Sa., 22.02.2020

Bürgermeister wird als Kandidat für nächste Amtsperiode nominiert – Ausblick CDU Stemwede setzt auf Kai Abruszat

CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Andreas Weingärtner gratuliert Kai Abruszat (links) zur Wahl des Bürgermeisterkandidaten. Darüber freut sich auch CDU-Kreisvorsitzender Dr. Oliver Vogt, der die Wahl im Ilweder Hof leitete.

CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Andreas Weingärtner gratuliert Kai Abruszat (links) zur Wahl des Bürgermeisterkandidaten. Darüber freut sich auch CDU-Kreisvorsitzender Dr. Oliver Vogt, der die Wahl im Ilweder Hof leitete. Foto: Dieter Wehbrink

Von Dieter Wehbrink

Stemwede (WB). Mit 36 Ja-Stimmen und nur zwei Nein-Stimmen hat der CDU-Gemeindeverband Stemwede unter Wahlleitung des Kreisvorsitzenden Dr. Oliver Vogt Stemwedes Verwaltungschef Kai Abruszat erneut als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl aufgestellt. Abruszat, er ist FDP-Mitglied, zeigte sich bewegt: „Es ist ein großartiger Vertrauensbeweis, wenn man von einer Partei, der man nicht angehört, mit dieser großen Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen bekommt.“

Zuvor hatten die Mitglieder die Bewerbungsrede von Kai Abruszat mehrfach mit Applaus unterbrochen. Unter den Zuhörern waren als Gäste auch Mitglieder des FDP-Ortsvereins Stemwede.

„Sorgen und Nöte aufnehmen“

Abruszat ging auf die Veränderung der Parteienlandschaft in Deutschland ein: „Wir haben in Stemwede keinen Bedarf an neuen politischen Kräften im Gemeinderat.“ Man dürfe sich nicht darüber beklagen, dass es neue politische Wettbewerber gebe: „Man muss stattdessen die Sorgen und Nöte der Menschen aufnehmen und selbst dafür sorgen, dass es bei uns in Stemwede keinen Nährboden für extreme Parteien, für Gruppierungen am rechten und linken Rand gibt“, sagte Abruszat unter starkem Applaus.

Stemwede habe allen Grund dazu, zufrieden zu sein und mit Optimismus in die Zukunft zu schauen. Der Bürgermeister beleuchtete die aktuelle Situation und zeigte Perspektiven auf. „Der Kreis Minden-Lübbecke ist für Stemwede eigentlich ein ganz wichtiger Partner – etwa in Fragen der Baugenehmigungen, der Jugendhilfe. Aber manchmal auch ein schwieriger Partner“, sagte Abruszat. „Das Geld, das die Stemweder Unternehmen an Gewerbesteuer an die Gemeindekasse abführen; das Geld, das die Grundstückseigentümer bei der Grundsteuer B an die Gemeinde zu zahlen haben und das Geld, das die Landwirte bei der Grundsteuer A an die Gemeindekasse überweisen, reicht aktuell gerade so aus, um das zu bezahlen, was an Kreisumlage nach Minden abgefordert wird.“

„Förderkulissen beobachten“

Deswegen sei es umso wichtiger, weitere alternative Finanzierungsquellen zu erschließen, Förderkulissen zu beobachten, zu „netzwerken“ und dafür zu sorgen, dass Fördergelder auch nach Stemwede gelangten. „Dafür möchte ich einen noch stärkeren Beitrag leisten“, sagte Abruszat.

Er ging auch auf die Stemweder-Berg-Schule ein, in der die Gemeinde weit vor anderen Kommunen die Digitalisierung des Unterrichts auf den Weg gebracht habe. Es sei unverzichtbar, der nachfolgenden Generation die bestmögliche Bildung zu bieten, damit sie später von den heimischen Unternehmen als wertvolle Mitarbeiter nachgefragt würden. „Diese kommunale Bildungspolitik wird ein wesentlicher Baustein der kommenden Wahlperiode sein“, meinte der Bürgermeister. „Zur Weiterentwicklung des Schulstandorts Wehdem müssen wir in den nächsten Jahren Konzepte erstellen und Geld in die Hand nehmen, wenn wir im Vergleich mit anderen Kommunen wettbewerbsfähig bleiben wollen.“

Das Thema Bildung fange in den Kindertagesstätten an: „Wir müssen noch stärker darauf achten, dass wir eine Betreuungskette von 0 bis etwa 16 Jahre garantierten.“ Eltern bräuchten eine verlässliche Betreuung der Kinder, und zudem fordere dies auch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung.

„Kontinuierlich gut gearbeitet“

Stemwede habe in den vergangenen Jahren von einer guten Konjunktur und guten Gewerbesteuereinnahmen profitiert, sagte Abruszat. „Zu Beginn der Wahlperiode war die Ausgleichsrücklage aufgezehrt. Jetzt ist sie auf Rekordniveau angestiegen, trotz vieler Investitionen. Ein Beleg dafür, dass Rat und Verwaltung, auch unter Mitwirken der CDU, kontinuierlich gut gearbeitet haben.“

Abruszat betonte, er werde oft gefragt, warum er so gerne Bürgermeister in Stemwede sei. „Der Stemweder an sich ist ein ganz besonders liebenswerter Menschenschlag“, sagte Abruszat. „Verlässlich und zupackend, nicht zaudernd, sondern nach vorne gewandt. Er kann auch feiern – mein Königstitel in Wehdem hat mir das vor Augen geführt. Der Stemweder ist verantwortungsbewusst für seinen Ortsteil und sein Dorf. Es gibt keine Kommune im Kreis, in der sich die Menschen derart stark mit ihrem Dorf identifizieren“, sagte Abruszat und fügte scherzend hinzu: „Und sie achten genau darauf, was im anderen Dorf gerade los ist.“

Das habe er aber nie als Problem gesehen, sondern immer als Chance. „Wettbewerb unter den Ortsteilen führt zu richtig guten Ergebnissen. Es kommt nicht von ungefähr, dass wir bei der Feuerwehr, im Sport, in der Kultur, im Bereich der landwirtschaftlichen Ortsverbände, im Gewerbeverein und in vielen anderen Bereichen die höchste Ehrenamtsdichte weit und breit haben. Die Menschen packen hier an.“

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