Verschiedene Wohnformen und viel Ökologie: Wohnquartier in Stemwede-Levern soll ein Sahnestück werden
Es gibt sogar Gemeinschaftsgärten

Stemwede -

Es soll ein absolutes Sahnestück werden: Das künftige „Wohnquartier am historischen Ortskern“ steht zurzeit zwar erst nur auf dem Papier, doch die Planungen schreiten voran.

Samstag, 20.02.2021, 05:26 Uhr aktualisiert: 20.02.2021, 05:30 Uhr
Urban Gardening – ein Trend aus Großstädten (hier Berlin) soll auch im künftigen Wohnquartier in Levern möglich sein. Die Idee von Tim Nowak, dem Gewinner des Planungswettbewerbs, sieht jedenfalls Flächen vor, die als Gemeinschaftsgärten genossenschaftliche Mikro-Landwirtschaft ermöglichen können.
Urban Gardening – ein Trend aus Großstädten (hier Berlin) soll auch im künftigen Wohnquartier in Levern möglich sein. Die Idee von Tim Nowak, dem Gewinner des Planungswettbewerbs, sieht jedenfalls Flächen vor, die als Gemeinschaftsgärten genossenschaftliche Mikro-Landwirtschaft ermöglichen können. Foto: Jörg Carstensen

Das Besondere an dem Areal: Es wird kein klassisches Baugebiet mit ausschließlich Einfamilienhäusern, wie es von der Gemeinde Stemwede schon oft geplant und vermarktet wurde.

In Levern entsteht vielmehr ein durchmischtes Quartier verschiedener Wohnformen, in dem Jung und Alt, Familien und Singles ein neues Zuhause finden. Soziale, gesellschaftliche Nutzungen und Dienstleistungsangebote ergänzen das Wohnen in einem ökologisch sehr grünen und differenzierten Wohngebiet.

Während der Sitzung des Stemweder Ausschusses für Bauen, Planung und Umwelt in der Begegnungsstätte in Wehdem stellte – coronabedingt per Video-Live-Übertragung – Tim Nowak aus Neuss weitere Details vor. Sein Studio war mit dem ersten Preis des Planungswettbewerbs ausgezeichnet worden, den die Gemeinde eigens für das Wohnquartier initiiert hatte .

Nowak hat bereits Anregungen des Schiedsgerichts in seine Entwürfe eingearbeitet. Unter anderem erschien den Juroren die zunächst vorgesehene Bebauungsdichte zu hoch. Ihnen gefiel auch sehr nahe Heranrücken der Bebauung an die Leverner Straße nicht. Zudem wurde Nowak gebeten, das Stellplatzkonzept überarbeiten.

167 Wohneinheiten entstehen

Grundsätzlich sollen auf dem 27.000 Quadratmeter großen Grundstück am Kalberkamp , direkt neben der Leverner Hauptstraße, 67 Gebäuden mit 167 Wohneinheiten entstehen. Es gibt 113 oberirdische Stellplätze für Fahrzeuge und – in einer großen Tiefgarage – weitere 99 Stellplätze. Es wird zudem 7 Carsharing-Plätze geben.

Die Gemeinschaft der Bewohner wird bei diesem Projekt großgeschrieben. So sind im Wohnquartier unter anderem ein Nachbarschaftstreff, eine Offene Werkstatt sowie Flächen für Gemeinschaftsgärten geplant. In letzterem kann Mikro-Landwirtschaft betrieben werden – das so genannte Urban Gardening. Dieser Trend kommt aus Großstädten wie Berlin. Der Garten dieser Art in Levern soll der Quartiersgemeinschaft als genossenschaftlich genutzte Fläche dienen.

Diesen Plan vom Wohnquartier hat Tim Novak per Video-Übertragung dem Bauausschuss in Wehdem vorgestellt.

Diesen Plan vom Wohnquartier hat Tim Novak per Video-Übertragung dem Bauausschuss in Wehdem vorgestellt. Foto: Gemeinde Stemwede

Wie Nowak berichtete, werden den künftigen Investoren allerdings auch konservative, eher gemeindetypische Elemente vorgeschrieben: So sind die vertrauten Satteldächer Standard und Flachdächer nur die Ausnahme. Letztere müssen begrünt werden, um den Insekten Lebensraum zu bieten.

Die Eindeckung der Häuser soll mit roten Ziegeln erfolgen, um ein homogenes Dorfbild zu erzeugen. Photovoltaik- und Solarmodule sind erlaubt. Die Fassaden dürfen aus rotem Klinker (rot/braune Töne) oder so genanntem Kellenwurf-Putz bestehen. Alle befestigten Flächen müssen naturnah und versickerungsfähig gestaltet werden. Novak empfiehlt der Gemeinde hier, den maximal zulässigen Versiegelungsgrad planungsrechtlich festzulegen.

Naturnahe Gestaltung

Einen breiten Raum nimmt ohnehin die Ökologie in dem Konzept ein. Schottergärten sind verboten, auf jedem Grundstück ist ein Baum zu pflanzen. Die Bewohner müssen alle nicht befestigten Flächen auf ihren Grundstücken „naturnah und gärtnerisch gestalten“. Das gilt auch für alle öffentlichen, nicht befestigten Flächen. Ein hohes Maß an Pflanzenvielfalt wird empfohlen. Es sollen heimische Gewächse sein, die nach Möglichkeit auch mit den Folgen des Klimawandels einigermaßen gut klar kommen, also nicht zu empfindlich gegenüber lang anhaltenden Trockenperioden sind.

Die Kommunalpolitik wird sich weiter mit dem Projekt beschäftigen. Ein eigens gegründeter Arbeitskreis soll sich um die Details der Planung kümmern.

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