Mo., 17.02.2020

Viele Teilnehmer beim Workshop des Förderkreises Dorfentwicklung Oppendorf Ein Heim für Wildbienen

Rund 20 Teilnehmer haben Spaß beim Workshop, den der Förderkreis Dorfgemeinschaft Oppendorf abgeboten hat.

Rund 20 Teilnehmer haben Spaß beim Workshop, den der Förderkreis Dorfgemeinschaft Oppendorf abgeboten hat. Foto: Heidrun Mühlke

Von Heidrun Mühlke

Stemwede (WB). Insektenhotels gibt es in Hülle und Fülle, in allen möglichen Varianten, große, kleine und für jeden Geldbeutel zu kaufen. Aber man kann solche Unterschlüpfe für Insekten auch selber bauen. Der Förderkreis Dorfentwicklung Oppendorf hat für Samstag zu einem Workshop eingeladen. Zur fachmännischen Unterstützung konnte Martin Boelk gewonnen werden.

„Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Menschen für die Natur zu sensibilisieren“, erklärte Marion Buck, Vorsitzende des Förderkreises. Darum entstand bei einer der Sitzungen die Idee für den Workshop, um eigenhändig einen Unterschlupf für Wildbienen zu bauen. Mit Martin Boelk hatten sie einen kompetenten Berater an ihrer Seite. Boelk beschäftigt sich schon seit vielen Jahren intensiv mit Wildbienen und Hummeln und weiß genau, was Hobbygärtner tun können, um diesen Insekten Nahrung- und Nistmöglichkeiten zu bieten.

„Nisthilfen sind eine gute Möglichkeit den Wildbienen Lebensraum zu schaffen“, erklärte Boelk. Die angebotenen fertigen Insektenhotels seien größtenteils ungeeignet. „Wer ein solches fertiges Hotel im Handel kauft, kann davon ausgehen, dass 99 Prozent der Löcher nicht besiedelt werden. Sie sind einfach verkehrt gebohrt“, weiß der Experte.

Dabei sei es gar nicht schwierig, es richtig zu machen. „Man muss nur wissen, wie!“, sagt Boelk. Am besten geeignet sind Hartholzblöcke, in die die Löcher gebohrt werden. „Aber nicht in die Stirnseite, sondern seitlich“, so Boelk, sonst könne das Holz splittern und die Bienen könnten sich beim Einflug an den Flügeln verletzen. „Darum ist es ganz wichtig, dass die Löcher so sauber wie möglich mit einem scharfen Bohrer gebohrt werden.“

Das gleiche gelte für die Röhrchen aus Schilf oder Bambus. „Am besten, man wässert die Stangen zunächst, um sie dann mit einer scharfen Schere an den entsprechenden Stellen abzuschneiden“, erklärt der Profi. Sobald beim Schneiden ein Riss entsteht, ist das Röhrchen nicht mehr zu gebrauchen. Die fertig zugeschnittenen Schilf- oder Bambusröhrchen in verschiedenen Längen werden dann in einen Ziegelstein eingebaut.

In die Röhrchen legen die Wildbienen je ein Ei zusammen mit einem Pollenvorrat ab. Dann verschließen sie die Kammern mit einem Mörtel aus Lehm und Speichel und richten so die Kinderstube ein. So lange, bis das Röhrchen voll ist. Die Larven ernähren sich von den Pollen und verpuppen sich. Im kommenden Jahr schlüpft daraus dann die nächste Wildbienen-Generation.

Zum Workshop gekommen war auch der achtjährige Paul Lange­lahn aus Haldem. Gemeinsam mit seinem kleinen Bruder Henry (vier Jahre) und Papa Thorsten machte er sich eifrig ans Werk und bestückte einen Ziegelstein mit den Schilfröhrchen. „Ich habe alle ganz sauber und ordentlich zugeschnitten, damit sich die Bienen nicht verletzen, wenn sie hineinkrabbeln“, erklärt Paul und freut sich, wenn es im Frühling im heimischen Garten ordentlich summt und brummt.

„Es sind natürlich nicht nur die Nisthilfen, mit denen wir den Bienen helfen“, sagt Boelk. Den Bienen fehle es an Nahrung. „Unsere Bienen brauchen heimische Pflanzen. Das ist das allerwichtigste.“ Verbannen sollte man die Kiesbeete aus den Siedlungen. Wenn von März bis Oktober stets etwas blüht und daneben ein „heimeliges Wohnhaus“ steht, dann fühlen sich die Bienen wohl.

„Ist das Hotel dann fertig sollte ein Küchendraht davor gespannt werden, als Schutz vor dem Specht, der sich gerne an dem komfortablen Nahrungsangebot bedient“, gab Boelk den fleißigen Handwerker mit auf den Weg.

Marion Buck und das Team vom Förderkreis Dorfentwicklung freu­ten sich, dass das Angebot so großes Interesse fand.

Etwa 20 Teilnehmer waren ins Betonwerk Haevescher nach Oppendorf gekommen, um dort zu bohren, zu sägen und zu hämmern. Dank sagte Marion Buck an Friedhelm und Doris Köster, die die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatten, dem Varler Sägewerk Weßler für das Sägen des Baumstammes. Den hatten Dieter und Annegret Priesmeier aus Oppendorf für den Workshop zur Verfügung gestellt.

Und weil das Werkeln hungrig und durstig macht, hatte der Förderkreis Kaffee und Kuchen sowie Kaltgetränke zur Verfügung gestellt.

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