Mit Pistole Herausgabe von Geld erzwungen – Polizei bittet um Hinweise
Polizei sucht Räuberin

Stemwede (weh). Es ist ein großer Schock für zwei Beschäftigten des K+K-Marktes in Wehdem gewesen: Am Mittwochabend, 4. Dezember, wartete eine maskierte Räuberin nach Geschäftsschluss am Hintereingang des Gebäudes an der Straße „Am Drieangel“ auf die Angestellten.

Donnerstag, 05.12.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 16:40 Uhr
Der K+K-Einkaufsmarkt in Stemwede-Wehdem. Hier hat die Täterin am Mittwochabend zwei Beschäftigten aufgelauert. Foto: Dieter Wehbrink
Der K+K-Einkaufsmarkt in Stemwede-Wehdem. Hier hat die Täterin am Mittwochabend zwei Beschäftigten aufgelauert. Foto: Dieter Wehbrink

„Als diese gegen 21.10 Uhr die Tür öffneten, wurden sie von der vermummten – und auffällig kleinen – Frau mit der Pistole bedroht und in die Büroräume zurückgedrängt“, teilt die Polizei Minden-Lübbecke mit. „Die Angestellten, 18 und 28 Jahre alt, mussten daraufhin den Tresor öffnen und das Geld aushändigten.“

Mit den Tageseinnahmen flüchtete die Täterin dann wieder durch den Hintereingang in unbekannte Richtung. Über die Höhe der Beute machten die Polizei und der Einkaufsmarkt keine Angaben.

Beschreiben konnten die K+K-Beschäftigten die Frau wie folgt: 40 bis 50 Jahre alt, etwa 160 cm groß, bekleidet mit schwarzer Kapuzenjacke und schwarzer Hose. Während des Überfalls hatte die Täterin die Kapuze über Kopf gezogen und ihr Gesicht mit einem schwarzen Tuch mit weißem Muster vermummt.

Tatort wohl vorher ausspioniert

Die Polizei sucht Zeugen, denen verdächtige Personen im Umfeld des Marktes aufgefallen sind. Auch Hinweise auf ein mögliches Fluchtfahrzeug werden unter Telefon 0571/88660 erbeten. „Es ist sehr außergewöhnlich, dass in solchen Fällen eine Frau die Täterin ist“, sagte Nils Schröder, Pressesprecher der Polizei Minden-Lübbecke. „Wir erhoffen uns auch deshalb wertvolle Hinweise, weil wir davon ausgehen, dass sich die Frau vorher genau vor Ort in Wehdem umgesehen hat. So wusste sie wohl genau, um welche Uhrzeit die Angestellten das Gebäude verlassen. Sie wusste auch, an welcher der Türen sie warten musste. Dies ist übrigens eine ganz klassische Vorgehensweise für solche Taten“, sagte Schröder.

Bis zum Redaktionsschluss dieser Zeitung lagen noch keine weiteren Erkenntnisse vor, wie diese Frau geflohen ist. Die Polizei interessiert sich unter anderem für ein mögliches Fluchtfahrzeug. „Dies könnte nicht nur ein Auto, sondern auch ein Fahrrad oder ein Roller gewesen sein“, sagte Schröder.

Suche im Nahbereich erfolglos

Die Polizei hatte nach dem Eingang des Alarmrufes sofort mehrere Einsatzfahrzeuge nach Wehdem geschickt. „Über die Anzahl geben wir aus taktischen Gründen nichts bekannt. Wir ziehen in solchen Fällen sofort mehrere Funkstreifenwagen zusammen, in diesem Fall auch von niedersächsischen Kollegen“, beschreibt Nils Schröder das Vorgehen.

Der Einsatz begann sofort mit dem Eingang des Telefonanrufs in der Leitstelle. „Sie fragte unter anderem nach, ob es Verletzte gab und wie die Täterbeschreibung lautet“, erläuterte Schröder. „Das alles wird sofort an die Funkstreifenwagen weitergegeben. Einer der Wagen fuhr direkt zum Tatort. Die anderen verteilten sich im Nahbereich, um nach der Täterin zu suchen.“ Die Nahbereichsfahndung blieb allerdings erfolglos.

Die genaue Tatort-Aufnahme erfolgte später durch die so genannte Kriminalwache. Bei Bedarf biete die Polizei auch eine Betreuung der oft geschockten Mitarbeiter an.

Einen Zusammenhang mit Überfällen auf andere Supermärkte der Region sieht die Polizei derzeit nicht.

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