Di., 17.07.2018

Dritte Ladestation in Bad Lippspringe – E-Auto in Altenbeken wird abgezogen E-Mobilität mit Startschwierigkeiten

Optimistischer Start in Bad Lippspringe für die dritte Ladestation: Bad Lippspringes Klimaschutzmanager Sascha Gödecke und Leonie Riekschnietz von der Westfalen Weser Netz an der neuen E-Ladestation am Parkhaus.

Optimistischer Start in Bad Lippspringe für die dritte Ladestation: Bad Lippspringes Klimaschutzmanager Sascha Gödecke und Leonie Riekschnietz von der Westfalen Weser Netz an der neuen E-Ladestation am Parkhaus. Foto: Klaus Karenfeld

Bad Lippspringe/Altenbeken (WB/kar/bel). Die Kur- und Badestadt forciert den Ausbau der Elektro-Mobilität: Am Parkhaus in der Kurparkstraße ist eine weitere E-Ladestation in Betrieb gegangen. »Wir möchten damit ein klares Zeichen setzen«, betont Klimaschutzmanager Sascha Gödecke. Er zeigt sich überzeugt: »Auf Dauer ist die E-Mobilität für Bad Lippspringe ein Stück Zukunftssicherung.«

Die Ladestation in der Kurparkstraße ist bereits die dritte am Ort. Rechtzeitig zur Landesgartenschau 2017 war die erste Ladesäule am so genannten Ehrenhain an den Start gegangen, also direkt am Eingang zum Gartenschaugelände. Im April 2018 folgte eine zweite im Bereich des Schulzentrums.

Mit der neuen Ladestation am Parkhaus in der Kurparkstraße will die Westfalen Weser Energie-Gruppe »der Idee der Elektromobilität stärkeren Anschub geben und die Alltagstauglichkeit anschaulich demonstrieren«. Der Standort sei bewusst gewählt, machte Leonie Riekschnietz, Kommunalreferentin der Westfalen Weser Netz, bei einem Vororttermin deutlich. »Hier, vor dem viel benutzten Parkhaus, wird Elektro-Mobilität zu einem sichtbaren Alltagsgegenstand wie ein Computer oder ein Fahrradständer.«

Interesse hält sich in Grenzen

Noch aber hält sich das Interesse der in Frage kommenden Autofahrer in Grenzen. Im Monat Juni beispielsweise wurde die Ladesäule im Schulzentrum lediglich fünf Mal angesteuert. Verhalten ist auch die Nachfrage bei der Station beim Eingang zur Gartenschau. Als die Bündnisgrünen im Zuge der Haushaltsberatung weitere drei Ladestationen für die Stadt forderten, konterte CDU-Fraktionsvorsitzender Walter Strop, dass zur großen Landesgartenschau mit einer Dauer von mehr als einem halben Jahr diese zentrale Ladestation sage und schreibe nur 16 mal genutzt worden sei. Dementsprechend scheiterte auch der Antrag. Die Fachleute der Westfalen Weser Energie-Gruppe gehen jedoch davon aus, dass Elektroautos sich ab 2020/21 durchsetzen werden, da ab dann die Modellvielfalt der emissionsfreien Fahrzeuge zunehmen werde. Das Unternehmen investiert laut Riekschnietz aktuell in die Installation von 200 Ladepunkten in Ostwestfalen-Lippe und Südniedersachsen. Die durchschnittliche Entfernung zu den einzelnen Stationen soll künftig etwa 20 Kilometer betragen.

Für die nächsten 100 Kilometer aufgetankt

Die Ladestationen haben eine Leistung von je 22 kW. Damit kann im besten Fall ein Elektroauto innerhalb einer Stunde für die nächsten 100 Kilometer wieder aufgetankt werden. Einzige Voraussetzung: Das Fahrzeug muss über einen EU-genormten Standartstecker Typ 2 verfügen.

Die Freischaltung der Ladesäule erfolgt über die App »Plugsurfing«; hierüber erfolgt auch die Abrechnung. Der Nutzer muss sich dort einmalig registrieren lassen und kann danach an der Tankstelle vor dem Parkhaus in der Kurparkstraße sofort laden.

Ähnliches gilt auch für die Ladestationen in Altenbeken, einer Vorreitergemeinde in Sachen E-Mobilität im Kreis. Hier entstand vor einem Jahr die erste Mobilitätsstation im Kreis Paderborn, die der Allgemeinheit die freie Nutzbarkeit von E-Autos und E-Bikes zur Verfügung stellen wollte. Die Kooperation beim Carsharing mit »App2drive« und einem E-Auto klappte jedoch alles andere als reibungslos, weshalb die Gemeinde jetzt den Vertrag mit dem Anbieter gekündigt hat.

Gemeindeverwaltung kündigt Vertrag über Carsharing-Fahrzeuge

Ein E-Auto sollte vertraglich auch von der Gemeindeverwaltung für Dienstfahrten genutzt werden können. Doch entweder funktionierte bereits das Buchen oder das Öffnen des Autos nicht oder die Batterie war leer, so Altenbekens Marketingchefin Marion Wessels zu den Erfahrungen. Eingehalten wurden zudem auch keine Service-Leistungen, und so sah sich die Verwaltung genötigt, den Vertrag über die zwei Carsharing-Fahrzeuge zu kündigen. Eigentlich hätten auch in Buke und Schwaney weitere Stellflächen zur Verfügung stellt werden sollen, doch ist dies jetzt hinfällig, und bis Ende des Monats soll auch das E-Auto von »App2drive« an der Mobilstation verschwinden. Dennoch will die Gemeinde am Ausbau der E-Mobilität in der Egge festhalten und ist auf der Suche nach einem weiteren Anbieter für das Sharing-Modell. Auch der gemeindeeigene Dienstwagen soll jetzt durch ein E-Fahrzeug ersetzt werden. Dies beschloss der Rat in seiner jüngsten Sitzung. Insgesamt hat die Gemeinde bereits vier Ladestationen am Bahnhof und am Marktplatz für E-Autos.

Erfolgversprechender läuft dagegen die Vermietung der acht E-Bikes in der Mobilstation, so Wessels weiter. Auch sie wurden vor einem Jahr an der Mobilstation installiert und können von jedem Bürger per App gemietet werden. Ausleihzahlen hätte man jedoch bislang nicht konkret abgefragt, so Wessels.

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