Arbeitseinsatz: Porsche-Mähbalken und Heuharke leisten nützliche Dienste
So gelingt Blühstreifenpflege

Stemwede (WB/weh). Es war Ende März 2019, als Arrenkamper Kinder und Erwachsene nahe der Schützenhalle fünf Traubeneichen gepflanzt und einen fünf Meter breiten und 50 Meter langen Streifen der „Stemweder Blühsaum-Mischung“ ausgesät hatten.

Donnerstag, 16.04.2020, 07:00 Uhr
Der Porsche-Oldtimer-Traktor von Beate Brandt aus Arrenkamp verfügt über ein Balkenmähwerk, dass sich hervorragend zum schonenden Abmähen des Blühstreifens eignete. Foto: Uetrecht
Der Porsche-Oldtimer-Traktor von Beate Brandt aus Arrenkamp verfügt über ein Balkenmähwerk, dass sich hervorragend zum schonenden Abmähen des Blühstreifens eignete. Foto: Uetrecht

Trotz des sehr trockenen Frühjahrs und Sommers gab es viele Blüten bis in den Herbst. Die Eichenbäume versorgte Landwirt Gerhard Uetrecht wöchentlich mit Wasser, so dass sie anwachsen konnten. Die robusten Wildpflanzen wurden nicht gewässert. Im vergangenen Winter sind Gräser besonders gut gewachsen und bedecken optisch scheinbar die gesamte Fläche. Die Blütenpflanzen hingegen waren in der kalten Jahreszeit kaum mehr zu sehen.

„Arbeiten sind äußerst wichtig”

Jetzt gab es mit dem Beginn des Frühjahrs einen Pflegeeinsatz auf der Wiese. Mathis Lemke, Junglandwirt aus Arrenkamp, mähte mit dem alten Porsche-Traktor der Familie Brandt und dem Mähbalken alles ab. Danach war Handarbeit angesagt. Mit der Heuharke trug Arrenkamps Ortsheimatpflegerin Dr. Inge Uetrecht das Gras und die Blütenstiele vom letzten Jahr drei Tage später zusammen. Die benachbarte Ackerfläche war noch nicht bestellt, so dass der Grasschnitt auf dem Acker verteilt werden konnte. „Diese Arbeiten sind für alle Einsaaten mit dauerhaften Blühmischungen – wie dem Stemweder Blühsaum – äußerst wichtig“, betont Inge Uetrecht. „Nach dem Abharken wurden die Rosetten der überwinternden Blühpflanzen sichtbar. Lichtnelken, Ferkelkraut, Natternkopf und viele andere haben nun wieder Raum und Licht für ein gutes Gedeihen im Sommer erhalten.“ Sowohl Lemke als auch Uetrecht waren am Blühstreifen in Zeiten der Corona-Krise ausschließlich alleine tätig.

Schutz von Insekten

Immer mehr Stemweder haben im vergangenen Jahr dank der Initiative der Ortsheimatpfleger und der Gemeinde Stemwede Blühstreifen für den Natur- und Insektenschutz angelegt. Für die nachhaltige Pflege ist etwas Wissen erforderlich. So rät Inge Uetrecht dazu, die Streifen keinesfalls mit dem Rasenmäher zu mähen. „Diese Geräte arbeiten meistens mit rotierenden Schlegeln, die das Schnittgut kurz schlagen und es im gleichen Arbeitsgang absaugen. Das Schnittgut landet mit allen Kleintieren und Insekten im Auffangbeutel“, sagt die Pflanzenexpertin. „Die Blühstreifen sollen dem Schutz der Kleinstlebewesen, insbesondere der Insekten, dienen, weshalb wir Stemweder Heimatpfleger auf diese bequeme Arbeitsweise verzichten wollen. Viele der Blühflächen, die im vergangenen Jahr eingesät wurden, haben nur wenig Pflanzenmasse entwickelt, so dass es vielerorts ausreicht, wenn die alten Blütenstiele abgebrochen und aufgesammelt werden.“

Geduld ist angesagt

Wichtig sei auch, dass trockenes Laub und „Unkräuter“ wie die Vogelmiere oder Brennnesseln entfernt würden, betont Uetrecht. „In diesem Jahr werden noch etliche Samen keimen, die infolge der Trockenheit ‚abgewartet‘ haben. Einige Wildpflanzen keimen erst nach kalten Wintertagen. Bei solchen Blühstreifen ist deshalb Geduld angesagt.“ Die Blühflächen an der Stemweder-Berg-Schule und in Arrenkamp am Raidehnsweg waren im vergangenen Jahr nicht gemäht worden. Doch jetzt führten Reinhard Holle und sein Mitarbeiterteam die Mäharbeiten mit ihren Maschinen aus. „Alle weiteren Flächen, die im Spätsommer gemäht und abgeräumt wurden, können ohne weiteres Zutun in das aktuelle Frühjahr hineinwachsen“, sagt Uetrecht.

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