Gegen Romantisierung und Vorurteile: WLV-Initiative „Generation Zukunft”
Junglandwirte wollen aufklären

Stemwede/Kreis Minden-Lübbecke (WB). Jungbäuerinnen und -bauern aus der Region geben der heimischen Landwirtschaft ein Gesicht: Henrik Südmeyer, Lars Christopher Henninng, Julian Aping und Stefan Schmidt aus dem Kreis Minden-Lübbecke sind auf der neuen Internetseite „Generation Zukunft“ des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) zu sehen – neben weiteren Junglandwirtinnen und -landwirten aus ganz Ostwestfalen-Lippe.

Donnerstag, 15.10.2020, 03:00 Uhr
„Wir alle brennen für unseren Beruf und für die Landwirtschaft“, sagt Julian Aping. Auch der Junglandwirt aus Westrup möchte mit Vorurteilen über seinen Beruf aufräumen. Foto:
„Wir alle brennen für unseren Beruf und für die Landwirtschaft“, sagt Julian Aping. Auch der Junglandwirt aus Westrup möchte mit Vorurteilen über seinen Beruf aufräumen.

Nicht nur mit ihrem Gesicht, sondern auch mit ihrer Geschichte sind sie präsent. Sie erzählen, was sie motiviert und begeistert, wie sie der Landwirtschaft verbunden sind.

„Wir ärgern uns oft über das schlechte Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit, auch über all die Nostalgie und Idylle, die häufig in den Köpfen der Bevölkerung vorherrscht“, erzählt Junglandwirt Henrik Südmeyer aus Bad Oeynhausen. „Sendungen wie ‚Bauer sucht Frau‘ oder romantisierende Werbung stellen nicht die Wirklichkeit, das Leben und Arbeiten auf den Höfen, dar.“ Darüber hinaus müssten sie sich zunehmend für ihren Job rechtfertigen, ergänzt Lars Christopher Henninng aus Porta-Westfalica.

Schnelllebigkeit in der Kommunikation

Leider werde auch der Abstand zur realen Landwirtschaft immer größer. Die Menschen wüssten viel weniger über die Arbeit von Landwirten als früher. „Wir haben eine größere Vielfalt und Schnelllebigkeit in der Kommunikation, auch durch die sozialen Medien, und zugleich gibt es weniger Verbindungen zwischen den Menschen in der Stadt und auf dem Land“, erklärt Rainer Meyer, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke.

Beispielsweise bei Themen wie Essen und Trinken, die jeden betreffen würden, seien viele verunsichert, weil sie nicht mehr wüssten, wie die Lebensmittel erzeugt werden, weiß Meyer.

Aufklären, wie Landwirtschaft funktioniert

„Uns sind die Aufklärung, der Dialog wichtig“, erläutert Stefan Schmidt aus Bad Oeynhausen. Ihr Anliegen sei es, mit den Leuten über Landwirtschaft in Kontakt, ins Gespräch zu kommen, sagen die Junglandwirte. „Wir möchten, dass wir einander kennen lernen, miteinander kommunizieren und noch mehr schätzen lernen“, betont Julian Aping aus Stemwede-Westrup. „Wir alle brennen für unseren Beruf und für die Landwirtschaft.“

Ihr Wunsch ist es, aufzuklären, wie Landwirtschaft funktioniert. Sie möchten damit die Vorurteile, die einfach aus Unwissenheit über ihren Beruf und die Landwirtschaft im Allgemeinen bestehen, aus dem Weg räumen.

„Schauen Sie, wie vielseitig die Landwirtschaft ist. Und so soll es bleiben...“ ist auf der WLV-Internetseite https://wlv.de/generation-zukunft/ zu lesen. Die jungen Leute seien hoch motiviert, engagiert und kreativ unterwegs. „Sie sind die besten Botschafter ihres Berufsstandes“, unterstreicht Landwirtevorsitzender Meyer.

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