Kai Abruszat reagiert auf Pläne und ist in Kontakt mit Abgeordneten
Führt die neue Leitung durch Stemwede?

Stemwede/Altkreis Lübbecke (WB). Diese Pläne dürften für Aufregung sorgen, wenn sie konkreter werden: Führt eine vierte neue große Stromautobahn durch Teile des Mühlenkreises und eventuell auch durch Stemwede oder benachbarte Kommunen? Zumindest ist die Region Teil eines Suchgebietes, auf dem später die Trasse verlaufen soll.

Dienstag, 28.07.2020, 03:05 Uhr aktualisiert: 28.07.2020, 05:04 Uhr
Eine Stromtrasse in Deutschland. Wird die geplante vierte große Stromautobahn durch Stemwede und den Nachbarkommen führen? Foto: dpa
Eine Stromtrasse in Deutschland. Wird die geplante vierte große Stromautobahn durch Stemwede und den Nachbarkommen führen? Foto: dpa

Wie diese Zeitung in ihrer Montagausgabe berichtete, ist laut des so genannten Netzentwicklungsplans 2030 nach Auffassung der zuständigen Bundesnetzagentur eine neue vierte große Stromautobahn unumgänglich. Ihr Zweck ist die Durchleitung des Windstroms von Norddeutschland nach NRW. Dieses Milliardenprojekt könnte auch durch die heimische Region führen.

Erfahrungen in Dielingen

Die 267 Kilometer lange Stromautobahn soll als Gleichstrom-Höchstspannungsleitung zwischen Wilhelmshaven und Hamm gebaut werden. Zuständige Netzbetreiber sind die in Stemwede bereits bekannten Unternehmen Amprion und Tennet. Man rechnet mit einem Kostenvolumen von 1,6 Milliarden Euro. „Wir haben mit Amprion bereits so unsere Erfahrungen gemacht“, spielte Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat auf Nachfrage dieser Zeitung auf die durch Dielingen verlaufende 380-kV-Leitung an. Trotz der Widerstände von besorgten Anliegern führen die Stromdrähte dort direkt über landwirtschaftliche Anwesen. Amprion verweigerte eine Verlegung der Leitung, letztlich unterlagen die Anlieger vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Kai Abruszat gab sich gestern alarmiert. Zwar sei nach seiner Information die Trassenführung noch unklar. Es sei aber im Interesse der Stemweder Bürger, frühzeitig eingebunden zu sein. „Das so genannte Bundesbedarfsplangesetz soll novelliert werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat dabei die Federführung”, erläuterte Abruszat. „Ich habe deshalb unsere heimischen Bundestagsabgeordneten Achim Post (SPD) und Frank Schäffler (FDP) um Unterstützung gebeten.“

Der Stromverbraucher zahlt

Die Gemeinde Stemwede müsse, sofern sie betroffen sei, zu frühestem Zeitpunkt eingebunden werden, fordert Abruszat. Auch müsse grundsätzlich über den Vorrang von Erdverkabelung Konsens erzielt werden – „und zwar egal, ob am Ende eine Stromtrasse das Gemeindegebiet tangiert oder nicht“, sagte der Bürgermeister.

Drei bereits in der Planungsphase befindlichen Nord-Süd-Stromautobahnen sollen Informationen dieser Zeitung zufolge in den nächsten fünf Jahren in Betrieb gehen. Die Kosten des Ausbaus werden über die Stromrechnungen auf die Verbraucher umgelegt.

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