Fr., 24.05.2019

Museumslok gereinigt – Aus Holland rollt die 011075 zum Viaduktfest an Nur Wasser und Schwamm erlaubt

An die alten Dame darf nur Wasser und Schwamm. Das ist die Auflage des Denkmalschutzes für die Museumslok in Altenbeken zur Reinigung gewesen. Die Sanierung des Denkmals für etwa 260.000 Euro im kommenden Jahr steht aber noch an.

An die alten Dame darf nur Wasser und Schwamm. Das ist die Auflage des Denkmalschutzes für die Museumslok in Altenbeken zur Reinigung gewesen. Die Sanierung des Denkmals für etwa 260.000 Euro im kommenden Jahr steht aber noch an.

Altenbeken (bel). Bundesweit fiebern Eisenbahnfans dem anstehenden Viaduktfest in Altenbeken entgegen. In sechs Wochen wird es Sternfahrten mit Dampflokomotiven nach Altenbeken geben, wo die Museumslokomotive auf ihre noch fahrbereiten Schwestern wartet. Die 011104 ist allerdings verhindert, doch dafür kommt die 011075 aus Holland mit dem Rheingold.

In Altenbeken selbst wurde jetzt ungeachtet der noch ausstehenden Sanierungsarbeiten die Museumslokomotive optisch für das anstehende Fest auf Vordermann gebracht. Im kommenden Jahr soll die Sanierung für 263.000 Euro vorgenommen werden.

Für das Viaduktfest vom 5. bis 7. Juli werden eine Reihe von Dampflokomotiven anreisen. Drei Sonderzüge von Veranstalter Nostalgiezugreisen werden in einer Sternfahrt beinahe zeitgleich eintreffen (wir berichteten am 8. Januar): neben der Reichsbahn-Dampflok 351097 aus Eisenach auch die 441486 aus Goslar. Aus Nürnberg sollte auch eine absolute Rarität anrollen: die 011104 mit dem Rheingold, die nach mehr als 40 Jahren in Ausstellungen und Museen wieder aktiv auf die Schiene sollte. Sie wird seit Jahren von den Eisenbahnfreunden in Nürnberg für etwa eine halbe Million Euro wieder betriebsbereit gemacht und sollte ihre Jungfernfahrt nach Altenbeken antreten. Doch außergewöhnliche Geschichten haben auch außergewöhnliche Umstände. Erst Mitte August stehen die amtlichen Abnahmen und Prüfungen an, dann sollen noch Probefahrten erfolgen. »Doch in zwei Jahren werden wir zum nächsten Viaduktfest nach Altenbeken kommen«, verspricht Sandor Nicklich von den Nürnberger Eisenbahnfreunden, die der 170 Tonnen schweren Schnellzugdampflokomotive wieder Leben einhauchen.

Ersatz für Dampflokomotive aus Nürnberg

Doch Veranstalter Nostalgiezugreisen hat einen absolut gleichwertigen Ersatz für diese Lokomotive nebst Rheingold-Fahrt gefunden: Die baugleiche und mit Kohle befeuerte Schnellzugdampflok 011075 aus den Niederlanden. Sie wird um 6.55 Uhr in Köln Richtung Altenbeken starten, durchs Ruhrgebiet mit mehreren Halten fahren und gegen 12 Uhr in Altenbeken eintreffen. Weitere Informationen zu den Zügen auf der Internet-Seite von Nostalgiezugreisen und der Vivat-Viadukt-Seite der Gemeinde Altenbeken. Hier sind auch Angaben über Pendelfahrten und Kartenbestellungen.

Als Denkmal fest auf dem Boden steht allerdings die 44-er Museumslok in Altenbeken. Sie wurde jetzt zumindest äußerlich für das anstehende Fest herausgeputzt. Allerdings unter strikten Auflagen des Denkmalschutzes mit der Vorgabe: »mit Wasser und Schwamm oder weichen Bürsten nur solange die Oberfläche nicht weiter beschädigt wird«. Die Mitarbeiter des Gemeindebauhofes gingen deshalb entsprechend behutsam mit der alten Dame um.

Auflagen des Denkmalschutzes

Mehrmals wurde die Lokomotive optisch durch freiwillige Helfer aufgearbeitet. Viele Jahre kümmerten sich pensionierte Eisenbahner um das Erscheinungsbild der Lok, doch zwei voneinander unabhängige Gutachten aus den Jahren 2016 und 2018 haben ergeben, dass es mit einer optischen Aufarbeitung dieses Mal nicht getan ist. Vielmehr muss die Lokomotive zunächst gesandstrahlt werden. Danach wird sichtbar werden, welche Bleche erneuert werden müssen. Anschließend ist ein komplett neuer Farbaufbau notwendig, so die Gemeinde Altenbeken in einer Mitteilung.

Was den Tender angeht, so wurde festgestellt, dass dieser sowohl von außen als auch von innen derart korrodiert, dass er von der Lokomotive getrennt und nach Untersuchung von einer Fachfirma aufgearbeitet werden sollte.

Nach den der Verwaltung nunmehr vorliegenden Angeboten liegen die kalkulierten Gesamtkosten bei 263.000 Euro. Anfang des Jahres hat die Gemeinde einen entsprechenden Förderantrag gestellt. Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten sind für 2020 vorgesehen, vorausgesetzt, die Fördermittel werden bewilligt, so die Gemeinde.

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