Sa., 30.06.2018

Verwaltung und Politik fordern Lärmschutzmaßnahmen der Bahn in Altenbeken Güterverkehr nimmt Fahrt auf

Das Motiv eines Güterzuges auf dem großen Viadukt bei Altenbeken ist kein seltener Anblick: Jährlich rollen mehr als 17.500 Schienentransporte über Europas größte Sandsteinbrücke – Tendenz steigend.

Das Motiv eines Güterzuges auf dem großen Viadukt bei Altenbeken ist kein seltener Anblick: Jährlich rollen mehr als 17.500 Schienentransporte über Europas größte Sandsteinbrücke – Tendenz steigend. Foto: Bernhard Liedmann

Altenbeken (WB/per). Mit Sorge blickt die Altenbekener CDU auf den zunehmenden Güterverkehr auf der Schiene. Sie fordert deshalb Antworten von der Bahn, wie sie dem damit verbundenen Anstieg des Lärmpegels begegnen will – ein Anliegen, das auch bei SPD-Bürgermeister Hans Jürgen Wessels auf fruchtbaren Boden stößt.

»Wir wissen, dass wir an der Belastung nichts ändern können, aber vielleicht können wir Maßnahmen einfordern oder auch selbst treffen«, sagte Matthias Möllers von den Christdemokraten in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. »Der Antrag ist absolut berechtigt«, unterstützte auch Wessels den Vorstoß der CDU.

»Wir liegen auf der Achse nach Warschau und Moskau. Es wäre Realitätsverweigerung, wenn wir nicht davon ausgingen, dass diese Strecke künftig stärker bespielt wird, zumal der Lkw-Verkehr vor dem Kollaps steht«, sagte Wessels.

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Wir liegen auf der Achse nach Warschau und Moskau.

Bürgermeister Hans Jürgen Wessels

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Dass die Belastung der Anwohner entlang der Zugtrasse bereits heute hoch ist, machen Zahlen der Bahn deutlich: So sind auf dem Abschnitt zwischen Viadukt und Bahnhof Altenbeken jährlich rund 79.000 Züge unterwegs (Stand 30. Juni 2017). Das sind pro Tag 216 Züge. Auf den Güterverkehr entfallen davon knapp 17.650 Züge, wobei deutlich mehr als die Hälfte der Transporte in die Nachtstunden fällt, nämlich 10.000.

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Es gibt inzwischen viele Möglichkeiten, Geräuschemissionen zu senken.

Bürgermeister Hans Jürgen Wessels

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Wessels betonte in der Sitzung, dass man mögliche Konsequenzen von den Antworten der Bahn abhängig machen wolle. Gleichzeitig nährte er jedoch die Hoffnung, dass mehr Verkehr nicht zwangsläufig mehr Lärm bedeute – im Gegenteil: »Es gibt inzwischen viele Möglichkeiten, Geräuschemissionen zu senken.« Als Beispiele gelten die Nachrüstung von so genannten Flüsterbremsen an älteren Güterzügen oder der Einbau von Bahnschwellen mit dämpfendem Unterbau.

Bis 2020 will die Bahn nach eigenen Angaben an den wichtigsten Strecken die Geräuschbelastung halbieren. Ob auch Altenbeken davon profitiert, wollen Verwaltung und Kommunalpolitiker möglichst zeitnah von der Bahn erfahren.

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