Frau in Hüde durch Schläge auf den Kopf getötet
Ehemann durfte sich Kindern nicht nähern

Hüde (WB) -

Die Düversbrucher Straße zieht sich von der B51 bis nach Wagenfeld. Es sind nur wenige Kilometer bis zur Grenze zum Kreis Minden-Lübbecke.

Donnerstag, 26.11.2020, 17:48 Uhr aktualisiert: 26.11.2020, 17:50 Uhr
Auf dem Erdhaufen an dem Transformatorhäuschen an der Düversbrucher Straße in Hüde liegen weiße Blumen und Herzen. Es wurden mehrere Grablichter aufgestellt. Hier wurde die 33-jährige Frau am Montagabend tot aufgefunden. Sie hinterlässt drei Kinder.
Auf dem Erdhaufen an dem Transformatorhäuschen an der Düversbrucher Straße in Hüde liegen weiße Blumen und Herzen. Es wurden mehrere Grablichter aufgestellt. Hier wurde die 33-jährige Frau am Montagabend tot aufgefunden. Sie hinterlässt drei Kinder. Foto: Viola Willmann

An der Ecke zur Mecklinge liegt ein Schotterplatz, große Pfützen stehen voller Wasser und Schlamm. Es stehen nur wenige Häuser ringsum.

Die Strecke ist nicht viel befahren, aber doch kommen regelmäßig Fahrzeuge vorbei. Die Straße ist unbeleuchtet, Laternen gibt es keine. Wer hier am Montagabend in der Dunkelheit mit dem Auto oder dem Lastwagen vorbeigekommen ist, dürfte nur schwerlich etwas links oder rechts am Straßenrand gesehen haben.

Und doch ist an dieser Stelle am Montag eine 33-jährige Frau tot aufgefunden worden. Die Mutter von drei Kindern ist gewaltsam durch Schläge auf den Kopf ums Leben gekommen, hat die Obduktion ergeben. Der 39-jährige Ehemann sitzt in Untersuchungshaft.

Auf dem Schotterplatz ist bereits am Mittwochmorgen kein Absperrband mehr zu sehen, die Spurensicherung vor Ort ist abgeschlossen. Einen Tag später liegen weiße Blumen, ein rosa Flechtherz und ein Herz aus Stein mit der Aufschrift „Wir vermissen dich“ auf einem Erdhaufen. Mehrere Grablichter stehen darum.

Kinder kriegen nichts mit

Viele Details geben Polizei und Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen zu dieser Gewalttat nicht preis. Wie diese Zeitung jedoch erfuhr, bestand gegen den Ehemann eine einstweilige Verfügung, sich dem Haus und den drei Kindern nicht zu nähern. Die Mutter habe er nach wie vor treffen dürfen und dies auch getan. Die Eltern hatten sich nach zehn Jahren Ehe getrennt. Der Sohn und die zwei Töchter sind im Alter von sechs bis zehn Jahren, gehen zur Schule und in den Kindergarten. Noch wenige Tage vor dem Unglück wurde der Geburtstag eines der Kinder gefeiert. Dass es bereits bei dieser Gelegenheit zum Streit und zur Eskalation gekommen sein soll und die Kinder daraufhin anderweitig untergebracht worden sein sollen, will Thomas Gissing, Sprecher der Polizei Diepholz, weder bestätigen noch dementieren. Nur so viel: „Die Kinder haben von der Tat am Montag nichts mitbekommen.“ Seit dem Abend sind sie in der Obhut des Jugendamtes.

Wie und von wem die 33-Jährige auf dem dunklen Schotterplatz tot aufgefunden wurde, will die Polizei derzeit nicht sagen. Hat der Ehemann die Polizei selbst verständigt? Hat er sich jemandem anvertraut? Oder haben Nachbarn etwas von der Tat mitbekommen? Diese und weitere Fragen gilt es nun für die Ermittler zu beantworten.

„Für die Staatsanwaltschaft war es wichtig, schnell hinreichende Gründe zu haben, um die Untersuchungshaft für den Mann anordnen zu können. Das ist passiert“, erläutert Thomas Gissing. Nun folge die eigentliche Ermittlungsarbeit, „um eine lückenlose Begründung zu haben, die bei einer Anklageerhebung vor Gericht Bestand hat“.

Bereits am Mittwoch hatte die Polizei mit Hilfe eines Aufrufs Zeugen gesucht, die am Montag, 23. November, in der Zeit zwischen 19 und 23 Uhr an der Düversbrucher Straße Einmündung Mecklinge etwas beobachtet haben. „Es sind mehrere Anrufe eingegangen, die jetzt ausgewertet werden müssen“, berichtet der Polizeisprecher.

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