Do., 20.09.2018

Heinemann-Brüder präsentieren beim Erntedankzug in Schwaney ein Unikat Bauernfarm mit Kaffeeduft

Premiere für ihren ersten großen Wagen beim Erntedankumzug. Heinz-Josef, Matthias und Andreas Heinemann (von links) haben mit etwa 100 Fahrzeugen das große Landwirtschaftsmodell gebaut. Der älteste Mähdrescher ist aus dem Jahr 1963.

Premiere für ihren ersten großen Wagen beim Erntedankumzug. Heinz-Josef, Matthias und Andreas Heinemann (von links) haben mit etwa 100 Fahrzeugen das große Landwirtschaftsmodell gebaut. Der älteste Mähdrescher ist aus dem Jahr 1963. Foto: Bernhard Liedmann

Von Bernhard Liedmann

Schwaney (WB). Fünf Mähdrescher und etwa 20 Traktoren auf 23 Quadratmetern Stellfläche. Familien Heinemann aus Schwaney macht es für den großen Erntedankumzug in Schwaney möglich. In monatelanger Arbeit haben sie eine riesiges Bauernareal gebaut. Alles im Maßstab 1:32.

Die Liebe für den großen Umzug steckt im Detail: Was man nicht sehen, sondern bei dem großen Wagen nur riechen kann, ist die Erde: »Wir haben über zwei Jahre den Kaffeesatz gesammelt, damit man ihn der Erde für den Acker untermischen kann«, sagt Heinz-Josef Heinemann (54). Wenn man nur Erde genommen hätte, wäre diese ausgetrocknet und fest geworden. Mit dem gesammelten Kaffeesatz, insgesamt 110 Liter in zwei Jahren, sieht die Erde aber wie auf einem richtigen Acker aus und es können sogar Furchen gezogen werden. Für den Betrachter nach dem großen Umzug am Sonntag, 30. September: Der Wagen unter dem Motto »Jeder Landwirt fängt mal klein an« verströmt einen leichten Kaffeeduft.

Der Mähdrescher in Aktion. Die Scheune hinten ist echt. Foto: Bernhard Liedmann

Es ist der erste Wagen der Brüder Heinz-Josef (54) Andreas (48) und Matthias (45) Heinemann, den sie beim großen Erntedankumzug in Schwaney vorstellen werden. Zu dem Umzug werden etwa 4000 Besucher erwartet, die den Umzug mit 400 Teilnehmern und 30 Gruppen bewundern werden. Familie Heinemann ist von Anfang an dabei gewesen. Beim ersten Umzug vor 42 Jahren saß Vater Heinrich Heinemann (81) am Steuer des geschmückten Mähdreschers, und seitdem war die Familie immer mit dabei.

»Mit den Kindern haben wir angefangen, Trecker und Mähdrescher zu sammeln«, sagt Andreas Heinemann zu dem Hobby der drei Brüder, die im Laufe der Jahrzehnte dann eine umfangreiche Vitrinensammlung angelegt haben. Der größte Mähdrescher ist auch auf dem Wagen. Im Original hätte er eine Breite von 12,30 Metern, auf dem Wagen mäht er mit einer Breite von 39 Zentimetern.

200 Arbeitsstunden investiert

Seit März arbeiten die Brüder mit den Kindern von Andreas Heinemann, Elias (8) und Vivien (14), an dem Projekt, bei dem die Platten auf einer Fläche von 8,30 mal 2,80 Metern auf einem Pkw-Anhänger montiert wurden. Darauf wurde dann die Landschaft gestaltet. Etwa 200 Arbeitsstunden wurden reingesteckt, damit aus Kunstrasen, echtem Stroh und Weizenähren, Bitumen und Schotter die große Landschaft realistisch aufgebaut werden konnte. Auch die beiden großen Ställe entstanden in Handarbeit mit einem offenen Dach, damit der Betrachter einen Blick in die Viehhaltung werfen kann.

Damit alles auch beim großen Umzug stabil bleibt, ist jedes Gefährt unsichtbar mit Spackschraube und Draht mit der Bodenplatte verankert. »Nur die Wassermühle mit fließendem Wasser haben wir nicht mehr geschafft«, schmunzeln die drei Brüder: »Aber für den nächsten Umzug in drei Jahren braucht man ja noch eine Steigerung.«

15 Aktive stellen Großveranstaltung auf die Beine

Zu sehen sein wird der Wagen bei dem Umzug am Sonntag, 30. September, ab etwa 14.30 Uhr. Der Zug dauert etwa zweieinhalb Stunden, anschließend können die Besucher die Wagen genauer unter die Lupe nehmen. Es ist der 14. Umzug in der Geschichte Schwaneys, alle drei Jahre wird er von der Katholischen Landjugendbewegung organisiert. Ebenso wie die vielen Wagen der Vereine eine enorme Leistung, den das Landjugendteam als Organisator hat gerade mal 15 aktive Mitglieder, die alles rund um den Umzug stemmen müssen. Vom Einholen der Genehmigung, der Planung der der Marschwege bis zur Sich

erstellung des Sanitätsdienstes und der Koordination der Gruppen, Wagen und Vereine, die an dem Umzug teilnehmen. »Das macht aber unglaublich Spaß«, sagt Julia Beckmann vom Landjugendteam, wenn man sehe, wie viel Freude und Herzblut der Dorfbewohner in das Projekt gesteckt werden. Und das sogar noch für einen guten Zweck: Ein Großteil der Einnahmen wird wie immer gespendet.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6066020?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851060%2F