Wochenmarkt auf dem Parkplatz Stegemöller besteht seit sechs Jahren
Neue Händler sind in Levern willkommen

Levern -

Wie doch die Zeit vergeht: Viele Stemweder können es kaum glauben

Mittwoch, 18.11.2020, 03:38 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 03:40 Uhr
Bei Stefanie Lübeck vom Westruper Obsthof Aping gibt es frisches Gemüse der Saison – derzeit zum Beispiel Kohl. Aber auch Äpfel, Paprika und Tomaten finden die Kunden in der Auslage.
Bei Stefanie Lübeck vom Westruper Obsthof Aping gibt es frisches Gemüse der Saison – derzeit zum Beispiel Kohl. Aber auch Äpfel, Paprika und Tomaten finden die Kunden in der Auslage.

Frischer Knoblauch ist am Stand des Westruper Obsthofes Aping gefragt. Mitarbeiterin Stefanie Lübeck reicht der Kundin drei Knollen – das genaue Begutachten der Ware ist auf dem Leverner Wochenmarkt ausdrücklich erlaubt. Derzeit hat Kohlgemüse Saison, aber auch Champignons, Äpfel, Kürbisse sowie anderes Obst und Gemüse finden sich in den Kästen der Auslage.

Am Verkaufswagen gegenüber hat Dieter Schumacher sich derweil mit Waren der Bäckerei und Konditorei Oltersdorf aus Gehlenbeck eingedeckt. „Ich kaufe erst zum zweiten Mal hier ein, werde jetzt aber regelmäßig kommen“, bekräftigt der Niedermehner.

Dabei gibt es den kleinen Wochenmarkt auf dem Parkplatz des ehemaligen Bekleidungsgeschäfts Stegemöller, direkt an der Leverner Straße, mittlerweile schon seit sechs Jahren. Die Händler, die man jetzt jeden Dienstag von 9.30 bis 12.30 Uhr auf dem Marktplatz antrifft, sind mit ihren Ständen schon (fast) von Beginn an dabei: Neben Aping und Oltersdorf ist der Fischhändler Rose aus Rahden hier wöchentlich vertreten.

Zahl der Stände variierte

„Die drei halten uns die Stange und verkaufen nach wie vor gut“, berichtet Bianca Henke, Inhaberin der Reiseagentur Vogt, im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie hatte den Leverner Wochenmarkt, der am 18. November 2014 erstmals aufgebaut war, ins Leben gerufen. Seitdem variierte die Zahl der Stände.

„Der Markt ist eine tolle Sache, gerade in Zeiten, wo viel an Angeboten in den Orten verloren geht“, sagt Dominik Stuwe, gemeinsam mit seiner Frau Manon Oltersdorf-Stuwe Inhaber der Gehlenbecker Bäckerei. Doch die Zahl der Kunden sei leider in letzter Zeit etwas rückläufig. Ob Corona der einzige Grund dafür ist – das können auch die Händler nicht sagen. „Schließlich sind die Parkplätze der umliegenden Supermärkte immer voll“, meint Stuwe.

„Eigentlich ist doch das Einkaufen unter freiem Himmel gerade jetzt ein enormer Pluspunkt”, sagt Bianca Henke. „Die Abstands- und Hygieneregeln werden umgesetzt und eingehalten, das klappt alles gut.“ Und auch dem Trend hin zu saisonalen und regionalen Erzeugnissen und gesunder Ernährung entspräche das Wochenmarkt-Angebot. „Bei uns gibt es keine Massenware“, betont Bianca Henke.

Idee entstand in Mainz

Die Überlegung, Verkaufsstände nach Levern zu holen, war beim Besuch des Mainzer Wochenmarkts entstanden. „Damals hatte hier gerade der SB-Markt geschlossen. Darum kam der Gedanke auf, dass doch ein Wochenmarkt gut in den Ort passen würde, um ihn attraktiver zu machen. Nach Absprache mit dem örtlichen Gewerbeverein und den Händlern wurde aus einer fixen Idee dann schnell Wirklichkeit”, erzählt die Reiseverkehrskauffrau.

Und nach sechs Jahren kann sie ein positives Fazit ziehen. „Ich hätte nicht gedacht, das unser Wochenmarkt sich so lange hält . Über die Jahre hat er viele Stammkunden gewonnen, von denen wir ausschließlich positive Resonanz bekommen haben.“

Gut angenommen werde der Vorbestellungsservice. „Kunden können für die nächste Woche individuell Ware bei den Händlern ordern, die sind da sehr flexibel“, weiß Henke. Dennoch: „Es dürften ruhig mehr Menschen kommen, damit der Wochenmarkt erhalten bleiben kann. Aber wenn die Leute am Ball bleiben und uns die Treue halten, wird er ganz sicher Bestand haben“, blickt sie in die Zukunft.

Dekorierte Adventsfenster

Der Leverner Wochenmarkt sei schließlich der einzige in ganz Stemwede und belebe den Ort. „Ob Eltern mit Kindern oder Senioren – unter den Kunden hat sich eine tolle Gemeinschaft entwickelt. Doch wir Stemweder müssen nun selbst daran arbeiten – nach der Devise ‚Support your locals‘ (unterstütze deine örtlichen Anbieter) –, damit es so weitergehen kann. Gerade auch in diesen Zeiten.“

Man sei natürlich auch immer offen für neue Anbieter, betont Bianca Henke. Wer Interesse daran hat, sich mit einem Stand in Levern zu beteiligen, kann sich bei ihr unter Telefon 05745/2763 melden.

Nun hätte eigentlich die Zeit begonnen, in der beim Wochenmarkt Glühwein und andere adventliche Getränke ausgeschenkt werden. Dieses Angebot habe immer viele Stemweder mobilisiert. Die derzeitige Situation mache das allerdings leider unmöglich, bedauert Henke.

Dasselbe gilt für den Weihnachtsmarkt und die traditionelle Adventsfenster-Aktion im Dezember mit dem Treff bei Punsch und Keksen. Beidem hat Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch ganz auf vorweihnachtliche Stimmung müssen die Leverner nicht verzichten.

Dekorierte Adventsfenster wird es nämlich trotz allem geben. Wenn sie auch nicht öffnen, laden sie wenigstens zu einem kleinen Bummel durch den malerischen historischen Stiftsort ein (Bericht dazu folgt).

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