Im Alterswohnsitz Stiftsort Levern in Stemwede ist noch kein Bewohner an Corona erkrankt – Leiter Carsten Langer ist vorsichtig optimistisch.
Heim setzt auf Prävention und Impfung

Levern -

„Ich bin sehr froh darüber, dass die Bewohner unseres Pflegeheims bisher nicht von Corona betroffen sind“, sagt Carsten Langer.

Donnerstag, 07.01.2021, 03:49 Uhr
Dreimal in der Woche wird im Leverner Pflegeheim ein Corona-Schnelltest bei den Mitarbeitern durchgeführt. Hier testet Pflegedienstleiter Holger Langer seine Kollegin Chantal Brendel.
Dreimal in der Woche wird im Leverner Pflegeheim ein Corona-Schnelltest bei den Mitarbeitern durchgeführt. Hier testet Pflegedienstleiter Holger Langer seine Kollegin Chantal Brendel.

Er ist der Leiter des Alterswohnsitzes Stiftsort Levern (68 Bewohner/60 Mitarbeiter) und verfolgt aufmerksam alle Nachrichten rund um die Pandemie – insbesondere über das Ausbruchsgeschehen in den Altenheimen.

„Ich wünsche mir sehr, dass Corona unserem Haus weiterhin fern bleibt“, sagt Langer. „Allerdings – das zeigen die Erkrankungen in so vielen Heimen – gibt es natürlich auch für uns keine Garantie, dass es nicht doch zu einem Ausbruch kommen kann.“

Wie der Heimleiter im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete, gebe der Gesetzgeber mittlerweile hohe Auflagen für Altenheime vor, aber die Leverner Einrichtung habe seit Beginn der Coronakrise bereits sehr stark auf Prävention gesetzt. „So wurden bei uns im Haus schon FFP2-Masken getragen, bevor dies überhaupt gesetzlich gefordert wurde“, sagt Langer.

Sein Haus führe zudem viele Schnelltests durch. „Allein von Kalenderwoche 50 bis Kalenderwoche 53 waren es 1000 Schnelltests“, erzählt der Heimleiter. Jeweils eine Viertelstunde dauert es, bis das Ergebnis feststeht. „Wir testen jeden Mitarbeiter an jedem dritten Tag. Unsere Bewohner bekommen den Schnelltest einmal in der Woche. Für jeden Besucher, der unsere Einrichtung betritt, ist der Test generell verpflichtend. Letzteres ist jetzt gesetzlich vorgeschrieben, doch unser Pflegeheim führte dies schon früher durch. Prävention ist das A und O“, betont Langer.

Er glaubt zudem, dass noch ein weiterer glücklicher Umstand dazu geführt hat, dass bislang kein Bewohner erkrankt ist: „Wenn sich deren Angehörige und die Besucher nicht so vorbildlich diszipliniert verhalten hätten, wäre es wohl nur schwer möglich gewesen, Corona aus der Einrichtung fern zu halten. Alle haben vorbildlich mitgespielt.“

Langer räumt allerdings ein, dass sein Pflegeheim vor kurzem riesiges Glück gehabt hat. Drei Mitarbeiter, die zu jenem Zeitpunkt keinen Dienst hatten, hätten sich in ihrer häuslichen Umgebung infiziert. „Die hatten zum Glück frei und meldeten sich von zu Hause aus mit Symptomen. Das Heim betraten sie nicht mehr. Wir ließen sie zu Hause und baten sie, den Test zu machen, der dann auch positiv war.“ Man sei danach durchaus in Sorge gewesen, sagt Langer. „Man weiß ja, dass Menschen schon ansteckend sind, obwohl sie noch symptomfrei sind. Ich bin in diesem Fall fest davon überzeugt, dass uns die FFP2-Masken vor einem Ausbruch geschützt haben.“

Beunruhigt war die Heimleitung auch wegen der Feiertage, an denen die Corona-Auflagen Lockerungen erlaubten. „Zehn unserer Bewohner gingen über Weihnachten nach Hause. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr wurden sie negativ getestet, aber man ist ja nicht sofort positiv. Deshalb erfolgten drei Tage später die zweiten Tests. Alles war zum Glück gut“, freut sich Langer.

Der Altenheim-Leiter hat ein Lob für das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke parat: „Die Zusammenarbeit mit der Mindener Behörde ist gut. Man kann sich bei Fragen jederzeit an deren Mitarbeiter wenden, obwohl sie durch die Coronakrise stark belastet sind.“ Große Hoffnung setzt Carsten Langer auf die Impfung. „Am 4. Januar gab es bei uns im Alterswohnsitz die erste Impfrunde. Die nächste folgt in drei Wochen. Dann wird unser Haus – allem voran die Bewohner – einen relativ großen Schutz haben.“ Mehr als 100 Menschen im Heim ließen sich laut Langer vom Team Dr. Brigitte Sommer-Hafer (Dielingen ) und Dr. Simone Barfeld aus Lübbecke impfen: 95 Prozent der Bewohner und zwei Drittel der Mitarbeiter. „Ein Drittel unserer Beschäftigten wollte sich nicht impfen lassen. Sie waren skeptisch“, räumt Langer ein.

Der Heimleiter sieht die am Dienstag gefassten Corona-Beschlüsse der Politik positiv. „Ich hatte wirklich Angst vor Weihnachten und sah es sehr kritisch, dass die Bewohner die Einrichtung verlassen durften. Wenn eine Einrichtung wie unsere einen Corona-Ausbruch hat, lässt sich das schlecht eindämmern. Wenn man als Pflegeheim davon betroffen ist, kann man fachlich noch so gut sein und sich vorher größtmöglich geschützt haben – man hat auf jeden Fall ein großes Problem.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7754002?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516045%2F
Kramer und das schwere Erbe
Der neue Trainer gibt die ersten Anweisungen: Frank Kramer erklärt den DSC-Profis anhand einer Taktiktafel seine Vorstellungen.
Nachrichten-Ticker