Neuer Verein gegründet – Fahrdienst in der Gemeinde Stemwede sucht Ehrenamtliche
Senioren bleiben mobil

Wehdem (WB). Wie kann in einem weitläufigen Gebiet wie in Stemwede der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) für ältere Menschen verbessert werden? Über diese Frage haben sich seit geraumer Zeit immer wieder engagierte Stemweder Gedanken gemacht.

Sonntag, 20.09.2020, 18:10 Uhr aktualisiert: 20.09.2020, 18:12 Uhr
In Stemwede wird ein Fahrdienst für Senioren eingerichtet. Der wird angeboten vom Verein „Senioren-Fahrdienst Stemwede“, der in der Begegnungsstätte von (von links) Friedhelm Kohlwes, Vorsitzender Reinhard Grewe, Elisabeth und Karl-Heinz Möller, Anette Kröger (Schriftführerin), Hermann Gesenhues (stellvertretender Vorsitzender) und Wilfried Röhling (Kassierer) vorgestellt wurde. Foto: Peter Götz
In Stemwede wird ein Fahrdienst für Senioren eingerichtet. Der wird angeboten vom Verein „Senioren-Fahrdienst Stemwede“, der in der Begegnungsstätte von (von links) Friedhelm Kohlwes, Vorsitzender Reinhard Grewe, Elisabeth und Karl-Heinz Möller, Anette Kröger (Schriftführerin), Hermann Gesenhues (stellvertretender Vorsitzender) und Wilfried Röhling (Kassierer) vorgestellt wurde.

Anmeldungen

Besonders Reinhard Grewe, Friedhelm Kohlwes und ihre Mitstreiter aus dem „ZWAR“-Arbeitskreis (ZWAR – Zwischen Arbeit und Ruhestand) haben viele Ideen durchgespielt. Der Arbeitskreis stellt die selbst organisierte Aktivität und Teilhabe älterer Menschen am sozialen und kulturellen Leben in Stemwede in den Mittelpunkt. Nach beinahe zwei Jahren intensiver Beschäftigung haben die Mitglieder eine einfache Lösung präsentiert: ein Fahrdienst für ältere Menschen mit entsprechenden Fahrzeugen. Der Fahrdienst holt nach telefonischer Anmeldung Personen von zuhause ab und bringt sie zum Arzt, zum Einkauf oder zu einer Veranstaltung. Im Anschluss werden sie auch wieder zurückgebracht.

Nachdem die Idee konkreter wurde, musste zunächst durch die Behörden eine Finanzierung und Förderung ausgehandelt werden. Darüber hinaus wurde die praktische Umsetzung weiterentwickelt und am Ende ein Eintrag ins Vereinsregister vorgenommen.

Ehrenamt

Der Verein „Senioren-Fahrdienst Stemwede e.V.“ ist nun in der Lage, mit Hilfe der Gemeinde und dem „Bündnis Ländlicher Raum“ bedürftige Menschen ohne Fahrzeug oder Anschluss an das Bus und Bahnnetz offiziell zu transportieren. Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich. Weder Fahrer, Disponenten noch der Verein selbst verdienen daran Geld.

Im Moment sucht der Verein noch Fahrerinnen und Fahrer. „Wenn jemand Lust hat, Auto zu fahren und mit Menschen zusammen zu kommen, ist er eingeladen, bei uns zu probieren, ob das etwas für sie oder ihn ist“, formuliert Schriftführerin Anette Kröger das Anliegen zur Fahrersuche. „Die Fahrer werden eingearbeitet, es werden schriftliche Vereinbarungen getroffen, damit dabei alle auf der sicheren Seite stehen. Uns geht es, neben der Beförderung auch darum, dass Menschen aus Stemwede zusammenkommen, da es bei uns viele ältere Alleinstehende gibt, die nicht mehr am sozialen Leben teilnehmen können.“

Bedeutender Aspekt

Auch für Friedhelm Kohlwes ist dies ein bedeutender Aspekt. Neben Netzwerker Reinhard Grewe ist er der ruhende Pol, der immer wieder Anstöße dazu liefert, die Dinge einfach zu halten, damit sie auch organisiert werden können.

Ein erster Test wurde erfolgreich absolviert. Die Ergebnisse werden umgehend umgesetzt. Für den neuen Fahrdienst stehen drei Pkw an drei Standorten in Stemwede zum Transport von Menschen und Gepäck bereit. Rollstühle können nicht mitgenommen werden. Die Grundgebühr für eine Fahrt beträgt drei Euro pro Fahrt und 30 Cent pro Kilometer für Treibstoff. Ziel der Fahrten ist es, die Passagiere zum Einkaufen oder zu den Bahnhöfen Rahden oder Lemförde sowie zu den Kliniken bis maximal Damme oder Minden zu bringen. Auch Veranstaltungen werden angefahren, falls kein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung steht. Das Ganze erfolgt nach telefonischer Anmeldung drei Tage im Voraus. Transportiert werden nur Senioren, während der Woche von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr.

Kein Taxiunternehmen

„Wir sind eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr, wir sind kein Taxiunternehmen und starten nun bald in eine zweijährige Testphase“, erläutert der Vorsitzende Reinhard Grewe. „Ob sich unser Konzept trägt, wird sich in diesem Zeitraum herausstellen. Falls ja, ist es durchaus vorstellbar, unser Angebot zu erweitern, auch hinsichtlich der Elektromobilität und weiteren Angeboten im Bereich individueller Transportverkehr für die alternde Stemweder Bevölkerung.“ In zwei Jahren werde man sehen, wo der Verein steht. „Wir entscheiden dann, ob wir weiter machen oder aufhören. Falls wir aufhören müssen, würden wir, laut der aktuellen Kalkulation, am Ende finanziell Null auf Null herausgehen“, sagt Grewe

Interessenten hinsichtlich einer Mitarbeit im Verein sollen sich bei Reinhard Grewe, Telefon 05745/2002, melden.

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