Fr., 26.07.2019

Oppenweherin Sabine Wittemeier hat ihr zweites Kinderbuch auf den Markt gebracht »Justus Schneck« hat eine Aufgabe

Sabine Wittemeier zeigt, was mit den Vorlagenseiten der beiden Bücher alles entstehen kann. Der Kreativität der Kinder sind mit allerlei Techniken kaum Grenzen gesetzt.

Sabine Wittemeier zeigt, was mit den Vorlagenseiten der beiden Bücher alles entstehen kann. Der Kreativität der Kinder sind mit allerlei Techniken kaum Grenzen gesetzt. Foto: Michael Nichau

Von Michael Nichau

Stemwede (WB). Er heißt Justus und ist ein wenig glibberig... »Justus Schneck« heißt das neue Buch, das Sabine Wittemeier (38) aus Oppenwehe jetzt auf den Markt gebracht hat. Nach »Die Baumfee« ist dies das zweite naturnahe Bilderbuch der nebenberuflichen Autorin.

Das Konzept ist außergewöhnlich, denn jedes Kind (ab 6 Jahren) kann sich ein individuelles Buch selbst gestalten. Und darauf ist auch das Buch selbst mit dicken Pappseiten und Ringbindung ausgelegt: Es darf gemalt, geklebt und gebastelt und mit Sand gekleistert werden, ohne dass die Seiten darunter leiden. »Dafür habe ich bei meinem Verlag auch lange kämpfen müssen«, erläutert Wittemeier.

Sie hatte ihr ersten Kinderbuch dieser Art, »Die Baumfee« zunächst im Eigenverlag herausgebracht. Nun hat der Elvea-Verlag auch das »alte« Buch neu aufgelegt. Das neue Werk »Justus Schneck« wird jetzt auch im öffentlichen Buchhandel vertrieben. »Vielleicht finde ich so ein größeres Publikum für die Bücher«, sagt die Oppenweherin, selbst gelernte Erzieherin.

Über ihre Tätigkeit als Screen-Designerin bei S+S Software in Stemwede sei sie dazu gekommen, auch die Bücher selbst zu gestalten. Die Seiten bestehen aus dem Text einer Erzählung über Pflanzen und Tiere, der von den Kindern individuell mit Namen ausgefüllt werden kann. Die jeweils gegenüberliegende Seiet enthält sparsame Grundelemente für ein Bild, etwa die Umrisse einer Schnecke und einer Raupe.

Hier können und solle die M;ädchen und Jungen selbst eingreifen und gestalten und das möglichst naturnah. »Bei der Baumfee ging es primär darum, Blätter zu sammeln oder zu malen und damit zu gestalten. Bei Justus Schneck ist alles erlaubt, was gefällt«, erklärt Wittemeier.

Und da seien Sorgen der Eltern, wie »Mein Kind kann gar nicht malen« überhaupt nicht angebracht. »Erlaubt ist alles. Es sind Mitmachbücher, bei denen eine individuelle Geschichte entsteht, die von den Kindern als Lesern mitbestimmt wird.«

»Heraus kommt jeweils ein Buch-Unikat. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Kinder die gleichen Elemente verwenden ist sehr gering«, sagt die Buchautorin. Ihr geht es vor allem auch darum, dass das Buch vielleicht Naturerfahrungen ermöglicht: In den Wald gehen und Materialien zum Aufkleben sammeln, selbst Tiere beobachten und fotografieren und so weiter. »Man muss also auch nicht zwangsläufig gut malen können«, ergänzt sie.

Baumfee und Schneck seien auch keine reinen Malbücher, sondern sie müssten selbst gestaltet werden. »Es gibt hier kein Richtig oder Falsch«, erklärt Wittemeier, selbst Mutter von zwei Kindern. Diese hätten an den Büchern auch mitgearbeitet. »Ich weiß gar nicht, wie oft ich die Geschichten vorgelesen haben und wie oft wir etwas geändert haben«, erzählt sie. Es gehe auch darum, mit den Büchern Spaß zu haben, die Natur zu entdecken und auch zu würdigen.

Nicht zuletzt wegen dieses Hintergrundes wählte Wittemeier für das neue Buch eher »ekelige« Akteure, die aber in der Natur ihre eigenen Aufgaben haben: Von Protagonisten, der Nacktschnecke über Spinnen, Würmer und Raupen, aus denen aber letztlich der schöne Falter schlüpft. »Auch Justus Schneck weiß am Ende nach seiner Begegnung mit Senta Weinberg, was seine Lebensaufgabe in der Natur ist«, fasst Sabine Wittemeier zusammen.

Sie war schon oft zu Lesungen im heimischen Raum in Kindergärten und Schulen unterwegs, um ihr erstes Buch bekannt zu machen. Jetzt fördert auch der Verlag die Lesungen der Autorin vor Publikum, zu dem immer auch Mädchen und Jungen gehören, der Zielgruppe des Buches.

»Ich war schon immer naturverbunden und mein Ziel ist es, davon auch etwas weiterzugeben, sowohl an Kinder, wie auch an Eltern. Ich liebe einfach die Natur, Wald und Wasserfälle«, sagt die Autorin. »Es ist wichtig, dass man einen Blick für die Lebewesen in der Natur entwickelt und nicht einfach drauf tritt. Da steckt schon ein Umdenken dahinter, dass auch die Schnecke, die sonst den Salat im Garten abfrisst, einen Platz in der Natur hat«, erläutert sie.

Die »Baumfee« ist derzeit bei ihr selbst zu kaufen. »Justus Schneck« ist unter anderem bei Frieten in Haldem zu haben. Demnächst ist Wittemeier mit einer Lesung beim fünfjährigen Bestehen der »Moorwelten« in Wagenfeld dabei. Und es stehen auch Lesungen bei der Buchmesse in Berlin auf dem Plan.

»Ich möchte jetzt mit dem zweiten Buch ein größeres Publikum erreichen. Da hilft es schon, dass es überall zu erwerben ist. Ich hoffe dadurch entstehen weitere Kontakte und Lesungen, bei denen ich das Konzept vorstellen kann.«

Wird es nach der etwa fünf Jahre dauernden Produktion von »Justus Schneck« weitere Bücher geben? »Ich habe da zwei Romane im Hinterkopf, die ich schreiben möchte. Es geht da um das Krimi- oder Psychologie-Genre mit der Frage ›Was treibt Menschen, die so handeln?‹«, kündigt Sabine Wittemeier an. Demnächst also der Stemwede-Krimi? Man darf gespannt sein. Kontakte zu der Autorin sind über ihre Internetseite möglich.

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