Forstbetriebsverband Haldem/Arrenkamp begutachtet Gehölz im Stemweder Berg
Viele Borkenkäfer und sinkende Preise

Stemwede-Haldem (WB). Schädlinge, Hitzerekorde und Jahrhundertstürme – wie steht es um den Wald? Um darüber aufzuklären hat der Forstbetriebsverband Haldem/Arrenkamp Mitglieder und Interessierte zur traditionellen Waldbegehung im Stemweder Berg noch vor der Corona-Krise eingeladen.

Dienstag, 24.03.2020, 09:00 Uhr
Förster Norbert Schmelz (rechts) zeigt den Interessierten bei der Wanderung im Stemweder Berg einen Borkenkäfer. Neben den vergangenen beiden heißen Sommern richten vor allem die Borkenkäfer große Schäden an. Foto: Heidrun Mühlke
Förster Norbert Schmelz (rechts) zeigt den Interessierten bei der Wanderung im Stemweder Berg einen Borkenkäfer. Neben den vergangenen beiden heißen Sommern richten vor allem die Borkenkäfer große Schäden an. Foto: Heidrun Mühlke

Mit Forstoberinspektor Norbert Schmelz hatten sich die Organisatoren einen Experten dazu geholt. Gemeinsam brachen die Teilnehmer zu einer Exkursion durch das Waldgebiet auf. Buchen und Fichten sind zwar vorrangig im Forst des Stemweder Berges zu finden, es gibt aber rund 20 verschiedene Baumarten die in der Waldfläche wachsen. Gut zehn Quadratkilometer umfasst die geschlossene bewaldete Fläche des kleinsten deutschen Mittelgebirges, davon befinden sich rund zwei Drittel in Nordrhein-Westfalen und ein Drittel in Niedersachsen.

Vorsitzender Ferdinand Uetrecht (von rechts) begutachtet mit Hans Möller-Nolting und Friedhelm Kohlwes ein Rindenstück.

Vorsitzender Ferdinand Uetrecht (von rechts) begutachtet mit Hans Möller-Nolting und Friedhelm Kohlwes ein Rindenstück. Foto: Heidrun Mühlke

Etliche Festmeter Holz werden alljährlich geerntet und aus dem Stemwederberggebiet abgefahren. Aber der Zustand der Bäume treibt den Waldbesitzern Sorgenfalten auf die Stirn. „Der Borkenkäfer hat überall seine Spuren hinterlassen und den Wald extrem geschädigt. Der Zustand der Bäume ist dramatisch“, wusste Ferdinand Uetrecht, Vorsitzender des Forstbetriebsverbands Haldem/Arrenkamp. Der Borkenkäfer habe sich extrem vermehrt. Unter der Baumrinde würden die Käfer Gänge anlegen, um darin zu brüten. Sie entziehen dem Baum die Grundlage, weil sie den Saftstrom im Baumstamm unterbrechen und der Baum stirbt.

Betroffene Bäume müssen gefällt werden

Die von Borkenkäfern befallenen Bäume müssten gefällt werden, erklärte der Fachmann. Der Borkenkäfer gelte in der Forstwirtschaft als einer der gefährlichsten Schädlinge. Ist von ihm die Rede, so sei in den meisten Fällen der Buchdrucker oder der Kupferstecher gemeint. Während der etwa fünf Millimeter große Buchdrucker im unteren Stammbereichen wüte, treibe der nur halb so große Kupferstecher in der Krone sein Unwesen, berichtete Schmelz.

Die Waldbauern des Forstbetriebsverbandes Haldem/Arrenkamp richten ihren Blick bei der Waldbegehung auf den Baumbestand.

Die Waldbauern des Forstbetriebsverbandes Haldem/Arrenkamp richten ihren Blick bei der Waldbegehung auf den Baumbestand. Foto: Heidrun Mühlke

Normalerweise können sich gesunde Bäume gegen die Schädlinge wehren, indem sie Harz abgeben, worin die Käfer stecken bleiben. Ist die Vermehrung der Käfer aber massenhaft, kann der Baum mit der Harzproduktion nicht nachkommen und der Käfer hat leichtes Werk. Auf diese Weise können binnen kurzer Zeit ganze Waldgebiete betroffen sein. Außerdem schwächt der von den Hitzerekorden im Sommer ausgedörrte Boden die Immunabwehr der Bäume und die Käfer können ungehindert eindringen. „Dem Borkenkäfer hatten sie deshalb kaum etwas entgegenzusetzen“, wussten die Teilnehmer.

Hinzu komme, dass durch den milden Winter viele Generationen überleben würden. Zwar könne das Holz noch verwendet werden, sagen die Waldbauern, aber es sei zu viel Holz auf dem Markt. „Durch das Überangebot sinken die Holzpreise“, erklärte Ortsheimatpfleger Hans Möller-Nolting. Die Preise, die man erzielen könne, hätten sich fast halbiert, beschrieb er bei der Wanderung im Stemweder Berg die derzeitig schwierige Lage der Waldbesitzer.

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