Meyer-Pilz sagt Gästen aus Risikogebieten ab – Corona-Krise für Investitionen genutzt
Schwierige Zeiten für Hoteliers

Stemwede (WB). Das Thema „Gäste aus Corona-Hotspots“ verunsichert Hoteliers in ganz Deutschland. Die Problematik stellt sich auch in der Gemeinde Stemwede sowie im Kreis Minden-Lübbecke überall gleich dar. So sind auch im Hotel Meyer-Pilz in Levern Stornierungen von potenziellen Gästen aus Risikogebieten an der Tagesordnung. „Dürfen wir bei Ihnen übernachten, hieß es dann“, erklärt Rüdiger Meyer-Pilz.

Samstag, 17.10.2020, 03:00 Uhr
Mit Sicherheit wohl fühlen: das bejahen Christiana und Rüdiger Meyer-Pilz mit Corona -Sicherheitsvorkehrungen im Hotel Meyer-Pilz. in Levern. Foto: Heidrun Mühlke
Mit Sicherheit wohl fühlen: das bejahen Christiana und Rüdiger Meyer-Pilz mit Corona -Sicherheitsvorkehrungen im Hotel Meyer-Pilz. in Levern. Foto: Heidrun Mühlke

Andersrum genauso: Auch er erteilte vorsorglich potenziellen Übernachtungsgästen aus Risikogebieten eine Absage, um keine Infektionen in sein Hotel zu bringen. Solche Gäste dürfen in Levern nur dann übernachten, wenn sie einen negativen Test vorweisen könnten. Dies sei bei internationalen Gästen Bedingung.

Ständig neue Informationen

Es sei schwierig, sagt Meyer-Pilz, sich ständig auf neue Corona-Maßnahmen einstellen zu müssen. „Umstritten, wie beispielsweise die Beherbergungsverbote sind, bekommen wir ständig neue Informationen aus der Hotellerie und Gastronomie über aktuelle Entwicklungen.“ Ganz aktuell nennt der Leverner die am Freitag von Armin Laschet verkündete Sperrstunde (23 Uhr) bei Hotspots.

Als Gebiete mit erhöhten Infektionsgefahren gelten Regionen, in denen in einer Zeitspanne von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner aufgetreten sind. Sie werden auf der Homepage des Robert-Koch-Institutes verzeichnet. Ob ein Landkreis als Risikogebiet eingestuft wurde, ist tagesaktuell auf dieser Seite anhand der Postleitzahlen ermittelbar. „Ich gebe die Postleitzahl ein und wenn sie rot wird, sage ich meinen Gästen, dass sie leider nicht bei uns im Hotel übernachten können“, sagt Meyer-Pilz.

Als Beispiel nennt er eine Familie, die aus dem Nachbarort eines Risikogebietes ein Zimmer anfragte. „Ich habe erklärt, dass ich bei der Anreise deren Postleitzahl eingeben müsse und ihnen gegebenenfalls dann keine Unterkunft zur Verfügung stellen könne“, sagt der Hotelier. Die Familie hätte sich dann lieber gleich dafür entschieden, zu Hause zu bleiben. Das bedeute natürlich große Einbußen für einen Hotelbetrieb.

orkehrungen zur Hygiene

Die Nutzung der hoteleigenen Kegelbahn hingegen sei zulässig für jedermann. In seinem Gastronomiebetrieb hätten weiterhin die gängigen Sicherheits- und Hygienevorschriften Bestand. An einem Tisch dürfen maximal zehn Personen zusammensitzen. Geeignete Vorkehrungen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts, zur Gewährleistung eines Mindestabstands von eineinhalb Metern sowie zur Rückverfolgbarkeit und das regelmäßige Lüften sind zu treffen.

„Wir brauchen die Gäste und geben uns viel Mühe, den Ansprüchen in dieser besonderen Zeit gerecht zu werden“, erklärt Christiana Meyer-Pilz. Das aktuelle Projekt sei ein Luftreinigungsgerät für die Restauranträume, damit die Gäste den größtmöglichen Schutz erhalten würden. Im Saal sei diese Technik schon eingebaut.

Sowieso habe man im Hotel die Corona-Krise aktiv genutzt und in ein neues Hochzeitszimmer, ein Familienzimmer und zwei Komfort-Apartments investiert. Außerdem habe man Bäder renoviert, inklusive Fußbodenheizung. „Für Hotelgäste stehen jetzt außerdem E-Ladestationen für Autos und Fahrräder bereit“, erklärt das Ehepaar. Außerdem hätte es im Hotel eine neue Abnahme in Sachen Brandschutz gegeben. „Für all das haben wir eine neue Auszeichnung vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, vom Dehoga, bekommen: Drei Sterne Superior“, freuen sich Christiana und Rüdiger Meyer-Pilz über solche Lichtblicke in der bedrückenden Corona-Zeit.

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