Do., 15.08.2019

Stemweder Feuerwehren beziehen in den nächsten Wochen ihre neuen Domizile Gerätehausbau geht in den Endspurt

So gut wie fertiggestellt ist auch das neue gemeinsame Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppe Dielingen/Drohne. Einziehen wird in diese moderen Räume auch die Jugendfeuerwehr. Alle fünf neuen Gerätehäuser sind auf gutem Weg.

So gut wie fertiggestellt ist auch das neue gemeinsame Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppe Dielingen/Drohne. Einziehen wird in diese moderen Räume auch die Jugendfeuerwehr. Alle fünf neuen Gerätehäuser sind auf gutem Weg. Foto: Dieter Wehbrink

Von Dieter Wehbrink

Stemwede (WB). Wer in diesen Tagen durch Stemwede fährt, sieht den Baufortschritt an den fünf neuen Feuerwehrgerätehäusern deutlich. Die ersten Gebäude sollen schon bald von ihren jeweiligen Löschgruppen bezogen werden.

10,575 Millionen Euro hat die Gemeinde für das Großprojekt eingeplant. Es wird im Zuge der ÖPP-Lösung (Öffentlich-private Partnerschaft) realisiert. Die Baufirma der fünf Gerätehäuser, das Arrenkamper Unternehmen Depenbrock, übernimmt per Vertrag für 15 Jahre die Unterhaltung der fünf neuen Strandorte.

»Baulich abgenommen und fast fertig gestellt sind die Häuser in Westrup, Dielingen und Destel«, sagt Werner Bahnemann, der zuständige Fachbereichsleiter in der Gemeindeverwaltung Stemwede. »Sie waren praktisch schon im Mai/Juni fertig. Derzeit gibt es – wie bei Bauvorhaben üblich – eine kleine Mängelliste, die noch abzuarbeiten ist.«

Materiallieferungen verzögern sich

Derzeit ist die Gemeinde bereits dabei, die Gerätehäuser in Westrup (für die Löschgruppen Wehdem und Westrup), Dielingen (für Löschgruppen Dielingen und Drohne) sowie Destel (für Löschgruppe Destel) einzurichten. Dies erfolgt nach modernen fachlichen Erkenntnissen. Die Häuser erhalten unter anderem Schulungsraum, Büro, Küche und Werkstatt. »Bestimmte Materiallieferungen haben sich leider verzögert, so dass diese Objekte noch nicht übergeben werden konnten«, sagt Werner Bahnemann. »Wir gehen davon aus, dass die drei Häuser im September offiziell übergeben werden.« Die Gemeinde überlasse es den jeweiligen Feuerwehren, ob sie dieses Ereignis mit einer Feier begleiten wolle.

In Levern, wo die Löschgruppen Levern, Niedermehnen und Sundern sowie die Rettungswache des Kreises einziehen werden, soll die Fertigstellung bis Mitte September abgeschlossen sein.

In Haldem, wo die Löschgruppen Haldem und Arrenkamp ihr neues gemeinsames Domizil bekommen, ist das Gebäude bis Mitte Oktober fertig. »Für die Einrichtung werden etwa vier weitere Wochen benötigt, aber die Übergabe soll noch in diesem Jahr erfolgen«, betonte Bahnemann.

Einrichtung der Rettungswache

Wie lange der Kreis braucht, um die Rettungswache in Levern in Betrieb zu nehmen, steht noch nicht endgültig fest. Bei dieser Einrichtung werden erhöhte Anforderungen an die Ausstattung gestellt, weil sie Tag und Nacht in wechselnden Schichten besetzt sein muss. Das bedeutet: mindestens drei Ruheräume, eine Küche, und einen Aufenthaltsbereich und etwa 30 Spinde für die wechselnden Mitarbeiter. Aber auch hier, so sieht es die Planung vor, soll das Objekt noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Mit Spannung verfolgen derzeit viele Stemweder, was mit den alten, nicht mehr benötigten Gerätehäusern geschieht. Der Stemweder Gemeinderat hat sich für ein öffentliches Bieterverfahren entschieden. Er behält dadurch die Entscheidungshoheit, wer das Gebäude bekommt – unabhängig von der Höhe des gebotenen Preises. Ein Beispiel: Würde jemand mitbieten, der dort einen Schrottplatz errichten möchte, kann der Rat das Gebot unberücksichtigt lassen. Fest stehen bereits die Ratsbeschlüsse, dass das Westruper Feuerwehrgerätehaus von der benachbarten Tischlerei Becker und das Desteler von dem Bestattungsunternehmen Grewe übernommen wird (wir berichteten).

