Die „Königin der Instrumente“ in der Stemweder Heilig-Kreuz-Kapelle muss dringend saniert werden
Haldemer Orgel pfeift aus dem letzten Loch

Haldem -

Gut 180 Jahre ist die Brinkmann-Orgel in der Haldemer Heilig-Kreuz-Kapelle alt.

Montag, 30.11.2020, 03:51 Uhr aktualisiert: 30.11.2020, 04:00 Uhr
Die „Königin der Instrumente“ in der Stemweder Heilig-Kreuz-Kapelle muss dringend saniert werden: Haldemer Orgel pfeift aus dem letzten Loch

Das Instrument gilt als historische Rarität, denn es ist eine von zwei erhaltenen Brinkmann-Orgeln, bei der noch drei der fünf historischen Register erhalten sind.

Die heute unter Denkmalschutz stehende Orgel wurde 1839 von Johann Heinrich Brinkmann aus Versmold erbaut und 1840 zur Silberhochzeit von Karl und Karoline von dem Bussche-Ippenburg gestiftet. Ursprünglich als Gebrauchsinstrument für Gottesdienste gedacht, wurde sie später überwiegend anlässlich von Trauerfeiern gespielt. Bis heute ist sie ein treues Werkzeug im Dienst der Kirchenmusik in der Kapelle.

Stark in Mitleidenschaft gezogen

Inzwischen allerdings besteht erheblicher Renovierungsbedarf. Die „Königin der Instrumente“ ist in die Jahre gekommen, und auch die letzte Restaurierung (1964 durch Paul Ott aus Göttingen) liegt bereits einige Jahre zurück. Durch die lange Zeit vorhandenen Bauschäden an der Heilig-Kreuz-Kapelle ist die Orgel jedoch stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Höchste Zeit zum Handeln!

Heute zeigen sich klimatische Schäden, die allerdings durch eine umfassende Orgelreinigung und –sanierung behoben werden könnten. Nach der umfangreichen Sanierung der gesamten Heilig-Kreuz-Kapelle – mit erheblichen Mitteln durch die Gemeinde Stemwede – soll nun die wertvolle Haldemer Brinkmann-Orgel wieder auf Vordermann gebracht werden.

„Das prächtige Instrument mit kulturhistorischer Bedeutung muss dringend saniert werden“, sagt Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat. Die denkmalrechtliche Erlaubnis zur Orgelsanierung wurde im zurückliegenden Jahr durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe erteilt.

„Die öffentliche Hand, sprich die Gemeinde Stemwede, muss ihrer denkmalfördernden Verantwortung gerecht werden“, betont der Verwaltungschef. Zwar könne man die Kosten noch nicht genau beziffern, aber der Bürgermeister geht von etwa 50.000 Euro für die Sanierung aus und hofft auf eine Förderung für die Hälfte des Betrages durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Konzertreihe in Corona-Zeit

„Der Eigenanteil, der bei der Gemeinde Stemwede verbleibt, ist aber dennoch sehr hoch. Darum wäre es schön, wenn Spenden von Bürgern, Unternehmen oder Stiftungen in die Renovierung der edlen Orgel fließen“, wünscht sich der Bürgermeister. Schön wäre es aus seiner Sicht, wenn nach der Coronazeit dieses besondere Instrument in einer Kultur- und Konzertreihe in Szene gesetzt werden könnte.

„Das sorgt sicher dafür, dass dieses kulturhistorische Kleinod nicht nur saniert wird, sondern auch eine gute Nutzung erfährt“, sagt Abruszat. Dem stimmen Helga Steckel von der Bürgerstiftung Haldem-Arrenkamp und Ortsheimatpfleger Hans Möller-Nolting ausdrücklich zu: „Mit der Sanierung der Heilig-Kreuz-Kapelle und der Fertigstellung der neuen Außenanlage mit dem Platz des Friedens , dem Platz der Stille und dem Platz der Begegnung ist es gelungen, Haldems Dorfmitte attraktiv und einladend zu gestalten.“

„Seit jeher wird die Orgel nicht nur als musikalische Begleitung bei Trauerfeiern eingesetzt, sondern auch bei dort stattfindenden Chor-, Orgel- und Benefiz-Konzerten. Ihr wunderbarer Klang erfreut die Menschen und führt sie ein Stück weit zusammen“, betont Helga Steckel.

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