vollbrand gestanden.

Die Gewerbehalle hat in Vollbrand gestanden. Foto: Peter Götz

Von Dieter Wehbrink

Bohmte/Stemwede (WB). Noch bis weit in dem Mittwoch, 26. Juni, hinein haben die Löscharbeiten im Bohmter Industriegebiet angedauert. Dort waren am Dienstagabend etwa um 20 Uhr Kunststoffabfälle in Brand geraten.

Als das Feuer in der etwa 30 mal 80 Meter großen Werkshalle des Recycling-Unternehmens »Polycore Polymer Zerkleinerung GmbH« ausbrach, befanden sich drei Menschen in dem Gebäude, in dem Kunststoffabfälle gelagert waren. »Ein Mitarbeiter zog sich eine Rauchvergiftung zu und kam ins Krankenhaus«, sagte ein Sprecher der Polizeileitstelle Osnabrück. Zwei umliegende Wohnhäuser seien evakuiert und ein Freibad geschlossen worden. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Um 6.30 Uhr war der Großbrand unter Kontrolle. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen der ermittelnden Polizei in Millionenhöhe. Auch die Garage eines benachbarten Wohnhauses brannte bei dem Feuer ab.

Weiträumig Messpunkte eingerichtet

Die riesige Rauchwolke war weit bis in die Kommunen des Altkreises Lübbecke hinein zu sehen. Einige besorgte Bürger riefen sogar die Polizei an. Der schwarze Rauch zog am Dienstag über den Raum Dielingen hinweg. Am Mittwoch, als sich der Wind gedreht hatte, lag sogar in Rahden leichter Brandgeruch in der Luft. »Unser Fachzug ›Messen und Spüren‹ hat sofort weiträumig Messpunkte eingerichtet«, sagte Volker Köster, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr Osnabrück. »Die Grenzwerte waren zum Glück weit unterschritten, lediglich unmittelbar am Brandort gab es Gefahrensituationen.« Für die umliegende Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. »Auch die Nachbarn, die wir vorsorglich evakuiert haben, konnten wieder in ihre Häuser zurückkehren«, sagte Köster. Auch am Mittwochmorgen werden die Bohmter noch über Rundfunkdurchsagen aufgefordert, weiterhin Fenster und Türen zu schließen. Die Bundesstraße 51 blieb am Mittwoch noch bis zum Mittag für den Verkehr gesperrt – so lange dauerte das Entfernen der langen Schlauchleitungen, die für den Löscheinsatz verlegt werden mussten.

Hunte wegen Löschwasserentnahme aufgestaut

250 Feuerwehrleute aus der ganzen Region, darunter auch die Stemweder Löschgruppen Haldem und Dielingen mit 24 Einsatzkräften, waren am Dienstag zu dem Feuer in den kunststoffverarbeitenden Betrieb gerufen worden. Am Mittwochmorgen wurden sie von anderen Feuerwehren abgelöst. Die Stemweder übergaben ihre Aufgaben an Feuerwehrleute aus Belm. Ohnehin hatte die Einsatzleitung Löschgruppen aus der ganzen Region alarmiert. Aus Espelkamp forderte man sofort nach der Alarmierung das 4000-Liter-Löschfahrzeug an. »Es gab dann zuletzt noch massive Probleme mit der Wasserversorgung«, sagte Köster. »Dank einer Hochleistungspumpe der Berufsfeuerwehr Osnabrück konnten wir dann Wasser aus der Hunte fördern. Der Fluss wurde zu diesem Zweck in Hunteburg angestaut.«

Bruchstücke aus Holz und Alu fallen hinab

Der Löscheinsatz – zum Teil nur mit Atemschutzgeräten leistbar – war für die Einsatzkräfte bei den hochsommerlichen Außentemperaturen extrem anstrengend. »Das Problem ist die persönliche Schutzausrüstung, die vor Feuer schützt und aus Jacke und Überhose besteht«, sagte Torsten Fischer, Pressesprecher der Feuerwehr Stemwede, dieser Zeitung. »Unter dieser Kleidung ist es natürlich sehr warm. Die Kameraden müssen viel trinken und Insbesondere beim Einsatz von Atemschutzmasken Ruhezeiten einhalten.« Eine Gefahr für die Feuerwehrleute habe auch durch Holz und Alu-Teile bestanden, sagte Fischer. »Diese Bruchstücke werden durch die enorme Hitze des Feuers nach oben befördert und fallen wieder herunter«, sagte er.

Am Mittwoch, als das Feuer unter Kontrolle war, transportierte die Feuerwehr in Ballen gepresste kokelnde Kunststoffabfälle vom Brandort weg, öffnete sie und löschte den Inhalt ab.

 

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