Wolfhard Ristau aus Bohmte stellt seltenes Beatles-Album vor
Bei „Bares für Rares“: 150 Euro waren ihm zu wenig

Stemwde/Bohmte(WB). Wer kennt sie nicht? Die TV-Trödel-Verkaufsshow „Bares für Rares“ erfreut sich großer Beliebtheit, und täglich schalten Millionen Deutsche den Fernseher ein, um zu erfahren, ob ein kleiner oder großer Schatz den Besitzer wechselt und ordentlich Bares für den Kandidaten einbringt. Einen seiner Schätze hat auch Wolfhard Ristau aus Bohmte noch vor der Zuspitzung der Corona-Krise in der Fernsehsendung präsentiert.

Dienstag, 21.04.2020, 08:00 Uhr
Wolfhard Ristau ist überzeugt davon, dass das weiße Album der Beatles mindestens 2000 Euro wert ist. Der Experte in der ZDF-Fernsehsendung „Bares für Rares“ war da allerdings anderer Meinung. Nur 100 bis 150 Euro soll die Platte wert sein. Foto: Heidrun Mühlke
Wolfhard Ristau ist überzeugt davon, dass das weiße Album der Beatles mindestens 2000 Euro wert ist. Der Experte in der ZDF-Fernsehsendung „Bares für Rares“ war da allerdings anderer Meinung. Nur 100 bis 150 Euro soll die Platte wert sein. Foto: Heidrun Mühlke

Mitgebracht hatte er ein Schmuckstück aus seiner Schallplattensammlung: das weiße Album der Beatles. „Dies gilt nach 50 Jahren nicht nur als Meilenstein der Rockgeschichte, sondern wird auch als Kunstobjekt gehandelt“, weiß Ristau.

Aufzeichnung war bereits im November

Der Bohmter zählt seinen Angaben zufolge zu den ersten Discjockeys der deutschen Musikszene und tingelte Anfang der 1960er-Jahre durch die Diskotheken und legte Schallplatten auf. Aus dieser Zeit stammen etliche Alben, die teilweise sogar noch unbespielt sind – wie eben besagtes Album der Beatles. „Darum werden die Schallplatten nur mit Handschuhen angefasst“, erklärt Wolfhard Ristau.

So soll Wolfhard Ristau in den sechziger Jahren ausgesehen haben, als er als Discjockey durch die Diskotheken tingelte.

So soll Wolfhard Ristau in den sechziger Jahren ausgesehen haben, als er als Discjockey durch die Diskotheken tingelte. Foto: Heidrun Mühlke

Grund genug für ihn, sich bei der Fernsehsendung „Bares für Rares“ zu bewerben, um sein Schätzchen Horst Lichter sowie dem Experten Detlev Kümmel vorzustellen. Schon im zurückliegenden Jahr im Januar hatte sich Ristau beim ZDF als Kandidat für die Show beworben. „Ich musste mein Angebot genau vorstellen, einen Fragebogen ausfüllen und Fotos vom Album einreichen“, erinnert sich der Bohmter. Im Herbst kam dann die Einladung ins Aufnahmestudio nach Köln.

„Am 11. November wurde die Sendung aufgezeichnet“, berichtet er weiter. Mit seiner Langspielplatte unter dem Arm ging es dann ins Pulheimer Walzwerk. „Allein diese Szene wurde zehnmal gedreht“, sagt Ristau, der zuvor angewiesen war, zum Drehtag nichts Kariertes oder wild Gemustertes anzuziehen. „Es gibt genaue Vorgaben für die Kleidung“, erzählt der 75-Jährige. Zu bunt dürfe es auch nicht sein, und seine mehrfarbige Krawatte durfte er erst nach kurzer Diskussion umbehalten. Nachdem dann auch der Maskenbildner Hand angelegt hatte, ging es ins Aufnahmestudio.

Experte bietet nicht den Wunschpreis

„Wolfhard, welch ein ausgefallener Name“, begrüßte ihn Horst Lichter gut gelaunt, als Ristau sein Album präsentierte und dem Experten Detlev Kümmel vorlegte. Wie hoch denn sein Wunschpreis wäre, fragte Lichter, und Ristau nannte mindestens 2000 Euro. Schließlich wusste er, dass das Album als Kunstobjekt gehandelt und bei einer Auktion in den USA für 20.000 Dollar versteigert wurde.

Ob sein Sammlerstück auch wirklich so viel wert ist? „Detlef Kümmel schaute sich zunächst das Cover sowie die Schallplatte selbst genau an“, erinnert sich Ristau, bemängelte aber den Zustand des Covers, das angeblich vergilbt sei und suchte nach Seriennummern. Die Schätzung des Experten: „100 bis 150 Euro!“ Den Schock musste Ristau erst mal verdauen und entschied sich, die Händlerkarte von Horst Lichter nicht entgegenzunehmen und somit auch nicht zu den Händlern zu gehen, um die Platte zu verkaufen. Er fuhr mitsamt seines Sammlerstückes wieder nach Hause.

„Ich werde das Album jetzt noch einmal von einem Fachmann in England prüfen und den Wert schätzen lassen“, erklärt Ristau jetzt, wieder zu Hause in Bohmte: „Ich war wirklich enttäuscht, denn ich hatte ja eine ganz andere Vorstellung.“ Sogar ein Bekannter hätte ihm schon 1000 Euro dafür geboten, meint der 75-Jährige. Unter Wert wolle er die Rarität auf keinen Fall verkaufen, schließlich könne er sie auch seiner Tochter vererben.

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