Kirche, Rathaus, Theater, Gießerei und Windmühle erglühen als flammender Appell
„Alarmstufe Rot“ für Veranstalter

Stemwede/Espelkamp (WB). Keine Veranstaltung – keine Veranstaltungstechnik, so einfach ist die Rechnung seit über drei Monaten in den Journalen der Veranstaltungsbranche. Genau die Leute, die bisher mit ihrer Arbeit im Hintergrund jegliche Feste, Konzerte, Messen und Festivals überhaupt erst möglich gemacht haben, blicken unübersehbar extrem düster in die geschäftliche Zukunft.

Mittwoch, 24.06.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 05:02 Uhr
In der lauen Sommernacht verbreitet das rote Leverner Kirchlein ein beinahe mediterranes Flair. Foto: Peter Götz
In der lauen Sommernacht verbreitet das rote Leverner Kirchlein ein beinahe mediterranes Flair. Foto: Peter Götz

Auch Stemwede hat einige Betriebe im Veranstaltungssegment aufzuweisen, so zögerten die Verantwortlichen in Kirche und Rathaus nicht lange und erteilten den offiziellen „Segen“ für die Leverner Ausgabe der „Night Of Light“.

Treibfeder dahinter sind Friedrich Horst (F.H. Eventsupport), Guido Niestrath (LSM), der die Gießerei in Espelkamp erleuchtete, Thorben Spreen, der in Wagenfeld installierte, und Marlon Lorenz, der das Neue Theater in Espelkamp ins rote Licht rückte.

Aufmerksamkeit der Bürger und der Politik erreichen

„Gerade die malerische Kulisse bietet durch den ungewöhnlichen Kontrast eine gute Fläche, um die Dringlichkeit des Appells zu verdeutlichen“, erläutert Friedrich Horst die Wahl der illuminierten Objekte im historischen Leverner Ortskern.

Erreichen wollen die Initiatoren der bundesweiten Aktion vor allem die Aufmerksamkeit aller Mitbürger und ganz besonders die Aufmerksamkeit der Politik, verbunden mit der Forderung nach einem Branchendialog, um einen gemeinsamen Weg aus der Krise beziehungsweise eine Strategie gegen die drohende Insolvenzwelle in der Veranstaltungswirtschaft zu finden. Große Lobbyisten wie die Auto-, Technologie- oder Bankenbranche haben erfahrungsgemäß wenig Probleme sich in Berlin oder Brüssel Gehör zu verschaffen, anders als die vielfältigen Gewerbe und Dienstleistungen im Event-Bereich, die nicht zentral organisiert sind.

Also griff man eben in der Nacht von Montag auf Dienstag auf Bordmittel zurück und machte mit 95.000 Lumen, was der Helligkeit von beinahe 8000 Kerzen entspricht, deutlich sichtbar per Lichtinstallation auf sich aufmerksam. So manche Leverner brachen zu einem späten Spaziergang in der angenehmen lauen Nachtluft in den Ortskern auf und bewunderten die rundherum rot erleuchtete Stiftskirche in kleinen Grüppchen. Richtiger „Hochbetrieb“ herrschte dann gegen 22.30 Uhr als ungefähr 80 Personen in sommernächtlicher Präsenz für ein mediterran anmutendes Szenario sorgten.

Auf die Probleme der Branche hinweisen

Auch die Leverner Mühle bot einen imposanten Anblick und war wohl zur nächtlichen Stunde das meistfotografierte Objekt weit und breit. Ein toller Erfolg für Friedrich Horst und sein Team, die selbstverständlich auch dafür Sorge trugen, dass am nächsten Morgen alle Kabel, Verteiler und Lampen wieder gut verpackt bis zum nächsten Einsatz ihren Platz im Lastwagen fanden und alle Spuren der nächtlichen Aktion professionell beseitigten.

Für die Zuschauer war das jedenfalls eine sehenswerte Aktion und ein durchaus ansprechendes und probates Mittel der Veranstalter, so auf die Probleme der Branche aufmerksam zu machen.

Der heimische Event- und Messedienstleister LSM GmbH aus Stemwede spürt die Restriktionen der Corona-Pandemie bereits seit Ende Februar. Der europaweit tätige Betrieb beschäftigt fast 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Alten Gießerei übernimmt LSM seit vielen Jahren das Veranstaltungsmanagement. Mitarbeiter Mike Möller: „Im Veranstaltungsbereich freuen wir uns mittlerweile schon, wenn ein Kunde zwei Pagodenzelte für eine Gartenparty und im Catering 50 Teller bei uns bestellt.“

Stefan Walkenhorst von „Team-Production“ am Neuen Theater ergänzte allerdings: „Bis September ist alles abgesagt. Wir müssen unser Geld eigentlich genau vom Frühjahr bis Herbst verdienen, um dann über den Winter zu kommen. Das klappt dieses Jahr nicht.“

Kommentare

Stefan Walkenhorst  schrieb: 24.06.2020 08:20
Falsch
Hallo,
Nicht ein Marlon Lorenz hat das Neue Theater in Espelkamp beleuchtet,
sondern Stefan Walkenhorst von teamproduction veranstaltungstechnik
aus Espelkamp Isenstedt

MfG
Stefan Walkenhorst
1 Kommentare
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