Sa., 13.07.2019

Stemweder-Berg-Schule unterhält Kooperation mit der Suchtklinik Schloss Haldem Schüler sprechen mit Straftätern

Schülerinnen und Schüler der Stemweder-Berg-Schule haben die Suchtklinik Schloss Haldem besucht.

Schülerinnen und Schüler der Stemweder-Berg-Schule haben die Suchtklinik Schloss Haldem besucht.

Stemwede (WB). Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Stemweder-Berg-Schule haben zusammen mit den Klassenlehrern und der Schulsozialarbeiterin Mirja Hodde-Mündel die Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem besucht. Die Aktion erfolgte im Zuge des Unterricht zur Suchtprävention.

Die Schüler erhielten eine kurze Einführung durch den Leiter des Sozialzentrums, Jonas Templin, und anschließend eine ausführliche Beschreibung der Gesetzgebung, der Krankheitsbilder und der sozialen Umstände der Patienten. In Haldem werden Straftäter therapiert, die nach dem Maßregelvollzugsgesetz verurteilt wurden. Das heißt: Ihre Taten stehen im Zusammenhang mit ihrem Alkohol- oder Drogenkonsum.

Patientenzahl steigt seit Jahren

»Uns ist es ein wichtiges Anliegen, nicht nur für Akzeptanz und Verständnis für unsere Arbeit zu sorgen, sondern auch aktiv in der Suchtprävention mitzuarbeiten und aufzuklären«, sagte Templin. Denn seit einigen Jahren steige die Zahl der Patienten mit Suchtproblemen.

Die Schüler wurden über die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Aufnahme der Straftäter (Paragraph 63 und 64 des Strafgesetzbuches) und über den Unterschied zwischen geschlossener und halb offener Station informiert. Des Weiteren besichtigten sie die Außenanlage und erhielten einen Einblick in den Arbeitstherapiebereich »Garten«.

Infos vom Pflegepersonal

Außerdem bekamen die Schüler die Gelegenheit, einen Bereich der halb offenen Station zu besichtigen, wo die Patienten Freigang nach außen haben. Darüber gab es ausführliche Infos vom Pflegepersonal.

Anschließend hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, in Gruppen mit jeweils einem Patienten außer Hörweite der begleitenden Lehrkräfte über seine Suchtentwickelung, seiner kriminellen Karriere bis hin zum Alltag im Maßregelvollzug zu sprechen. So diskutierten die Patienten offen mit den Schülern und beantworteten viele Fragen. »Wie und warum wurden Sie erst süchtig und später straffällig? Warum landeten Sie vor Gericht und schließlich im Maßregelvollzug?«, waren Fragen, die die Patienten beantworten.

»Das war schon recht eindrucksvoll, wie offen manche Patienten ihr Leben beschrieben und was für schreckliche Sachen sie durchmachen mussten«, erklärte ein Schüler beeindruckt, aber auch nachdenklich. Die anschließende Nachbesprechung in der Schule ergab ein rundum positives Feedback.

Suchtpräventionsarbeit

Bereits seit einigen Jahren arbeitet die Stemweder-Berg-Schule innerhalb der Suchtpräventionsarbeit mit ihrem Kooperationspartner, der Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem, zusammen, um Schüler über die Gefahren des Alkohol- und Drogenkonsums aufzuklären. Im vergangenen Jahr schlossen Schule und Klinik ganz offiziell eine Kooperationsvereinbarung. Diese beinhaltet auch, dass die Lehrkräfte der Stemweder-Berg-Schule am Ende eines Schuljahres im Schloss die Schulabschlussprüfungen von Patienten vornehmen.

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