Di., 18.09.2018

Straßen NRW sieht Lärm-Grenzwerte in Buke nicht überschritten Schallschutz abgelehnt

Die B64 durchschneidet Buke. Nach den umfangreichen Rodungsaktionen im Frühjahr wächst das Grün am Hang nach. Doch Böschungen und Bäume stellen keinen Schallschutz dar, sagt Straßen NRW. Die Behörde lehnt zudem einen aktiven Schallschutz ab.

Die B64 durchschneidet Buke. Nach den umfangreichen Rodungsaktionen im Frühjahr wächst das Grün am Hang nach. Doch Böschungen und Bäume stellen keinen Schallschutz dar, sagt Straßen NRW. Die Behörde lehnt zudem einen aktiven Schallschutz ab.

Von Bernhard Liedmann

Altenbeken (WB). Straßen NRW hat einen Schallschutz an der B64 für Buke abgelehnt. Derzeit wird hier von etwa 14.000 Fahrzeugen pro Tag ein Schallpegel von 65,7 Dezibel am Tag und 60,1 Dezibel in der Nacht erreicht. Nicht ausreichend, um hier einen aktiven Schallschutz vorzunehmen, so die abschlägige Antwort von Straßen NRW.

Die für Buke wenig erfreuliche Nachricht gab Bürgermeister Hans Jürgen Wessels in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses bekannt. Ausgelöst worden war die Diskussion um die Lärmbelästigung in Buke Anfang des Jahres, als Straßen NRW großräumig Bäume und Büsche entlang der B64 bei Buke entnahm. Abgesehen von der rigorosen Art der Maßnahme, die viele Altenbekener als regelrechten »Kahlschlag« bezeichneten, sah die Gemeinde auch Auswirkungen auf den Schallschutz im Bereich Buke gegeben und stellte dem Landesbetrieb einen Fragenkatalog zur Maßnahme und möglichen Lärmauswirkungen (wir berichteten mehrfach). Im Juni beantwortete Straßen NRW zumindest einen Teil der Fragen und ging neben der erforderlichen Verkehrssicherungspflicht insbesondere auf den Themenbereich Schallschutz ein. Danach habe die Pflegemaßnahme keine Einfluss auf den Schallschutz. Eine Pflanzung als Lärmschutz müsse mindestens 100 Meter breit sein, sagte der Landesbetrieb.

Zuschussprogramme für passiven Lärmschutz

In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses lagen auch die Antworten zum Thema Lärmschutz vor. Danach werden im Bereich Buke die Grenzwerte nicht überschritten und so sieht der Landesbetrieb keinen Handlungsbedarf. Er wies darauf hin, dass es beim Bund Zuschussprogramme für passiven Lärmschutz gibt. In einer Anlage zu den Antworten führte der Landesbetrieb auch die aktuellen Zahlen zur Verkehrsbelastung an. Danach werden aus Fahrtrichtung Paderborn vor Buke etwa 16.400 Fahrzeuge gezählt. Hinter Buke sind es 13.500.

Bis zu 70 Dezibel am Stapelsberg

Nach dem Lärmkataster des Landes NRW (abrufbar im Internet unter Umgebungslärm NRW) liegen die Häuser im Bereich der südlichen Hachmannstraße beim 24-Stunden-Pegel unter 70 Dezibel und überschreiten 65 Dezibel. Für die B64 selbst wird ein Lärmpegel von mehr als 75 Dezibel errechnet. Zum Vergleich: Derzeit wird in der Gemeinde Borchen im Bereich der A33 aktiver und passiver Lärmschutz umgesetzt. Hier liegt die Schallbelastung der Häuser beispielsweise am Almehang laut Lärmkataster NRW bei unter 60 Dezibel. Nachts geht er auf unter 55 Dezibel zurück.

Abgesehen vom aktiven Lärmschutz an der Autobahn haben im Bereich Borchen zahlreiche Anwohner Anspruch auf passiven Lärmschutz. Doch liegt der Fall in Borchen anders, weil hier die falschen Prognoseberechnungen beim seinerzeitigen Genehmigungsverfahren vorgenommen wurden. Daraus entwickelte sich ein Anspruch auf nachträgliche Maßnahmen. Eine weitaus stärkere Lärmquelle für Altenbeken stellt jedoch die Schiene dar. Große Teile der Adenauerstraße und am Stapelsberg in Altenbeken haben einen 24-Stunden-Lärmpegel von 65 bis 70 Dezibel.

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