Sa., 19.10.2019

Junglandwirte protestieren mit Treckerkorso nach Minden 80 Schlepper auf der B 65

Mit etwa 80 Traktoren wollen die Junglandwirte, wie hier bei einer anderen Demo, von Lübbecke nach Minden fahren.

Mit etwa 80 Traktoren wollen die Junglandwirte, wie hier bei einer anderen Demo, von Lübbecke nach Minden fahren. Foto: dpa

Rahden/Stemwede/Lübbecke (WB/ni). Mit einem Konvoi von 80 Traktoren wollen Junglandwirte aus dem Kreis Minden-Lübbecke dagegen protestieren, dass sie nach eigenen Angaben bald vor dem Aus stehen, wenn die derzeitige Agrarpolitik so weitergeführt werde wie bisher.

Federführend bei der Aktion sind Junglandwirte aus Rahden, Stemwede und Hille.

»Wer könnte nicht nachvollziehen, dass vielen Landwirten der Kragen platzt? Sie stehen mit ihren Familien in der Kritik wie nie zuvor. Es scheint mittlerweile kein Problem mehr zu geben, an dem nicht die Landwirte schuld sein sollen. Ackerbau und Viehzucht werden als Grundübel der Gesellschaft angesehen«, schreibt Mirko Schmale, Junglandwirt aus Rahden.

Junge Bauern an den Rand gedrängt

Weil sich insbesondere junge Bauern missverstanden, an den Rand gedrängt und ausgegrenzt fühlten, wollten sie ihren Protest jetzt auf die Straße bringen.

Die Akteure aus dem Kreis Minden-Lübbecke werden am Dienstag, 22. Oktober, ab etwa 11 Uhr einen Schlepper-Korso quer durch den Kreis Minden-Lübbecke lenken. »Das Agrar-Paket der Bundesregierung, die Regelungen der nochmals verschärften Dünge-Verordnung und fehlende Planungssicherheit haben das Fass zum Überlaufen gebracht«, sagen die Organisatoren.

demo mit Polizei besprochen

Diese haben am Freitag Gespräche mit der Kreispolizeibehörde Minden geführt. Dabei ging es – nach Angaben von Polizeisprecher Ralf Steinmeyer – um die Genehmigung der Demo und mögliche Routen. Es habe das Planungsgespräch gegeben, »damit ein reibungsloser Verlauf der Demo gewährleistet ist«, sagte der Polizeisprecher. Die Polizei richte sich für einen Verkehrseinsatz ein, hieß es aus Minden.

Damit sich die Bevölkerung im Kreis Minden-Lübbecke auf eine möglicherweise erhöhte Verkehrsbelastung der befahrenen Straßen einstellen kann, wird die Route des Schlepper-Korsos mit etwa 80 Teilnehmern genannt:

Abfahrt ist in Lübbecke

»Start ist um etwa 11 Uhr in Lübbecke, dann erfolgt die Fahrt durch die Lübbecker Innenstadt, anschließend geht es Richtung Minden und nach einer Runde durch die Kreisstadt dann zurück auf die heimischen Betriebe. Auflösung des Korsos und Ende der Veranstaltung ist etwa um 15 Uhr«, heißt es in der Mitteilung der Junglandwirte.

Zum Hintergrund des Protestes: Nachdem sich die Facebook-Gruppe »Land schafft Verbindung« (landschafftverbindung.de) gebildet hat, der mittlerweile fast 15.000 Landwirte aus ganz Deutschland angehören, wird diese als Hauptveranstaltung, ebenfalls am 22. Oktober, einen Trecker-Konvoi nach Bonn zum Sitz des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durchführen.

Großveranstaltungen

Am selben Tag ist als regionale Veranstaltung der genannte Schlepper-Korso durch den Kreis Minden-Lübbecke geplant, »um die in ganz Deutschland stattfindenden Veranstaltungen zu unterstützen und mit der Politik ins Gespräch zu kommen«, schreibt Mirko Schmale, Sprecher der hiesigen Junglandwirte.

Dieser etwas »lautstärkere« Protest solle die Menschen in Minden-Lübbecke dafür sensibilisieren, dass viele landwirtschaftliche Betriebe und Höfe in ihrer Existenz bedroht sind und dass die Produktion regionaler Nahrungsmittel auf der Kippe steht. »Nur darum geht es am 22. Oktober«, sagen die Organisatoren.

Kommentare

Endlich!

Wir sollten aufsteh'n, aufeinander zugeh'n, voneinander lernen, miteinander umzugeh'n.
Alle.
Ich finde es gut, dass die Landwirte so auf die unfassbaren Zustände aufmerksam machen, die Europa und Globalisierung, Geiz-ist-geil-Mentalität und Egoismus möglich gemacht haben! Jeder und jede von uns haben einen Beitrag dazu geleistet. Es bringt uns nur weiter, wenn jeder und jede von uns Veränderungen zulässt, selbst weiterdenkt und das eigene Leben nachhaltig verändert. Das zieht Kreise!
Bio gibt es nur auf dem Bauernhof im Dorf! Bio gibts nicht in Massen. Kauf lokal.
Das Internet baut kein Obst und Gemüse an, baut keine Tierwohlfühlställe und mäht nicht die Wiesen...
Ich wünschte mir, dass die Landwirtschaft mehr Unterstützung erhielte statt Gegenwind.

1 Kommentare

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