Dorfgemeinschaftshaus für Niedermehnen

Das Niedermehner Gerätehaus soll auf Bestreben der Bürger ein Dorfgemeinschaftshaus werden. Dafür gibt es öffentliche Zuschüsse. Die Umbaumaßnahmen laufen bereits. Die Niedermehner Feuerwehr zog deshalb bis zu ihrem endgültigen Umzug nach Levern provisorisch in die Niedermehner Maschinenhalle ein.

Den Verkauf der Gerätehäuser in Arrenkamp und Levern stellte die Gemeinde vorerst zurück. Das Leverner Objekt könnte der Gemeinde eventuell für Lagerzwecke dienen. Auch Drohne ist noch zurückgestellt, weil die Bürger dort die Immenklause nach Bewilligung der Fördergelder in ein Dorfgemeinschaftshaus umwandeln wollen.

In Dielingen ist die Gemeinde Stemwede nicht der Eigentümer des alten Gerätehauses. Hier gibt es einen Erbpachtvertrag mit der Kirche. Außerdem sind hier Fragen zur Erweiterung des benachbarten Kindergartens noch nicht geklärt.

Das Gerätehaus in Twiehausen bleibt der Gemeinde Stemwede und der dortigen Feuerwehr erhalten. Es wird umgebaut und modernisiert.

Wer kauft das Sunderner Haus?

Das Feuerwehrgerätehaus in Sundern befindet sich im öffentlichen Bieterverfahren, das heute, 15. August, um 18 Uhr endet. »Es gibt Interessenten«, sagte Reiner Wittenbrink von der Gemeindeverwaltung Stemwede auf Anfrage dieser Zeitung. Mehr verriet er nicht, denn die Entscheidung, wer die alten Gerätehäuser bekommt, trifft ausschließlich der Stemweder Gemeinderat. »Leider konnte die Dorfgemeinschaft Sundern sich nicht mit einer öffentlichen Verwendung, etwa als Heimatstube, Begegnungsstätte oder Ähnlichem anfreunden«, sagt Sunderns Ortsheimatpflegerin Gertrud Premke. »Hierzu benötigt es junge, begeisterungsfähige Menschen oder zumindest einen Verein, der hinter einem derartigen Projekt steht.«

Dazu ein Kommentar von Dieter Wehbrink:

Wer die Einsätze der Stemweder Feuerwehren bei den jüngsten Flächenbränden verfolgt hat, der weiß, dass die Kameraden bei Gluthitze an die Grenze ihrer Kräfte und darüber hinaus gegangen sind. Es waren bei einigen Getreidefeldbränden auch Häuser und sogar ganze Wälder (»Bohmter Tannen«) von den Flammen bedroht.

Wer sich so für die Allgemeinheit in Gefahr begibt wie die Feuerwehr, der soll auch vernünftige Gerätehäuser und Ausstattung bekommen. Das ist das Mindeste, was die Kommunen ihren Löschgruppen schuldig sind. Zumal die Stemweder Kameraden ja bereit waren, durch Zusammenlegungen in den neuen Häusern Synergieeffekte zu erzielen. Die Gemeinde darf sich in ihrem Bestreben, die Feuerwehr bestens auszurüsten, nicht irritieren lassen. Auch nicht von Behauptungen aus der Neid-Ecke, dass »Experten« anderer Kommunen errechnen könnten, dass Stemwede seine fünf neuen Gerätehäuser durch die ÖPP-Lösung zu teuer bezahlt.

Natürlich gibt es Bürger in Stemwede, denen es bei diesem Großprojekt und solchen Summen mulmig wird. Das ist ganz normal und nicht zu kritisieren. Wer sich jedoch intensiv mit dem Nutzen der Feuerwehr und den Anforderungen an die – ehrenamtlich tätigen – Löschgruppen befasst, muss zugeben, dass diese Ausgabe durchaus im Kosten-Nutzen-Verhältnis steht. Zumal sie glaubhaft solide von der Gemeinde durchfinanziert wurde.

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