Gefördert von zwei Bundesländern: 13 Exemplare und ein Spektiv übergeben
Naturparkschule freut sich über Ferngläser

Stemwede (WB/weh). Dass der Termin zur Übergabe von 13 Ferngläsern und einem Spektiv an die Stemweder-Berg-Schule erfolgen sollte, war in Wehdem seit Februar bekannt. Doch dann verhinderte Corona den Termin.

Dienstag, 07.07.2020, 12:00 Uhr
Da staunte dieser Schüler, wie nahe das Fernglas die entferntere Natur optisch herbeiholen kann. Foto:
Da staunte dieser Schüler, wie nahe das Fernglas die entferntere Natur optisch herbeiholen kann.

Jetzt trafen sich aber Vertreter des Vereins Naturpark Dümmer und der Schule im Konferenzraum am Wehdemer Life House. Die Schulleiterin Heike Hachmann, ihr Lehrerkollege Ulrich Nimbs, der leitend für die didaktische Arbeit an der Sekundarschule verantwortlich zeichnet, sowie Biologie- und Physiklehrer Thomas Pund, Waltraud Holtkamp vom Team des Life House, Rita Rothenstein (Vertreterin der Bezirksregierung Detmold) und Uta Lansing als Naturprojekt-Mitarbeiterin der Umwelt- und Naturschutzvereinigung Dümmer (NUVD) freuten sich über die von den Ländern Niedersachsen und NRW finanzierten Ferngläser. „Damit sehen die Schüler Dinge, die zwar weit entfernt sind, begreifen sie aber so besser“, betonte Heike Hachmann. Den Status Naturpark-Schule habe die Wehdemer Einrichtung schließlich schon seit 2017.

Jeder Schüler hat ein I-Pad

Für die Sekundarschuldirektorin ist diese Art von Zusammenarbeit „Synonym für den Erfolg der gekonnten Verbindung von nachhaltiger Schule und Digitalisierung“. Die Stemweder-Berg-Schule trägt auch den Titel „Schule der Zukunft“. Die Einrichtung konnte sich für ihr Medienkonzept den ersten Platz und ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro bei der Verleihung des Schulpreises der Dieter-Schwarz-Stiftung sichern (wir berichteten). „Wir wollen unsere Schüler befähigen, ihre eigene Zukunft und Gegenwart nachhaltig zu gestalten“, sagte Hachmann. Seit 2017 hat jeder Schüler auf Initiative der Gemeinde Stemwede ein I-Pad. Lediglich für Versicherung und Apps müssen die Eltern privat ins Portemonnaie greifen. „So haben wir den Lockdown vorbereitet gut geschafft“, sagte Hachmann.

Für die außerschulische Bildung hat die Schule Bildungspartner: Den Naturpark Dümmer, die Umwelt- und Naturschutzvereinigung Dümmer (NUVD), das Dümmer-Museum in Lembruch, die Moorwelten in Wagenfeld-Ströhen, das Heimathaus in Wehdem, den heimischen Förster Norbert Schmelz und die Naturführerin Dr. Inge Uetrecht aus Arrenkamp. Das damit verbundene spezielle Bildungsangebot erfolgt im Nachmittagsbereich und trägt – gut sichtbar auf dem Schulgelände und bei Naturschutzprojekten – bereits viele Früchte.

Junge Imker

Bei der Übergabe der Ferngläser waren einige Schüler dabei, die auf dem Schulgelände imkern. Dank Thomas Pund hatten sie Interesse an der Imkerei bekommen. Ihr Bienenhaus mit Völkern steht im Schulgarten. Dieser ist inzwischen zu einer stattlichen Streuobstwiese angewachsen, weil jede Klasse fünf der Schule zur Einschulung einen Baum erhält. „Ein Schüler rief mich sogar in der Akut-Corona-Zeit an und erkundigte sich dem Klassen-Baum“, erzählte Hachmann bewegt. Sie beschrieb damit den Umgang der Jugendlichen mit direkt erfahrener Natur – eingebunden in den Schulalltag.

Am Rande des Schulhofes blüht derzeit ein Wildblumenstreifen eines benachbarten Landwirts. „Ich habe ihn einfach gefragt, ob er für unsere Bienenvölker ein Herz hat“, sagt Pund. Der Landwirt hatte es – und überließ die Fläche zur Ansaat. Die jungen Imker haben inzwischen ihre Eltern „infiziert“ und stellen in der Schule den eigenen Honig her. Er heißt „Schulgold“ und soll demnächst durch eine Schülerfirma vertrieben werden. Das Label entwarfen Schüler im Kunstkurs.

Weil das benachbarte Life House in den Sommerferien seine Ferienspiele den Corona-Maßnahmen angepasst hat, stehen die neuen Ferngläser für Besuche in der Natur zur Verfügung. Das Spektiv kann – ans Smartphone angeschlossen – Bilder von weitentfernten Motiven herstellen.

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