Do., 11.07.2019

Bald beginnen die Arbeiten zum Glasfaser-Ausbau – Bürgermeister informiert den Rat So profitiert Stemwede vom Masterplan

Ein Arbeiter zieht Leerrohre für Glasfaserkabel. Ab August/September geht es in Stemwede los.

Ein Arbeiter zieht Leerrohre für Glasfaserkabel. Ab August/September geht es in Stemwede los. Foto: dpa

Von Dieter Wehbrink

Stemwede (WB). Auf der einen Seite der Masterplan des Kreises Minden-Lübbecke und parallel dazu eine Breitband-Initiative von Innogy in Teilen von Dielingen und Levern: Das Internet in Stemwede könnte in vielen Bereichen schon bald erheblich flotter werden.

Bürgermeister Kai Abruszat informierte den Gemeinderat in der Sitzung im Gasthaus Rosengarten-Schepshake ausführlich über den aktuellen Sachstand.

Das Glasfaser-Projekt im Zuge des Masterplans des Kreises Minden-Lübbecke solle die als unversorgt geltenden Haushalte erschließen, die zurzeit nur eine Download-Geschwindigkeit von weniger als 30 M/bit hätten. »Wir können uns freuen, denn im Lübbecker Land geht es bei uns in Stemwede als erstes los«, sagte der Bürgermeister. »Das finde ich prima. Wir sind nicht die Abgehängten. Ich freue mich sehr im Interesse unserer Bürger, die davon profitieren.«

47.000 Kilometer Glasfaser kreisweit zu verlegen

Die Bauarbeiten zur Erschließung der Stemweder Haushalte würden ab August/September beginnen. Das gesamte Projekt sei kreisweit auf vier Jahre angelegt. In Stemwede solle der Masterplan aber schon Ende 2020 abgeschlossen sein. Kreisweit seien 47.000 Kilometer Glasfaser zu verlegen.

Das alles funktioniert laut Kai Abruszat in Stemwede wie folgt: Bürger, die ab August auf die Internetseite der ausführenden Firma Internexio ( https://www.internexio.de) gehen, bekommen Einblick in die Preisgestaltung und Leistungsbeschreibung. Es kann nur derjenige vom Angebot profitieren, der eine so genannte Grundstückseigentümererklärung abgibt. Diese benötigen ausführende Unternehmen, die das Leerrohr auf beziehungsweise unter dem Grundstück verlegen sollen, damit das Haus ans Glasfasernetz angeschlossen werden kann.

Diese Grundstückseigentümerklärung basiere auf dem Telekommunikationsgesetz. Werde diese nicht abgegeben, liege auch keine Erlaubnis zur Leitungsverlegung vor, warnte Abruszat: »Dann kann die Anbindung des Hauses im Erstausbau auch nicht erfolgen.«

Ausreichende Leerrohr-Kapazitäten

Die Erklärung könne ab August auf der Internexio-Internetseite heruntergeladen werden. Erfolge der Anschluss im Erstausbau nicht, könne er nachgeholt werden – dann aber wohl mit höheren Kosten und erst später – nach Fertigstellung des Masterplans. Ausreichende Leerrohr-Kapazitäten würden auf jeden Fall vorgehalten.

Für den Anschluss des Hauses im Zuge des Masterplans soll für den Besitzer ein einmaliger pauschaler Baukostenzuschuss von 100 Euro anfallen. »Das ist ein übersichtlicher und günstiger Betrag«, sagte Kai Abruszat unter dem Beifall des Gemeinderates. Für diesen Betrag wird das Glasfaser-Leerrohr an die Struktur angebunden, über die dann die Glasfaser-Leitung ins Haus kommt. Enthalten sind mit Blick auf die Montage alle Netzkomponenten bis hin zur Hausübergabe.

Genaue Absprache mit Grundstückseigentümern

Internexio trägt die Kosten des Glasfaser-Ausbaus bis ins Haus. Falls innerhalb des Wohnbereichs Datenkabel verlegt werden müssen, trägt der Hauseigentümer diese Kosten. Internet-Anschlüsse, die es jetzt schon gibt, bleiben unverändert bestehen.

Abruszat nannte einige technische Details. Gehwege und Straßen würden aufgegraben, um Leerrohre zu verlegen. Vom Bordstein aus werde ein eigenes Leerrohr zu jedem Haus verlegt. Den genauen Leitungsverlauf spreche die ausführende Fachfirma mit jedem Grundstückseigentümer ab. Sie sei auch Ansprechpartner für alle Arbeiten am Haus und im Haus. Sie werde sich vor Baubeginn mit den Eigentümern in Verbindung setzen.

Die Bauausführung in Stemwede erfolge abschnittsweise. »Ich kann heute noch nicht sagen, in welchem der 13 Dörfer begonnen wird«, sagte Abruszat. Dies alles arbeite Internexio noch aus und werde es mitteilen. Die dann verfügbaren Up- und Downloadgeschwindigkeiten des Glasfaseranschlusses seien bis zu 10.000 M/bit stark. »Das ist natürlich ein Quantensprung«, betonte der Bürgermeister.

Bestehende Provider-Verträge bleiben gültig

Auf Nachfrage des Dielinger Ratsherrn Theodor Frenzel wies Abruszat darauf hin, dass Internexio den Bürgern Provider-Verträge anbiete. Die noch bestehenden Verträge mit dem alten Provider würden für die Kunden aber bis zum Ablauf gültig bleiben.

Das Internet-Produktangebot von Internexio enthalte unterschiedliche Komponenten. Die Tarifstrukturen würden noch bekannt gegeben. »Sie bewegen sich im marktüblichen Rahmen«, sagte Abruszat.

Internexio beabsichtige, zwei Service-Points im Kreis Minden-Lübbecke einzurichten – einen im Altkreis Minden und einen im Lübbecker Land. »Schön wäre es, wenn der Service-Point Lübbecker Land in Stemwede eingerichtet würde. Dann wäre er genau an der richtigen Stelle platziert«, sagte Kai Abruszat augenzwinkernd und erheiterte damit den Rat.

Bürgermeister lobt Innogy-Initiative

Die Dielinger Runde begleitet die Breitband-Initiative des Unternehmens Innogy . Das Angebot, das außerhalb des Masterplans liegt, richtet sich an 310 Adressen in Dielingen und an 115 in Levern . Mindestens 40 Prozent der betroffenen Haushalte müssen sich für das Angebot entscheiden, damit es Innogy umsetzt, sagte Abruszat.

Der Glasfaser-Hausanschluss sei für Kunden, die mit Innogy einen Vertrag abschließen würden, kostenlos. Er sei der Dielinger Runde sehr dankbar, dass sie diese Initiative unterstütze, sagte Abruszat.

Schnelles Internet sei auch für jene Stemweder Gebiete wichtig, die zwar über eine Mindestversorgung verfügen würden und nicht für den Ausbau im Zuge des Masterplans in Frage kämen. »Ich nenne nur die Stichworte Telemedizin, Digitalisierung in Industrie und Verwaltung, Telearbeit und Home-Office«, sagte Abruszat. »Deshalb kann ich nur dringend empfehlen, dass sich alle Betroffenen ernsthaft mit dieser Angelegenheit auseinander setzen. Ich habe der Dielinger Runde zugesagt, dies öffentlich zu machen und ein entsprechendes Info-Faltblatt erstellen zu lassen. Ich würde mich freuen, wenn die Ratsmitglieder aus den Bereichen Dielingen und Levern dies auch entsprechend begleiten.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6768058?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516045%2F