„Auf Regen folgt Sonnenschein“: Aktion der Kita Oppenwehe stößt auf viel Resonanz
Rührende Kinderbriefe machen Mut

Stemwede (WB/krü). Wenn Heike Krüger morgens zum Kindergarten Oppenwehe fährt, dann arbeitet sie wegen der Corona-Krise allein. Niemand ist da. Keine Kinder, keine Kolleginnen. „Das ist schon ein komisches Gefühl“, sagt die 55-jährige Erzieherin.

Mittwoch, 15.04.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.04.2020, 14:46 Uhr
Jooske aus dem Kindergarten Oppenwehe muss auch zuhause bleiben. Sie schickt hier einen mit Hilfe der Eltern verfassten Brief an ihre Kita. Die Briefe sind rührend und machen auch Mut. Foto:
Jooske aus dem Kindergarten Oppenwehe muss auch zuhause bleiben. Sie schickt hier einen mit Hilfe der Eltern verfassten Brief an ihre Kita. Die Briefe sind rührend und machen auch Mut.

Doch seit ein paar Tagen fährt sie wieder mit wesentlich mehr Freude zur Arbeit, denn im Briefkasten könnte neue Post liegen. Post von den 62 Kindern. Sich Briefe zu schreiben war ihre Idee. Deshalb ging Heike Krüger auch mit gutem Beispiel voran und verfasste den ersten Brief. „Ich habe zum Beispiel geschrieben, dass unsere Kinder nach Hause kommen und dass wir zusammen kochen werden“, verrät die Leiterin der evangelischen Tageseinrichtung für Kinder in Oppenwehe.

„Das ist überwältigend”

Sozusagen als Hausaufgabe bekam dann das gesamte Team mit auf den Weg, ebenfalls einen persönlichen Brief zu schreiben, wie es zu Hause ist – so ganz ohne Kindergarten. Die große Hoffnung von Heike Krüger war, dass der Funke auf die Kinder und deren Familien überspringt und auch sie Briefe schreiben oder etwas malen werden. Und so kam es auch. Immer mehr Briefe trudeln seitdem ein, manchmal per E-Mail, manchmal aber auch direkt eingeworfen in den Briefkasten.

„Papa darf zur Arbeit fahren”

Das ist überwältigend“, sagt Heike Krüger. So schreibt zum Beispiel die zweijährige Emilie: „Mein Bruder Philip und meine Mama sind auch zu Hause. Mein Papa darf weiterhin zu Arbeit fahren.“ Und Jooske, die ihren Familienbrief persönlich am Kindergarten Oppenwehe eingeworfen hat, schickt einen ausgemalten Regenbogen. „Mama sagt: als Symbol, dass alles wieder gut wird, denn nach Regen kommt Sonnenschein. Sonst gibt es keinen Regenbogen.“

Und damit jeder etwas davon hat, stellt Heike Krügers Kollegin Gabi Spreen die Briefe online. „Wir haben seit einiger Zeit eine neue Homepage, die wir selber pflegen. Da bot es sich einfach an, die Briefe zu veröffentlichen“, sagt Heike Krüger und bedankt sich bei den Eltern für die Unterstützung und Einwilligung. „Kindergarten Post“ heißt die Rubrik auf der Internetseite www.kindergarten-oppenwehe.de.

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