Do., 12.09.2019

Moor-Untergrund zieht sich zusammen – Straßen erhalten Wellenprofil Dürre lässt Straßen absacken

Dürrefolgen für die Straßen: Hier in Oppenwehe ist ein Teil der Fahrbahn abgesackt. Olaf Halbe und Beatrix Aden vom Bauamt des Kreises schauen sich die Flickstelle an.

Dürrefolgen für die Straßen: Hier in Oppenwehe ist ein Teil der Fahrbahn abgesackt. Olaf Halbe und Beatrix Aden vom Bauamt des Kreises schauen sich die Flickstelle an. Foto: Kreis Minden-Lübbecke

Von Michael Nichau

Stemwede (WB). Die Dürre des Sommers hat allerorten bei den Pflanzen und auch bei den Straßenbäumen ihre Spuren hinterlassen. Doch nicht nur dort sind Schäden entstanden, die sich kaum mehr beheben lassen.

Vor allem in Gegenden mit Moorböden – also etwa im Norden Stemwedes, aber auch rund um das große Torfmoor im Bereich Nettelstedt gibt es neue Schäden an den Fahrbandecken. Betroffen sind nicht nur die Kreis, sondern auch die Gemeindestraßen in diesen Bereichen.

Untergrund senkt sich

Schuld, so sagt Olaf Halbe vom Kreis-Bauhof, sei der Untergrund der Straßen. Sie verfügen zwar über den »normalen« Unterbau, der die Fahrbahndecke normalerweise trägt. Darunter allerdings befindet sich Moor-Boden, mit einer Stärke von etwa zwei Metern.

»Dieser Boden ist im Normalfall feucht und relativ fest. Durch den Wassermangel der vergangenen Monate trocknet der Boden allerdings aus und zieht sich dadurch zusammen«, beschreibt Halbe die Situation vor Ort, besonders in Stemwede-Oppenwehe, wo die Kreisstraßen durch das Moorgebiet in Richtung Norden führen.

Straßendecken können aufbrechen

Regne es, dehne sich der Untergrund wieder aus und hebe sich. Die Folge seien dann Straßenaufbrüche der Decken, aber auch Hebungen und Senkungen, so dass einige Straßen wie eine »Buckelpiste« aussehen würden. »Die Absackungen führen zu erheblichen Straßenschäden«, sagt Halbe.

»Es sind nicht unbedingt größere Aufbrüche, sondern vor allem kleine Risse und Abplatzungen, die wir permanent füllen. Das Problem ist, dass die Fahrbahn durch das Austrocknen des Moorbodens Wellen aufweist, die einfach nicht zu reparieren sind«, erläutert Halbe.

Keine dauerhafte Lösung

Um das Problem dauerhaft zu beseitigen, müsste man an diesen Stellen den Boden bis zu zwei Meter tief auskoffern und dort eine entsprechend dicke Tragschicht einbauen. »Eine komplette Stabilisierung von unten wäre äußerst aufwendig und bietet keine Garantie auf Erfolg«, sagt der Experte.

So bleibe dem Kreis-Bauhof und letztlich bei den Gemeindestraßen der jeweiligen Kommune nur der Weg, ständig punktuell zu reparieren und kurzfristig Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen zur Sicherheit der Autofahrer aufzustellen.

Neue Wege im Straßenbau

Generell denke man im Straßenneubau über hellere Straßenbeläge mit einer anderen Splittmischung im Asphalt nach. Diese würden sich nicht so stark aufheizen, hieß es bei einem Ortstermin mit Umwelt- und Bauamt des Kreises vor einigen Wochen. Die Straßenschäden – so sagen die Experten von der Kreisverwaltung – seien auch eine Folge des Klimawandels, ebenso wie die vertrockneten Bäume und die schlechten Ernten in der Landwirtschaft.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6918935?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516045%2F