Fr., 26.10.2018

Gemeinde Altenbeken sieht trotz Ordensaffäre keinen Imageschaden Staatsschutz ermittelt weiter

In der Nacht auf den 2. September malten Unbekannte dieses Hakenkreuz auf die Landstraße 755.

In der Nacht auf den 2. September malten Unbekannte dieses Hakenkreuz auf die Landstraße 755. Foto: Polizei

Altenbeken (WB/dk). Die Ermittlungen des Staatsschutzes in Bielefeld zu der Nazi-Orden-Affäre beim Schützenfest in Altenbeken und zum Hakenkreuz auf der Landstraße 755 zwischen Altenbeken und Lan­geland sind noch nicht abgeschlossen.

Allerdings gibt es bei der Hakenkreuzschmiererei einen Hinweis auf den oder die möglichen Täter, sagte ein Sprecher der Bielefelder Polizei am Freitag dieser Zeitung. Einzelheiten nannte er nicht. Egal ob Orden oder Symbole: Die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ist in Deutschland verboten.

Wie am 31. August berichtet, war beim Ausmarsch der Schützen in Altenbeken am 16. Juli ein Nazi-Orden an der Jacke von Elmar Rode zu sehen. Als dies bekannt geworden war, trat er als Ortsvorsteher zurück. Er habe den Orden von einem anderen Schützen bekommen und ihn »kurz an die Jacke neben einen kaputten Orden gehalten«, erklärte Rode. Beide Schützen traten Mitte August aus dem Verein aus.

Kein Imageschaden für Altenbeken

Einen Imageschaden für Altenbeken habe es »zum Glück« nicht gegeben, sagte die Sprecherin der Gemeinde, Marion Wessels, am Freitag: »Natürlich stand diese Befürchtung im Raum.« Die Verwaltung hofft, dass sich so ein Vorfall nicht wiederholt, schon gar nicht 2019, wenn wieder das Viaduktfest gefeiert wird. »Der Vorstand der Bruderschaft war sehr bemüht, zügig und konsequent zu handeln«, ist Wessels zuversichtlich.

Hoffentlich sei bei allen angekommen, dass das Mitbringen und Tragen eines Nazi-Ordens inakzeptabel seien. Nur ein Dummejungenstreich, wie so mancher anfangs gemeint habe, sei das nicht gewesen. Wessels: »Was ist das für ein Zeichen, wenn sich jemand in einem öffentlichen Amt so präsentiert?«

Hakenkreuze auch in Bad Driburg

Was die Hakenkreuzschmiererei angeht, hat damit auch das benachbarte Bad Driburg zu kämpfen. Mitte Oktober wurden vier Hakenkreuze im Bereich der Straße Westenfeldmark auf den Untergrund gepinselt. Das größte war 2,60 Meter lang und 2,20 Meter breit. Ob es einen Zusammenhang mit der Schmiererei am Ortsausgang von Altenbeken gibt oder Nachahmungstäter am Werk waren, ist unklar. Das muss der Staatsschutz in Bielefeld klären.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6151081?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851060%2F