Sa., 13.10.2018

Restaurierung der Lok in Altenbeken kostet etwa 250.000 Euro Wahrzeichen verrottet

Gegenüber vom Eggemuseum hat die Lokomotive ihre Endstation erreicht. Ihren letzten Einsatz hatte sie am 6. Dezember 1976 beim Nikolaustag in Altenbeken. Jetzt müssen die Lokalpolitiker entscheiden, ob sie das Wahrzeichen erhalten wollen.

Gegenüber vom Eggemuseum hat die Lokomotive ihre Endstation erreicht. Ihren letzten Einsatz hatte sie am 6. Dezember 1976 beim Nikolaustag in Altenbeken. Jetzt müssen die Lokalpolitiker entscheiden, ob sie das Wahrzeichen erhalten wollen. Foto: Bernhard Liedmann

Von Dietmar Kemper

Altenbeken (WB). Neben dem Viadukt ist die Museumsdampflok das Symbol der Eisenbahnergemeinde Altenbeken. Auch wenn es von außen nicht so aussieht, befindet sich das Wahrzeichen in einem erschreckenden Zustand.

Die Kosten der Restaurierung des Denkmals im Unterdorf schätzt Bürgermeister Hans Jürgen Wessels auf etwa 250.000 Euro. »Der Tender ist von innen kaputtgerostet«, erklärte er am Donnerstagabend im Rat in seiner Antwort auf eine Anfrage des Ortschronisten Rudolf Koch. Die Lok »rostet dahin«, hatte Koch an den Rat geschrieben und darauf hingewiesen, er habe »sehr viele Anrufe bekommen, was den Zustand der Lok betrifft«. Ein Schmuckstück sei sie längst schon nicht mehr. Der Ortsheimatpfleger will wissen: Wann ist mit einer Restaurierung zu rechnen? Wessels antwortete freimütig: »Ich weiß es nicht.« Das Problem ist: Es gibt kaum Firmen, die sich auf die Wiederherstellung alter Lokomotiven verstehen. Die Gemeinde sammelt jetzt Angebote für die erforderlichen Arbeiten.

Problem mit dem Tender ist bekannt

Das Problem mit dem Tender ist nicht neu und verschärft sich, solange nichts unternommen wird. Die Gemeinde hatte bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben. Ludger Guttwein, Vorstand der Stiftung Historischer Bahnbauten, hatte nach der Begutachtung im Juli 2016 erklärt, der Tender befinde sich »im Zustand des totalen Zerfalls«. Die Lokomotive der 044er-Baureihe stammt aus dem Jahr 1941, der Tender wurde 1942 gebaut, umfangreich renoviert wurde das 128 Tonnen schwere und 22,6 Meter lange, symbolträchtige Erinnerungsstück zuletzt 1995/96 in Zusammenarbeit mit dem Kolping-Bildungswerk aus Brakel. In der Vergangenheit hatte sich die Initiative Museumslokomotive ehrenamtlich um das Dampfross, das 1,5 Millionen Kilometer gefahren war, gekümmert. 2005 löste sie sich aber auf.

Für umgerechnet 40.000 D-Mark, zusammengekommen durch Spenden, war die Lok, die Eisenbahnfreunde im Betriebswerk Ottbergen entdeckt hatten, 1976 von der damaligen Bundesbahn gekauft, transportiert und renoviert worden.

Eisenbahnerort mit Tradition

Altenbeken hat eine mehr als 150 Jahre lange Eisenbahngeschichte. »Die Dampfwolken der bergwärts keuchenden Dampfrösser, ihr Pfeifen und Poltern lagen jahrzehntelang in und über dem Beketal«, heißt es auf der Tafel vor der Lokomotive. Und weiter: »Ehrfürchtig bestaunt, liebevoll berührt und oft fotografiert ist sie zum Anziehungspunkt für große und kleine Eisenbahnfreunde geworden.« Aber wie lange noch?

Transportfähig sei der Tender noch, sagte Wessels jetzt im Gemeinderat, die Lokomotive selbst, die sich noch in einem vergleichsweise guten Zustand befinde, müsse an Ort und Stelle aufgearbeitet werden. »Mit einem einfachen Anstrich kommen wir aber nicht hin«, machte Wessels deutlich, dass die Gemeinde für ihr Denkmal ordentlich Geld in die Hand nehmen müsste. Die Summe würde er gern noch mit in den Haushalt 2019 nehmen.

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