Jetzt gilt es für Drohne: »Dorfgemeinschaft e.V.« gegründet
Verein will Immenklause übernehmen

Stemwede (WB). Da strahlten die Initiatoren der Drohner Dorfvereins-Idee und Bewahrer der Immenklause um die Wette: Vollbesetzt war zu ihrer großen Freude der Saal des Gebäudes, das im Besitz der Gemeinde Stemwede ist, am Dienstagabend, zur Vereinsgründung.

Donnerstag, 26.09.2019, 12:00 Uhr
Hände hoch zum Ja für die Vereinsgründung der »Dorfgemeinschaft Drohne e.V«. 56 Mitglieder traten dem Verein am Dienstagabend auf Anhieb bei. Fotos: Dieter Wehbrink

Am Ende trugen sich bereits 56 Drohner in die Mitgliederliste der gemeinnützigen »Dorfgemeinschaft Drohne e.V« ein. Der neue Verein, der noch Punkte wie »Immenklause Übergabeverhandlung mit der Gemeinde«, Notar, Amtsgericht und Finanzamt bis zur offiziellen Eintragung abarbeiten muss, will das bekannte Veranstaltungsgebäude übernehmen. Zwar nicht als Besitzer im Grundbuch, dafür aber mit der vertraglichen Verpflichtung, alle künftig anfallenden Erhaltungs- Bewirtschaftungs- und Sanierungskosten zu stemmen.

Hohe Zuschüsse winken

Ziel ist es, das Haus für die Drohner zu erhalten, zu modernisieren und zukunftsfähig zu machen. Im Gegenzug gibt es für das künftige »generationsübergreifende Dorfgemeinschaftshaus« vom Land NRW und der Gemeinde Stemwede »Einmalzahlungen«. Diese Zuschüsse dienen als Starthilfe und als Beitrag zu den Umbaukosten, denn der neue Verein plant hier etliche Maßnahmen zum Erhalt des Anfang der 70er Jahre errichteten Gebäudes.

Verein regelt Nutzung

Schon lange hatte sich die Gemeinde von der Immenklause aus Kostengründen trennen wollen – so, wie es auch mit anderen Vereinsheimen in Stemwede geschehen war. Doch die Drohner hatten sich wegen der Größe des Objekts bislang zurückhaltend gezeigt. Jetzt, wo hohe Zuschüsse winken, packten die Bürger die Gelegenheit beim Schopf. Wenn alle Formalitäten unter Dach und Fach sind, wird die Nutzung der Immenklause künftig ausschließlich über den neuen Verein geregelt.

Rennegarbe ist Vorsitzender

In der gut vorbereiteten Gründungsversammlung wählten die Mitglieder Heiner Rennegarbe zum Vorsitzenden. Der technische Angestellte und Vater von zwei erwachsenen Kindern bekommt Harald Heuchel als zweiten Vorsitzenden an seine Seite. Ines Oelschläger wurde – in Abwesenheit – zur Kassiererin gewählt. Kassenprüferin im ersten Vereinsjahr ist Silke Heuchel.

Die Immenklause in Drohne.

Die Immenklause in Drohne.

Zu Beginn der Versammlung, die zuerst auf Wunsch der Anwesenden souverän von Wolfgang Koop geleitet wurde, hatte Ratsmitglied Brigitte Höger-Allhorn von einem ganz besonderen Abend für Drohne gesprochen: »Ich wünsche mir nichts mehr, als dass unser Vorhaben klappt. Deshalb freue mich, wenn ich sehe, wer heute alles anwesend ist.«

Verkleinerung ist geplant

Das Geld in Form von Zuschüssen habe Drohne zwar sicher, sagte die Ratsfrau. »Aber um die Ziele zu erreichen, brauchen wir euch alle.« Der offizielle Bescheid aus dem Landesprogramm Dorferneuerung läge noch nicht vor, werde aber mit einem Betrag von 240.500 Euro beziffert – unter der Voraussetzung, dass sich die Gemeinde Stemwede mit mindestens weiteren 129.500 Euro beteilige: »Das macht zusammen 369.500 Euro.«

Harald Heuchel gab Infos über das geplante Dorfgemeinschaftshaus. »Mit den Geldern strebt der Verein einen Umbau mit gleichzeitiger Verkleinerung der Immenklause an. Dabei werden wir vom Ingenieurbüro Vordenbäumen unterstützt. Dessen Vorentwurf wurde dem Förderantrag an die Bezirksregierung beigefügt.«

Schützen als Untermieter

Eine Trennung der Schießanlage von der Immenklause sei nicht möglich, erklärte Heuchel mit Blick auf den Schützenverein. »Der Mehraufwand beim Umbau wäre zu teuer, außerdem müssten Brandschutzvorschriften umgesetzt werden. Womöglich gibt es auch neue Sicherheitsvorschriften.« Also müsse der Schießstand vom Dorfgemeinschaftsverein übernommen werden – einschließlich des Nutzungsvertrags, den der Schützenverein in den 70er Jahren mit der Gemeinde Stemwede abgeschlossen habe. »Für den Schützenverein ändert sich praktisch nichts. Nur sein Vermieter ist ein neuer, nämlich unser neuer Verein. Der alte Nutzungsvertrag wird in einen Untermietervertrag umgewandelt«, sagte Heuchel.

Was wird aus Gerätehaus?

Ausgenommen sei allerdings das Feuerwehrgerätehaus, dessen Zukunft nach dem Auszug der Löschgruppe ins neue Gerätehaus in Dielingen noch geklärt werden müsse. Während der Bauphase dürfe es vom Dorfgemeinschaftsverein und den Schützen als Lagerraum und Treffpunkt genutzt werden. Wie Harald Heuchel betonte, habe die Gemeinde zugesagt, die einzelnen Vereine auch weiterhin finanziell zu fördern, falls der Haushalt dies zulasse.

»Jetzt wird die Gemeinde Stemwede vermutlich schnell auf uns zukommen, um den Übernahmevertrag mit uns abzuschließen«, sagte Heiner Rennegarbe. Wir werden zudem eine Bauvoranfrage beim Kreis vorbereiten. Dazu braucht man noch keine Detailplanung.« Danach folge die Übernahme durch den Verein sowie der detaillierte Bauantrag, bei dem der Kreis erklären müsse, was noch erforderlich sei – etwa Brandschutzauflagen. »Wenn der Bauantrag genehmigt ist, folgt ein öffentliches Ausschreibungsverfahren«, erklärte Rennegarbe. »Baubeginn könnte hoffentlich Mitte nächsten Jahres sein.«

Die Vereinsbeiträge wurden am Gründungsabend wie folgt vorläufig festgelegt: Einzelbeitrag: 25 Euro; Partnerschaftsbeitrag: 40 Euro und Beitrag von Vereinen, die ebenfalls Mitglied werden können: 100 Euro.

Warnung vor Eigenleistung in der Kalkulation

Auf Anfrage eines Mitgliedes sagte Heiner Rennegarbe, dass Eigenleistung beim Umbau der Immenklause grundsätzlich möglich sei, dies aber aus Sicherheitsgründen nicht in die Baukosten mit einkalkuliert werde. Die Bezirksregierung habe vor Überforderung gewarnt, denn sonst drohe womöglich eine böse Überraschung. Würden die Gewerke nicht fachgerecht ausgeführt, habe der Verein ein Problem. »Sparen durch Eigenleistung ist ja immer gut, aber dafür mal eben 50.000 Euro ansetzen? Da sind dann aber viele Samstage fällig«, warnte Rennegarbe.

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