Nach 48 Jahren: Stemweder Rat verabschiedet Fachbereichsleiter
Lobende Worte fürWerner Bahnemann

Stemwede (WB). Werner Bahnemann, Fachbereichsleiter bei der Gemeinde Stemwede, hat am 31. August seinen letzten offiziellen Arbeitstag bei der Gemeindeverwaltung Stemwede. Dann tritt er in die passive Phase der Altersteilzeit ein. In der Ratssitzung am Mittwoch ist Bahnemann nach 48 Jahren im Dienst für die Bürger offiziell verabschiedet worden.

Freitag, 21.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 21.08.2020, 05:03 Uhr
Bürgermeister Kai Abruszat (Mitte) hat Werner Bahnemann mit Geschenken verabschiedet. Rechts sein Nachfolger Jörg Bartel. Foto: Michael Nichau
Bürgermeister Kai Abruszat (Mitte) hat Werner Bahnemann mit Geschenken verabschiedet. Rechts sein Nachfolger Jörg Bartel. Foto: Michael Nichau

1972 habe Bahnemann seine Laufbahn als „Verwaltungslehrling“ beim Amt Dielingen-Levern aufgenommen, ließ Bürgermeister Kai Abruszat fast 50 Jahre „Dienst am Bürger“ in humorvoller Art Revue passieren. „Fast 50 Jahre sind eine enorme Zeitspanne. Dabei hat Werner Bahnemann Detailwissen erworben, das Entscheidungen vorbereitet hat“, lobte Abruszat.

Letztlich habe Bahnemann seine Laufbahn begonnen, als es die Gemeinde Stemwede noch gar nicht gab. Verwaltungsreform und Gründung der Gemeinde fielen in den Beginn der Dienstzeit des Verwaltungsbeamten, der am Mittwoch seinen 65. Geburtstag feierte.

Abruszat bezeichnete seinen Stellvertreter in der Verwaltung als „Verwaltungsbeamten alten Schlages und tragende Säule“. „Werner Bahnemann bedeutet 100 Prozent in Sachen Zuverlässigkeit und Genauigkeit“, sagte der Bürgermeister. „Er hat immer wieder neue Aufgaben übernommen“, sagte er in seinem Rückblick und sparte dabei nicht aus, dass der gebürtige Drohner seine aus Twiehausen stammende Frau Anita in der Gemeindeverwaltung kennengelernt hatte.

Bahnemann selbst dankte für die lobenden Worte und erinnerte daran, was ihm Heinz Becker einst mit auf den Weg gegeben hatte – „Diener des Volkes“ zu sein. „Das bedeutete immer, konstruktive Lösungen zu finden. Oft waren die pragmatischen Lösungen die besten“, meinte der scheidende Fachbereichsleiter. „Ohne das Vertrauen der Verwaltungsführung wäre dieses Agieren kaum möglich gewesen. Ich durfte diesen Freiraum erfahren“, sagte Bahnemann.

Er dankte auch seinem Team in der Verwaltung: „Das alles hätte ohne Begleitung und Unterstützung nicht funktioniert. Das Team kannte die Regeln, ich war der Trainer.“

Ein kurzer Lebenslauf: Nach der Verwaltungslehre arbeitete Bahnemann zunächst unter Karl Brune im Fachbereich Ordnung. Als der Ordnungsamtsleiter Egon Büttemeier in den 90er Jahren unerwartet verstarb, wurde Bahnemann – zu diesem Zeitpunkt Büttemeiers Stellvertreter – der Nachfolger. Auf Bestreben des Gemeinderates ließ sich der Dielinger für den gehobenen Dienst ausbilden. Vor zehn Jahren, nach dem Ausstieg von Siegward Siebe, wurde Bahnemann zusätzlich auch Leiter des Fachbereichs Soziales.

Mit Beginn der Ära von Bürgermeister Gerd Rybak wurde Bahnemann 2009 zudem allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters.

Entsprechend breit gefächert war die Verantwortung, die Werner Bahnemann trug: Sozialhilfe, Wohngeld, Flüchtlingsaufnahme und -versorgung, Kindergartenangelegenheiten (1989/90 schon übernommen) oder die Unterbringung der Übersiedler/Aussiedler nach der Maueröffnung und dem Jugoslawienkrieg und natürlich der Flüchtlingsstrom seit 2015. Zeitweise, in den Hoch-Zeiten der Flüchtlingskrisen, musste sich der Fachbereichsleiter in Stemwede um bis zu 200 Flüchtlinge und 400 Spätaussiedler gleichzeitig kümmern.

Als Standesbeamter seit 1980 („Immer eine sehr schöne Aufgabe für mich“) traute er 200 Paare, von denen die ersten jetzt seit 40 Jahren verheiratet sind. Sogar am Sunderner Glockenturm nahm er Eheversprechen ab.

Bahnemanns Stelle wird nicht wiederbesetzt. Sein Amt als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters wurde am Mittwoch nach einstimmiger Ratsentscheidung an Jörg Bartel vergeben.

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