FDP zieht nach Wahlerfolg mit sechs Mandatsträgern in das Gremium ein
Der neue Stemweder Rat steht fest

Stemwede WB). Das Wahlergebnis in Stemwede hat für Überraschungen gesorgt. Dazu zählt das gute Abschneiden der FDP, die auf 19,7 Prozent der Stimmen kam und somit ihr Ergebnis von 2014 mehr als verdoppelte.

Montag, 14.09.2020, 17:27 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 10:21 Uhr
Die Wahlhelfer, so wie hier in Wehdem Janine Andes (rechts) und Birgit Kokemoor, arbeiteten in der Corona-Krise unter Sicherheitsbedingungen. Foto: Andreas Kokemoor
Die Wahlhelfer, so wie hier in Wehdem Janine Andes (rechts) und Birgit Kokemoor, arbeiteten in der Corona-Krise unter Sicherheitsbedingungen. Foto: Andreas Kokemoor

Ihr Bürgermeisterkandidat Kai Abruszat, den auch die CDU aufgestellt hatte, erzielte mit 90,4 Prozent ein sensationelles Ergebnis . Der alte und neue Verwaltungschef zeigte sich gerührt. „Mit Freude und Dankbarkeit nehme ich dieses herausragende Ergebnis an. Freude, Dankbarkeit und zugleich Demut sind für mich Auftrag, auch in Zukunft für die Menschen rund um den Stemweder Berg die Geschicke der ‚coolsten‘ Kommune im Kreis Minden-Lübbecke weiter zu gestalten“, sagte Abruszat. „Ich setze auf die Zusammenarbeit mit allen Mitgliedern des Rates und maßgeblichen Akteuren, ich bin dankbar und auch persönlich sehr ergriffen von der enormen Zustimmung. Stemwede hat eine gute Zukunft noch vor sich, und ich freue mich, diese zusammen mit vielen Bürgern zu gestalten.“

Enttäuscht hatte sich SPD-Gemeindeverbandsvorsitzender Jonas Schmidt über das Ergebnis (18,9 Prozent, ein Minus von 7,9 Prozentpunkten) gezeigt. Die Grünen gewannen 1,9 Prozentpunkte hinzu und kamen auf 11,6 Prozent. „Wir sind stolz darauf, einen weiteren Sitz im Gemeinderat dazu gewonnen zu haben“, sagte Uta Gesenhues von Bündnis 90/Die Grünen. „Das ermöglicht uns, mit einem neuen Team der Grünen Positionen einzubringen und durchzusetzen.“

Die CDU verlor 3,8 Prozentpunkte (jetzt 44,1 Prozent). Sie musste einen weiteren Verlust hinnehmen: In zwei Wahlbezirken stellt sie keinen Direktkandidaten, denn in Haldem I errang Dierk Möller-Nolting von der FDP den Sieg und im Bezirk Niedermehnen/Levern der FDP-Kandidat Lars Bunge.

Großer Frust machte sich bei der FWG Stemwede breit. Ihr Stimmenanteil sank von 5,9 auf 3,8 Prozent. Sie ist künftig nur noch mit einem Ratsmandat vertreten. „Ich bin zutiefst enttäuscht. Ich hätte zumindest ein gleichbleibendes Ergebnis erwartet“, sagte FWG-Vorsitzender Jürgen Lückermann. „Es ist uns nicht gelungen, jenes, was wir im Rat erreicht haben, für den Wähler erkennbar zu machen. Die Wähler hatten offenbar den Eindruck, dass eine FWG nicht mehr notwendig ist.“

Jürgen Lückermann ist für das einzige Ratsmandat der FWG vorgesehen. „Ich weiß noch nicht, ob ich es überhaupt annehme“, sagte der Sunderner dieser Zeitung. „Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, über die ich mich noch informieren muss. Welche Rechte habe ich als Einzelmitglied künftig im Rat? Welche Mitwirkung, welche Informationen stehen mir zu? Wenn ich von Infos abgeschnitten bin, etwa von denen aus dem Ältestenrat, sehe ich ernsthafte Probleme für ein konstruktives Mitarbeiten.“

Die AfD, die erstmals bei der Kommunalwahl in Stemwede antrat, kam auf 2,7 Prozent und zieht mit einem Sitz in den Rat ein.

So setzt sich der neue Stemweder Gemeinderat zusammen (von der AfD gab es bislang keine Kandidaten-Info und auch kein Portraitfoto):

CDU: Dieter Tautfest, Direktmandat im Wahlbezirk 010; Thorsten Wichert, Direktmandat im Wahlbezirk 020; Brigitte Höger-Allhorn, Direktmandat im Wahlbezirk 030; Hans-Henning Köchy, Direktmandat im Wahlbezirk 050; Andreas Weingärtner, Direktmandat im Wahlbezirk 060; Stephan Leonhardt, Direktmandat im Wahlbezirk 070; Michael Jürgens, Direktmandat im Wahlbezirk 080; Carsten Felber, Direktmandat im Wahlbezirk 090; Michael Baude, Direktmandat im Wahlbezirk 100; Dietmar Meier, Direktmandat im Wahlbezirk 110;

Marius Lampe, Direktmandat im Wahlbezirk 120; Frank Schröder, Direktmandat im Wahlbezirk 130; Bernd Harrmann, Direktmandat im Wahlbezirk 140; Reinhard Hemann, Direktmandat im Wahlbezirk 160.

SPD: Jonas Schmidt, Reservelistenplatz 1; Martina Heitbrink, Reservelistenplatz 2; Wilhelm Riesmeier, Reservelistenplatz 3; Daniela Timphus, Reservelistenplatz 4; Jürgen Gläscher, Reservelistenplatz 5; Paul Lahrmann, Reservelistenplatz 6.

Bündnis 90/Die Grünen: Bettina Babina, Reservelistenplatz 1; Björn Babina, Reservelistenplatz 2; Uta Gesenhues, Reservelistenplatz 3; Ortrud Marten, Reservelistenplatz 4.

FDP: Dierk Möller-Nolting, Direktmandat im Wahlbezirk 040; Lars Bunge, Direktmandat im Wahlbezirk 150; Wolfgang Fricke, Reservelistenplatz 1; Friedrich Lange, Reservelistenplatz 2; Marco Quebe, Reservelistenplatz 3; Dominik Schmedt, Reservelistenplatz 5.

FWG: Jürgen Lückermann, Reservelistenplatz 1

AfD: Daniel Stockmann, Reservelistenplatz 1.

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