Sa., 07.07.2018

Neuer Belag verärgert Altenbekener Rat Schotterpiste statt Radspaß

Kein Fahrvergnügen in der Natur verspricht der neue Belag des Radweges zwischen Altenbeken und Neuenbeken. Vor etwa zwei Monaten im Zug von Kanalsanierungen aufgebracht verärgert er Radler und Altenbekener Politiker

Kein Fahrvergnügen in der Natur verspricht der neue Belag des Radweges zwischen Altenbeken und Neuenbeken. Vor etwa zwei Monaten im Zug von Kanalsanierungen aufgebracht verärgert er Radler und Altenbekener Politiker Foto: Liedmann

Altenbeken (WB/bel). Es sollte ein unbeschwertes und vor allem risikoloses Radvergnügen werden. Doch der neue Radweg zwischen Altenbeken und Neuenbeken sorgt für Ärger bei Radlern und Egge-Politikern. Er ist eine regelrechte Schotterpiste, doch dies ist den Vorgaben des Naturschutzes geschuldet.

Eine »Zumutung für lange Zeit« war die einhellige Meinung im Rat Altenbeken. »Wir können hier aber nicht die Pistole rausholen«, dämpfte Bürgermeister Hans Jürgen Wessels Forderungen von Ratsmitgliedern an die Gemeinde zu einer Verbesserung. Kernproblem des neu gemachten Weges, der eigentlich die Verbindung für Radfahrer nach Neuenbeken sicherer machen sollte, ist der Schotterbelag.

Weil der Weg durch ein Naturschutzgebiet führt, werde vom Landesbetrieb Wald und Holz die Körnungsgröße vorgegeben, so Wessels. Sie betrage mindestens 0,8 Zentimeter. Dies sei dann auch im Zuge der Sanierungsarbeiten für die Kanalleitungen durchgeführt worden. Deshalb liege jetzt hier ein grober Schotter und alle Gespräche zum Aufbringen einer kleineren Körnung seien bislang leider ergebnislos verlaufen. »Wir haben hier eben nicht die Kappe auf«, sagte Wessels im Rat und verwies damit auf die Eigentumsrechte der Strecke über etwas mehr als zwei Kilometer entlang der L755 zwischen Altenbeken und Neuenbeken.

Ohne breite Radreifen gehe das Befahren nicht, sah SPD-Ratsherr Andreas Kersting ebenfalls eine sehr eingeschränkte Nutzung des offiziellen Radweges. Ratsmitglieder warfen in der Diskussion ein, dass der Radweg schließlich die Radfahrer aus Sicherheitsgründen von der Straße holen sollte, jetzt sei jedoch zu befürchten, dass diese wiederum auf die Straße auswichen.

Einen Vorschlag aus der Runde, dann besser einen neuen richtig befestigten Radweg entlang der Straße am Naturschutzgebiet vorbei neu zu bauen, lehnte Wessels wiederum ab. Ein neuer Wegebau würde länger dauern als dass sich der bisherige Schotter dauerhaft durch Witterungseinflüsse setze und verfestigt habe. Er rechne mit einer Dauer von ein bis zwei Jahren, bis sich durch Witterung und Laub eine festere Schicht auf der Oberfläche gebildet wird. Ausweichmanöver seien bei der groben Schotterung allerdings recht schwer. Aus den Reihen der Ratsmitglieder kam sogar der Vorschlag, die Strecke für Radfahrer aus Sicherheitsgründen zu sperren.

Wessels sicherte dem Rat abschließend zu, sich hier weiterhin für das zusätzliche Aufbringen einer feineren Körnung einzusetzen. Der Radweg zwischen Altenbeken und Neuenbeken verläuft durch drei Eigentumsbereiche. Neben der Gemeinde Altenbeken und der Stadt Paderborn ist dies der Landesbetrieb Wald und Holz. Allein hier sind es etwa ein Kilometer durch Naturschutzgebiet. Und ein Flickenteppich in der Ausgestaltung mache auch keinen Sinn, so der Altenbekener Bürgermeister. Festes Material dürfe allerdings auch nicht eingebaut werden. Die Schotterstrecke selbst beginnt an der Haltestelle Durbeke und führt dann entlang des Flusses bis nach Neuenbeken. Der Radweg ist auch Bestandteil von größeren Radrouten.

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