Gemeinde Stemwede arbeitet mit Verkehrsministerium zusammen
„Lastwagen intelligent leiten“

Stemwede (WB). Wer kennt die Situation nicht? Lastwagen fahren – fehlgeleitet wegen ihres Navigationssystems – in eine Wohnsiedlung mit engen Straßen oder auf eigentlich nicht für sie vorgesehene Wirtschafts- und Waldwege ein. So geschieht es auch in Stemwede mit den mehr als 500 Kilometern Gemeindestraßen täglich.

Freitag, 21.08.2020, 02:00 Uhr aktualisiert: 21.08.2020, 05:04 Uhr
Immer wieder kommt es vor, dass Lastwagen durch Navigationssysteme fehlgeleitet werden und sich auch festfahren. Foto: dpa
Immer wieder kommt es vor, dass Lastwagen durch Navigationssysteme fehlgeleitet werden und sich auch festfahren. Foto: dpa

Grund genug für die Gemeindeverwaltung Stemwede, eine Kooperation mit dem NRW-Verkehrsministerium einzugehen. Dabei geht es darum, eine bessere Lastwagen-Navigation zu etablieren. Das hat Bürgermeister Kai Abruszat in der Ratssitzung am Mittwoch bekannt gegeben.

Auf Nachfrage dieser Zeitung erläuterte Abruszat, wie es möglich sein könnte, zu erreichen, dass diese Missstände beseitigt würden:

„Die Navigationssysteme vieler Lastwagenfahrer greifen auf inaktuelle Kartengrundlagen zurück. Das führt dazu, dass Lkw durch Wohngebiete und über von der Tonnage dafür nicht ausgelegte Straßen fahren. Dieser fehlgeleitete Verkehr führt zu zusätzlichen Belastungen“, sagte der Stemweder Bürgermeister.

Daher nehme die Gemeindeverwaltung Stemwede jetzt als Kooperationspartner teil. „Wir wollen Lkw-Vorrangrouten für die kommunalen Netze erstellen. Die Projektteilnehmer werden dabei etwa von IHK, Verkehrsverbänden und Herstellern von Navigationssystemen unterstützt“, meinte Kai Abruszat.

„Durch eine gezielte Steuerung können wir einen Beitrag zur Effizienz im Straßenverkehr leisten. Wir wollen die Chancen der Digitalisierung auch im Straßenverkehrsbereich und Verbesserungen im Interesse unserer Bürger nutzen und zugleich dazu beitragen, dass nur auf den Strecken gefahren wird, die auch für den Lkw-Verkehr ausgelegt sind“, erläuterte Abruszat im Gespräch.

In dem Kooperationsprojekt sei vorgesehen, dass die Gemeinde Stemwede Vorschläge für Lastwagen-Vorrangrouten unterbreitet. Außerdem sollten die Kommunen auch Restriktionen für den Lkw-Verkehr in ein solches Konzept integrieren, also konkret Strecken sperren. „Dazu gehören Überprüfungen auf Höhen-, Gewichts- und Breitenbegrenzungen sowie Durchfahrtsverbote für Lastwagen“, erklärt der Bürgermeister.

„Wir wollen noch in diesem Jahr mit dem Projekt starten. Wenn erste Grundlagen bestehen, wollen wir den Arbeitskreis Straßen des Gemeinderates einbinden.“ Das Projekt sei dynamisch angelegt, betonte Abruszat. Dies bedeute, dass es eine bestehende Aufgabe für die Gemeindeverwaltung bleiben werde, den Lastwagenverkehr systematisch und zielgerichtet zu steuern. Mit der Projektverantwortung sei Ingenieur Karl-Ernst Vorbröker beauftragt worden.

„Nordrhein-Westfalen ist ein Transitland und Stemwede stellt eine erfolgreiche Wirtschaftsregion mit einem hohen logistischen Anteil an Verkehr dar. Der Gemeinderat hat vor zwei Jahren bereits beschlossen, dem Zukunftsnetzwerk NRW beizutreten. Vor diesem Hintergrund ist eine Beteiligung der Gemeinde an diesem Projekt nur konsequent“, meinte Abruszat und warb für seine Entscheidung.

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