Fr., 12.04.2019

Kooperation mit Paderborner Seele-Stiftung sichert Start im Sommer Realschule Altenbeken nimmt letzte Hürde

Sie ziehen auf dem Weg zur Realschule die Fäden: Schulleiter Hermann Knaup (links), Heike Seele (links) und die beiden Vorsitzenden des Fördervereins, Nicole Starke und Marcel Bußkönning.

Sie ziehen auf dem Weg zur Realschule die Fäden: Schulleiter Hermann Knaup (links), Heike Seele (links) und die beiden Vorsitzenden des Fördervereins, Nicole Starke und Marcel Bußkönning. Foto: Per Lütje

Von Per Lütje

Altenbeken (WB). Dem Start der Realschule Altenbeken in diesem Sommer scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Dabei hing deren Schicksal noch bis vor kurzem an einem seidenen Faden. Durch die Kooperation mit einer Paderborner Stiftung sind nun jedoch alle Personalsorgen verflogen.

Vollkommen überrascht waren die Mitglieder des Gemeinderates, als Bürgermeister Hans Jürgen Wessels in der jüngsten Sitzung einen Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung setzte. Mit der Seele-Stiftung präsentierte der Verwaltungschef einen neuen Kooperationspartner für die neue Realschule.

Den Kontakt zu der Paderborner Stiftung hat der designierte Schulleiter Hermann Knaup hergestellt und damit eine bislang ungelöste Personalie gelöst. Vergeblich hatte nämlich bislang der Trägerverein der privaten Realschule versucht, eine Lehrkraft für die Fächer Sport, Englisch und Erdkunde zu finden. »Das Problem bei einer Schule in Neugründung ist, dass bei zwei Eingangsklassen maximal 13, 14 Unterrichtsstunden in der Woche anfallen. Das ist von Vollzeit natürlich weit entfernt«, beschrieb Wessels die Schwierigkeit bei der Personalsuche.

"

Ohne die Kooperation mit der Stiftung wird es die Schule nicht geben.

Nicole Starke

"

Fündig wurden Knaup und der Förderverein bei der 2008 gegründeten Seele-Stiftung. Die Namensgeberein, Heike Seele, betreibt in Paderborn eine Krippe, zwei Kindertagesstätten und eine offene Ganztagsgrundschule (»Lummerland«). »Wir hatten ohnehin geplant, eine weiterführende Schule an den Start zu bringen. Sie haben eine toll ausgestattete Schule mit ganz viel Potenzial. So etwas könnten wir uns mit unseren Mitteln nicht leisten«, sagte Heike Seele in der Ratssitzung. Mit der bereits vorhandenen Lummerland-Schule könnten »tolle Synergieeffekte« genutzt und damit unter anderem auch das Problem der offenen Lehrerstelle in den Fächern Sport, Erdkunde und Mathematik gelöst werden.

Wie sehr das Projekt wegen der vakanten Personalie zuletzt gefährdet war, schilderte Fördervereinsvorsitzende Nicole Starke: »Ohne die Kooperation mit der Stiftung wird es die Schule nicht geben.«

CDU auf falschen Fuß erwischt

Irritiert und auch verärgert über die kurzfristig anberaumte Entscheidung zeigte sich die CDU. »Das zieht sich wie ein Roter Faden durch diese Angelegenheit. Immer müssen wir eine Sekunde vor zwölf entscheiden, ohne die Tragweite unserer Entscheidungen abwägen zu können«, sagte Hermann Striewe. Bürgermeister Wessels zeigte Verständnis für den Ärger der CDU, betonte aber auch, dass es bei einer Schulgründung dazu gehöre, dass derartige Entscheidungen gefällt werden müssten. Nach einer Sitzungspause stimmten letztlich alle Fraktionen bei einer Gegenstimme (Harry Michel/CDU) für eine Kooperation mit der Seele-Stiftung. Entsprechend wird die Gemeinde Altenbeken die private Realschule mit finanziellen Mitteln unterstützen.

Der Trägerverein wird nun einen Antrag auf Genehmigung der privaten Realschule bei der Bezirksregierung stellen. »Das ist nur eine Formalität, da jetzt alle Voraussetzungen vorliegen«, betonte Wessels. Für den Schulstart nach den Sommerferien liegen bereits 40 Anmeldungen vor, so dass zwei Eingangsklassen gebildet werden können.

Kommentar von Per Lütje

Dem Förderverein ist etwas gelungen, was in Zeiten sozialer Medien und allgegenwärtiger Kommunikation eigentlich kaum noch gelingt: Probleme nicht publik werden zu lassen. Andernfalls wäre das Projekt Realschule Gefahr gelaufen, bei Facebook, Whats­App und Co. kaputt geschrieben zu werden. Denn wer würde sein Kind schon an einer Schule anmelden, deren Start immer unwahrscheinlicher wird? Die beiden ehrenamtlichen Fördervereinsvorsitzenden und Schulleiter in spe Hermann Knaup haben im Hintergrund weiter alle Fäden gezogen, Kontakte spielen lassen und dafür gekämpft, dass es im dritten Anlauf nun tatsächlich etwas wird mit einer weiterführenden Schule in Altenbeken. Diese Engagement ist für die Gemeinde gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6538483?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198401%2F2851060%2F