CDU-Kommunalpolitiker informieren sich auf den Höfen Schmedt und „Wiehenglück“
Bürokratie nervt die Landwirte

Stemwede/Hüllhorst (WB). Zwischen dem Familienbetrieb Schmedt in Stemwede-Dielingen und dem Hof Wiehenglück in Hüllhorst-Büttendorf liegt nicht nur das Wiehengebirge – auch sonst gibt es den einen oder anderen Unterschied. Und doch sind ihre Wünsche an die Politik in vielen Punkten ganz ähnlich.

Dienstag, 29.09.2020, 03:00 Uhr
Die örtlichen Christdemokraten bei ihrem Besuch auf dem Hof Schmedt in Dielingen. Dominik Schmedt (3. von links) und sein Vater Joachim (rechts) führten die Gäste durch den Betrieb, der sich auf Rinderhaltung spezialisiert hat. Foto:
Die örtlichen Christdemokraten bei ihrem Besuch auf dem Hof Schmedt in Dielingen. Dominik Schmedt (3. von links) und sein Vater Joachim (rechts) führten die Gäste durch den Betrieb, der sich auf Rinderhaltung spezialisiert hat.

Einige CDU-Kommunalpolitiker aus Stemwede und Hüllhorst hatten sich noch vor der Landratswahl mit der am Sonntag in das Amt gewählten Anna Katharina Bölling getroffen. Auch die heimische Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann nahm daran teil, um einen Einblick in die Arbeit der Bauernhöfe zu bekommen.

„Ab und an mehr Fingerspitzengefühl und Augenmaß“ – das ist es, was sich Joachim Schmedt von den Behörden wünschen würde. Er ist Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Gemeindeverbandes Stemwede . „Gesetze müssen zweifelsohne eingehalten werden“, unterstrich der Dielinger, äußerte aber ein gewisses Unverständnis, wenn Umwelt- oder Veterinäramt etwa zu Haupterntezeiten vorbeikämen. Seine Wünsche an Land und Bund sind Entbürokratisierung und mehr Überprüfungen anhand von Praktikabilität.

Nach vorne schauen

„Es geht nur miteinander und nicht gegeneinander“, ist Anna Katharina Bölling überzeugt. Als Landrätin wolle sie ihren Beitrag dazu leisten, die Landwirtschaft im Mühlenkreis verlässlich zu unterstützen. „Ich weiß, dass viele Betriebe, die oft schon seit Generationen ihren Hof betreiben, mit Sorgen nach vorne schauen. Ich möchte hier meinen Beitrag leisten, der Landwirtschaft eine sichere Zukunft zu geben und, wenn es nötig wird, auch über den Kreis hinaus mein Möglichstes unternehmen, um Richtung Düsseldorf, Berlin oder mit Kollegen aus Niedersachsen einen Weg zu finden.“

Denn die Nähe zur Grenze nach Niedersachsen, so unterstrich es Joachim Schmedt, führe aktuell nicht selten zu Problemen, wenn es etwa um Fördermöglichkeiten gehe.

Wie in Stemwede war auch auf dem Biohof „Wiehenglück“ in Hüllhorst das Bauen ein Thema. Nicht immer sei das so einfach wie erhofft. Die Brüder Eyke und Hendrick Holzmeier konnten hier insbesondere von der jüngsten Umstellung von der konventionellen auf biologische Bewirtschaftung berichten.

Bereit zu Veränderungen

Die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann ist als Agrarpolitikerin fest davon überzeugt, dass Landwirte, die im Sinne des Tierschutzes ihre Ställe umbauen wollen, aktuell leider noch zu oft an den Rahmenbedingungen scheitern würden. „Die Landwirte sind bereit zu Veränderungen, brauchen dann aber auch Planungssicherheit und nachhaltige politische Vorgaben. Mit der Nutztierhaltungsstrategie geht die NRW-Koalition genau diesen Weg“, sagte Winkelmann.

Ein Thema, das den Holzmeiers sehr am Herzen liegt, ist der Wunsch, Hofschlachtungen zu ermöglichen. „Allein schon durch den wegfallenden Transport ist das für die Tiere wesentlich stressfreier“, unterstrich Eyke Holzmeier. Auch die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann sieht darin große Vorteile. Zudem ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass das Tier wieder „nose to tail“ (also von der Nase bis zum Schwanz) verwertet werde, ist den Holzmeiers wichtig.

Michael Kasche (CDU), am Sonntag Sieger der Bürgermeister-Stichwahl in Hüllhorst, will ein verlässlicher Partner der Landwirtschaft sein und könnte sich auch vorstellen, dass in den Schulen noch viel stärker die Landwirtschaft eingebunden werde, um Kinder an das Thema heran zu führen.

„Hüllhorst und der Mühlenkreis sind Agrar-Region. Es wäre schön, wenn wir das nutzen und unsere Kinder dadurch lernen, Lebensmittel mehr wertzuschätzen“, sagte Kasche.

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