Er stand schon auf der Todesliste – Toller Hund: Familie Breford holt Owtscharka-Mischling aus bulgarischer Tötungsstation
Käme der Wolf, würde Rocco ihn stellen

Hunteburg -

Für viele Welpen ist der Start ins Leben äußerst traurig, insbesondere wenn es Hundeschicksale aus dem europäischen Ausland betrifft.

Donnerstag, 19.11.2020, 01:21 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 02:00 Uhr
Henrik Breford mit dem Kaukasischen Owtscharka-Mischling, der im letzten Moment vor dem Tod gerettet wurde. Rocco, der aus einer Tötungsstation in Bulgarien kommt, hat sich prächtig entwickelt, geht zur Hundeschule und ist der Liebling der Familie.
Henrik Breford mit dem Kaukasischen Owtscharka-Mischling, der im letzten Moment vor dem Tod gerettet wurde. Rocco, der aus einer Tötungsstation in Bulgarien kommt, hat sich prächtig entwickelt, geht zur Hundeschule und ist der Liebling der Familie. Foto: Gertrud Premke

Umso größer ist die Freude dann, tierlieben Menschen zu begegnen, die sich dieser teilweise bereits zum Tode geweihten Vierbeiner bedingungslos annehmen.

Die Familie Susanne und Henrik Breford aus Dielingens Nachbarort Hunteburg zählt zu diesen großherzigen und tierlieben Menschen. Sie haben ihren Rocco, einen Kaukasischen Schäferhund-Mischling, über die Tierrettung International aus einer bulgarischen Tötungsstation gerettet.

„Rocco stand dort bereits auf der Todesliste. Im Internet haben wir über die Tierrettungsorganisation von seinem traurigen Schicksal erfahren. Wir waren auf der Suche nach einem Hund aus einem Tierheim. Unser vorheriger Vierbeiner war ebenfalls ein Tierheimhund und verstarb mit 17 Jahren“, erzählt Henrik Breford. „Als wir Roccos Foto sahen und die trostlose und bedrückende Geschichte lasen, gab es für meinen Mann und mich keinen Zweifel: Hier mussten wir ein Hundeleben retten.“

Auf der Straße aufgelesen

„Die gesamte Hundefamilie, Roccos Mutter und ihre Welpenschar, waren für die baldige Tötung vorgesehen, nachdem sie zuvor als streunende Hunde auf der Straße aufgelesen worden waren,“ berichtet Susanne Breford.

Der kleine Rocco kam dann über die Tierrettung International, eine seriöse Organisation, geimpft, gechipt und mit Begleitpapieren in die Hunteburger Familie und hat sich dort schnell eingelebt. Er sah allerdings bei der Ankunft äußerst kümmerlich aus, total ausgemergelt und im Alter von vier Monaten mit gerade mal fünf Kilo Körpergewicht viel zu leicht. Außerdem hatte er diverse Verletzungen.

Rocco ist nun neun Monate alt und Susanne Breford besucht mit ihrem Liebling eine Hundeschule in Bad Essen. Dort wird nicht auf lautes Kommando trainiert, sondern über Körpersprache, die die Vierbeiner dann deuten und deren Anweisungen zu befolgen sind.

Furchtlose Hunde

Reinrassige Kaukasische Schäferhunde können bis zu 70 Kilo schwer werden, somit ist Rocco auch als Mischling immer noch in der Wachstumsphase, die bis zu eineinhalb Jahre dauern kann.

„Unser Rüde ist momentan auch in der Pubertät und liebäugelt verstärkt mit jungen Hundedamen. Das könnte noch eine Zeit lang andauern, meinte unsere Hundetrainerin,“ sagt Susanne Breford über ihren wolligen, kuscheligen und äußerst gepflegten Vierbeiner. Im Haushalt der tierlieben Familie leben auch noch zwei Katzen, vor Zeiten ebenfalls von der Straße aufgelesen. Als Schicksalsgemeinschaft versteht sich Rocco außerordentlich gut mit den Stubentigern und ebenso mit den freilaufenden Hühnern der Familie.

Der Kaukasische Schäferhund (Kaukasischer Owtscharka) kommt ursprünglich aus der Region des Kaukasus und seiner umliegenden Länder. Er ist eine von der FCI Fédération Cynologique Internationale (Dachverband der Hunderassen) anerkannte Hunderasse aus der ehemaligen UdSSR, deren Rassestandard von Russland aus betreut wird. Der Kaukasische Owtscharka wird in seiner Heimat auch Russischer Bärenhund genannt und wurde dort ursprünglich als Herdenschutzhund eingesetzt.

Der reinrassige Owtscharka ist es gewohnt, tagelang draußen bei der Schafherde zu leben und diese – auf sich allein gestellt – zu bewachen und zu beschützen. Kälte, Wind oder Regen können ihm nichts anhaben und selbst vor einem Kampf mit Wölfen oder Bären, die es auf die Herde abgesehen haben, schreckt er nicht zurück. Es liegt in der Genetik dieser furchtlosen Hunderasse, dass sie ihre Herde und Hirten, deren Familie und Besitz kompromisslos beschützt. Entsprechend misstrauisch ist der Owtscharka Fremden gegenüber und zeigt dies auch durch seine natürliche Schärfe. Dies macht manche dieser Hunde – auch wegen ihrer Größer und Kraft – durchaus gefährlich.

Rocco hingegen ist „nur“ ein Mischling und lernt in der Hundeschule das richtige Benehmen. Ohnehin gibt es in Hunteburg keine Bären oder (noch nicht) Wölfe. Roccos Aufgabe ist es, als treuer Familienhund Haus und Hof zu bewachen. „Und dem wird er als integriertes Familienmitglied voll und ganz gerecht“, schwärmen die Brefords von ihrem Liebling.

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