Edeltraud und Werner Greger: Beim FC Oppenwehe kommt man an ihnen nicht vorbei
Im Graben auf der Lauer

Stemwede (WB). Wer etwas mit dem FC Oppenwehe zu tun hat, kommt an zwei Menschen nicht vorbei: Edeltraud und Werner Greger. Seit annähernd einem halben Jahrhundert engagieren sich die beiden in diesem Sportverein – ehrenamtlich versteht sich.

Freitag, 24.07.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 24.07.2020, 05:03 Uhr
Edeltraud und Werner Greger haben einen dicken Ordner mit Erinnerungen an das Jugendzeltlager des FCO. Foto: Heidrun Mühlke
Edeltraud und Werner Greger haben einen dicken Ordner mit Erinnerungen an das Jugendzeltlager des FCO. Foto: Heidrun Mühlke

Seit den 1970er-Jahren ist das Oppenweher Ehepaar aktiv im Verein als Übungsleiter, Trainer, Jugendobmann und bei so mancher Aufgabe, die über sportliche Aktivitäten hinausgeht – wie beispielsweise das Jugendzeltlager. Als Werner Greger 1988 den Posten des Jugendhauptmanns im Verein übernahm, trat er gleichzeitig die Nachfolge von Egon Büttemeier an, der das Jugendzeltlager 1982 ins Leben gerufen hatte. 30 Jahre lang bereitete er mit seinem Betreuerteam Kindern eine unvergessliche Woche in den Sommerferien. „Anfangs war das Zeltlager nur für Jungs, aber es dauerte nicht lange, dann kamen auch die Mädchen dazu“, erinnert sich Greger an die Anfangsjahre des Zeltlagers, das seit jeher auf Summanns Hof im Oppenweher Moor für riesigen Ferienspaß sorgt.

Mit den Mädchen kamen auch Betreuerinnen hinzu. „Eine der ersten war Brigitte Bollmeier, die spätere Vorsitzender des Gemeindesportverbandes“, sagt Greger. 1990 engagierte sich auch Edeltraud Greger beim Zeltlager. 2016 reichten beide den Führungsstab für diesen Ferienspaß an den Vorsitzenden des FCO, Ralf Nünke weiter.

In den ersten Jahren stieg die Teilnehmerzahl des Zeltlagers auf rund 50 Mädchen und Jungen, heute sind es im Schnitt zwischen 25 und 30 Kindern, die eine Woche lang das gemütliche Bett im Kinderzimmer gegen die harte Matte im Zelt tauschen.

„Das Highlight im Lager ist seit jeher die schaurige Nachtwanderung mit der Suche nach den Mooraffen“, schmunzelt Greger. Summanns Opa habe die Fabeltiere erfunden und den Kindern davon erzählt. Greger hat die Geschichten um die gefährlichen Tiere aufgegriffen und ist des Nachts mit der ganzen Kindermeute losgezogen, um die gruseligen Viecher im Moor zu entdecken. „Das waren tolle Erlebnisse“, so Greger.

Ob man nun die roten Blinklichter der Windräder oder die Augen der gefürchteten Mooraffen gesehen hatte – diese Frage bleibt aber für immer ungeklärt. „Ich könnte wohl ein Buch über die lustigen Anekdoten im Zeltlager schreiben“, sagt der 70-Jährige.

Gesammelt habe er aber von Anbeginn Teilnehmerlisten, Fotos und Unternehmungen des Zeltlagers. „Früher haben die Kids mehr ausprobiert, und das größte Vergnügen war stets, die Betreuer in irgendeiner Weise auszutricksen“, erzählt er. Aber er und das Team hätten hinter dem Lager im Graben auf der Lauer gelegen, und wenn die Reißverschlüsse der Zelte knarrten und kleine Schatten durch die Zeltstadt huschten, um die Heringe zu ziehen, kam die drohende tiefe Stimme aus dem dunklen Graben: „Wollt ihr wohl wieder ins Bett!“ Da hätten sich die Kinder so erschrocken, und es sei im Nu Ruhe gewesen, erinnert sich Greger lachend.

Aber das Zeltlager war es nicht allein, worum sich die Gregers verdient gemacht haben. Sie organisieren Eltern-Kind-Freizeiten, sind zuständig für das Sportabzeichen, organisieren das Sportfest mit, leiten Nordic-Walking-Gruppen, arbeiten Fahrradtouren für die Radfahrertruppe aus, haben „Latschen und tratschen“ ins Leben gerufen, sind bei der OGS und der Grundschule in der sportlichen Motivation der Schülerinnen und Schüler nach wie vor aktiv.

Jetzt hoffen beide, dass nach den Sommerferien wieder Normalität in die sportlichen Übungsstunden kommt. „Gerade älteren Mitgliedern im Verein fehlt der soziale Kontakt, das gemütliche Zusammensein nach den Kursen“, wissen beide.

Übrigens haben beide den Ehrenamtspreis der Gemeinde und des Gemeindesportverbandes Stemwede erhalten. Im Jahr 2008 erhielt Edeltraud Greger diese besondere Auszeichnung, 2011 bekam Werner Greger diese Urkunde für ehrenamtliches Engagement. Er erhielt 2003 auch einen der 100 Ehrenamtspreise des Deutschen Fußballbundes.

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