Apfeltag auf dem Schäferhof in Stemshorn lockt viele Besucher an
Knackiges Obst und himmlische Torten

Stemshorn (WB). Als herzhaft-fruchtiges Chutney oder süßes Gelee, zu Saft gepresst oder einfach direkt frisch vom Baum gepflückt: Der Apfel ist vielseitig. Davon konnten sich jetzt die Besucher des Aktionstags am Schäferhof an der Hunte in Stemshorn überzeugen, bei dem sich alles um das köstliche knackige Obst drehte.

Mittwoch, 14.10.2020, 04:00 Uhr
Am liebsten direkt vom Baum mögen Philipp (5 Jahre) und Franziska (8) aus die knackigen Früchte. Diese hier probierten sie während des Aktionstages am Schäferhof. Foto: Heidrun Mühlke
Am liebsten direkt vom Baum mögen Philipp (5 Jahre) und Franziska (8) aus die knackigen Früchte. Diese hier probierten sie während des Aktionstages am Schäferhof. Foto: Heidrun Mühlke

Und das lockte viele Besucher an, so dass den ganzen Tag über ein stetes Kommen und Gehen herrschte. Viele der Gäste entpuppten sich als Liebhaber von Apfelsaft, der vor Ort gleich aus eigenem Obst gewonnen werden konnte. Denn zu Gast am Schäferhof war die mobile Presse des Saftwerks Stemwede von Familie Knost aus Niedermehnen.

Birnen und Quitten zur Verfeinerung

Bei Hartmut, Angelika und Mario Knost erhielten die Besucher einen Einblick, wie frischer und natürlicher Apfelsaft hergestellt wird. Über den ganzen Tag verteilt kamen Interessierte mit ihrer Ernte aus dem heimischen Garten – neben Äpfeln brachten sie auch Birnen und Quitten mit –, um sich köstlichen Fruchtsaft pressen zu lassen.

„Seit gut zwei Wochen herrscht auf unserem Hof in Niedermehnen Hochbetrieb“, erklärte Hartmut Knost. Die Obsternte sei in diesem Jahr sehr üppig ausgefallen und die Menschen hätten bedingt durch die Corona-Situation mehr Zeit als sonst, um ihre Äpfel zu ernten, herzubringen und zu Saft verarbeiten zu lassen, wusste der Fachmann. „Je nach Reifegrad ergeben zehn Kilo Äpfel etwa sieben Liter leckeren Saft“, erläuterte er.

„Zum Verfeinern können nach Belieben auch Birnen oder Quitten hinzugegeben werden. Faule Früchte allerdings sollten zuvor aussortiert werden“, ergänzte Angelika Knost. Den fertigen Saft erhielten die Besucher in einer so genannten „Bag-in-Box“ (Beutel mit Saft im Karton) mit Zapfhahn. „Der Saft wird durch das Erhitzen und luftdichtes Verpacken haltbar gemacht. Ungeöffnet hält er sich bis zu zwei Jahre“, weiß Hartmut Knost. Die Kosten für fünf Liter Saft aus eigenem Obst inklusive Verpackung betragen fünf Euro.

Verwertung findet auch der Apfel-Trester, der nach dem Pressen als Rückstand übrig bleibt. Denn den kann Moritz Böckermann aus Damme gut gebrauchen: Er holte den Pressrückstand als Futter für seine Schweine ab. „Sie grunzen immer vor Freude über den Leckerbissen“, sagte er augenzwinkernd.

Natur- und Umweltschutzvereinigung informiert

Der Apfeltag auf dem Schäferhof ist eine Veranstaltung des Vereins Naturpark Dümmer und bereits seit vielen Jahren fest im herbstlichen Terminkalender verankert. In diesem Jahr mussten sich die Besucher allerdings mit einer „Lightversion“ begnügen. „Coronabedingt konnten dieses Mal nur wenige Aussteller dabei sein“, erklärte Anne Flenker vom Naturpark Dümmer, der am eigenen Stand über seine Arbeit informierte.

Mit von der Partie war zudem die Natur- und Umweltschutzvereinigung (NUVD). Der Vorsitzende Udo Effertz und sein Team informierten interessierte Besucher über Streuobstwiesen und Blühflächen. Darüber hinaus gaben sie Tipps zum Bau von Nistkästen für Steinkäuze. „Wir haben auch selbst gebaute Steinkauz-Röhren im Angebot“, erklärte Christian Vogel vom NUVD.

Dass man aus Äpfeln, Birnen und Quitten nicht nur Saft herstellen kann, sondern auch Marmelade, Gelee und Co., wurde am Stand „Früchtchen“ von Susanne Fleer aus Preußisch Oldendorf deutlich. Sie hatte für jeden Geschmack den passenden Aufstrich dabei. Auch verschiedene selbst hergestellte Sorten Sirup und Essig konnten die Gäste bei ihr kaufen.

Robuste Schnucken

Nach dem Rundgang über das Gelände bot sich die Gelegenheit, im Schäferhof-Café Torten-Leckereien rund um den Apfel zu genießen. Schäfermeister Michael Seel hatte außerdem herbstliche Kürbissuppe, Kartoffelbrot mit Apfelkraut und Schnucken-Burger im Angebot.

Die Schnucken sind normalerweise die Haupt-Akteure auf dem Hof : Familie Seel setzt die robuste Diepholzer Moorschnucke für die Landschaftspflege in der Dümmerniederung ein. Diese Schafrasse kommt mit den feuchten Flächen bestens zurecht und hält dort, wo Kühe ungeeignet sind, die Wiesen kurz – zugunsten der Tier- und Pflanzenwelt.

Die Schnucke ist aber nicht nur für den Naturschutz in den Mooren rund um den Dümmer im Einsatz: Ihr Fleisch landet auch auf den Tellern der Gastronomie und gilt vielen als besonders schmackhafte Delikatesse.

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