Mi., 19.02.2020

Spielmannszug Reiningen-Dielingen wieder beim Kölner Karneval dabei Beim Umzug herrscht Alkoholverbot

Dank der blau-gelben Matrosenkostüme wird der Spielmannszug Reiningen-Dielingen im Rosenmontagszug in Köln auffallen.

Dank der blau-gelben Matrosenkostüme wird der Spielmannszug Reiningen-Dielingen im Rosenmontagszug in Köln auffallen. Foto: Heidrun Mühlke

Von Heidrun Mühlke

Stemwede WB). „Viva Colonia“ oder „Schenk mir dein Herz“ diese Karnevalshits gehören zum eingespielten Repertoire für den Spielmannszug Reiningen-Dielingen. Auch in diesem Jahr machen sich die Spielleute auf, um beim Kölner Karneval am Sonntag und am Rosenmontag dabei zu sein.

„Insgesamt fahren 35 Musiker aus unserem Spielmannszug und befreundeten Vereinen mit“, erklärt Dennis Schürmann, zweiter Vorsitzender des Spielmannszuges Reiningen-Dielingen und Verantwortlicher für die Aktion. Das Motto für die Kölner Karnevalssession lautet in diesem Jahr: „Et Hätz schleiht em Veedel“ in Hochdeutsch: „Das Herz schlägt im Stadtviertel“.

Diesmal haben sich die hiesigen Musiker in blau-gelbe Matrosenkostüme gehüllt und so laufen sie am Sonntag mit dem Startplatz eins an der Zugspitze. „Dann sind wir ganz vorne mit dabei“, freut sich Schürmann. Für Rosenmontag sei der Startplatz noch nicht bekannt. Damit alles klappt, haben die Spielleute fleißig die Lieder eingeübt - das Marschieren im Gleichschritt klappt sowieso. „Das ist nichts anderes als bei den Umzügen von den Schützenfesten“, so Schürmann.

Beurlaubungstag in der Schule

Zum ersten Mal dabei sind in diesem Jahr die 14-jährige Emmi Steiner, Carla Mücke (17), Lena Nelles (22) und Pia-Loreen Dunkel (18), alle kommen aus Osnabrück und spielen dort im Spielmannszug Osnabrück-Haste. Für die Schülerinnen unter den Musikern gibt es auf Antrag am Rosenmontag einen Beurlaubungstag in der Schule.

Beim Umzug in Köln selbst herrsche absolutes Alkoholverbot. „Das wird auch penibel kontrolliert“, weiß Schürmann. Alle paar 100 Meter seien Streckenposten aufgebaut, die ein wachsames Auge auf den Alkoholkonsum hätten. Das hieße natürlich nicht, dass die Spielleute während ihrer Tour völlig abstinent blieben. „Aber erst nach den Umzügen gönnen wir uns den einen oder anderen Schluck“, erklärt der zweite Vorsitzende.

Wobei die Älteren im Verein am Abend nicht mehr so wild durch die Kneipen zögen wie die Jüngeren. „Letztere lassen es schon ordentlich krachen“, sagt Schürmann. Viele der Älteren zögen sich nach dem gemeinsamen Abendessen zurück in ihre Zimmer in der Jugendherberge. Schließlich sei der Marsch auch anstrengend und immerhin siebeneinhalb Kilometer lang.

Horst Pöttker (83) ist ältester Teilnehmer

Schon oftmals habe man unterwegs Prominente und etliche Politiker gesehen. Auch Fußballspieler des 1. FC Köln sind zu entdecken. Schwierig sei es allerdings, unterwegs zu flirten. „Da zwinkert man schon mal den Zuschauern am Rande zu, aber in dem Gewühl hat man keine Chance, irgendwelche netten Leute wiederzufinden“, wussten die Spielleute zu berichten.

Der älteste Teilnehmer aus den Reihen des hiesigen Spielmannszuges ist Horst Pöttker. Der 83-Jährige genießt seit jeher die gesellige Fahrt nach Köln. „Das macht einfach Spaß“, sagt er. Pöttker spielt im Zug die Lyra und die wiegt siebeneinhalb Kilogramm. Trotzdem ist der rüstige Senior Jahr für Jahr dabei.

„Einmal war es besonders anstrengend“, plaudert er aus dem Nähkästchen. Es sei schon viele Jahre her, als sie mit Affenkostümen beim Rosenmontagszug mitliefen. „Die sahen toll aus, aber als es anfing zu regnen wurden die Kostüme nass. Sie waren sie höllisch schwer“, sagt Pöttker.

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