Fr., 06.09.2019

100. Geburtstag der Evangelischen Frauenhilfe im Kirchenkreis Paderborn »Liebe weitergeben«

Blicken vor der Bad Driburger Kirche auf den 100. Geburtstag der Frauenhilfe im Kirchenkreis (von links): Pfarrerin Christel Schuchardt, Pfarrerin Heidrun Greine, Helga Weber-Kruck, Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen und Irene Glaschick-Schimpf.

Blicken vor der Bad Driburger Kirche auf den 100. Geburtstag der Frauenhilfe im Kirchenkreis (von links): Pfarrerin Christel Schuchardt, Pfarrerin Heidrun Greine, Helga Weber-Kruck, Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen und Irene Glaschick-Schimpf. Foto: Jürgen Köster

Von Jürgen Köster

Bad Driburg (WB). Ganz im Zeichen des 100. Geburtstages der Evangelischen Frauenhilfe im Kirchenkreis Paderborn hat der Bezirksverbandstag in Bad Driburg gestanden.

Der Festtag begann mit einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche. Die Predigt hielt die leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, Angelika Weigt-Blätgen (Soest). Ebenfalls nahmen an der Feier Pfarrerin Christel Schuchardt und Pfarrerin Heidrun Greine, Frauenbeauftragte des Kirchenkreises teil, die von den Vorsitzenden der Bezirksverbände Helga Weber-Kruck (Höxter) und Irene Glaschick-Schimpf (Paderborn) herzlich begrüßt wurden. Nach dem Gottesdienst und dem gemeinsamen Mittagessen im Hotel Erika Stratmann schlossen sich Grußworte sowie der Festvortrag der Bezirksvorsitzenden Glaschick-Schimpf an. Sie sprach über »100 Jahre Synodalverband Paderborn – Geschichte und Geschichten«.

Herz, Verstand und Einsatz

»Liebe weitergeben«, das sei für sie der Kern der Frauenhilfsarbeit, sagte die Bezirksvorsitzende in ihren Vortrag. »Indem wir das tun, mit ganz viel Herz, Verstand und Einsatz, sind wir überzeugend und können andere Frauen von den Vorzügen der Frauenhilfe überzeugen – von dem, was die Frauenhilfe als großer Verband Gutes und Wichtiges leistet und von ihren Vorzügen.«

Glaschick-Schimpf blickte in ihrem Vortrag auf die Anfänge der Frauenhilfe und deren Vorgänger zurück. Ursprung war im Jahr 1899 die Gründung der »Frauenhülfe des evangelischen-kirchlichen Hülfsvereins«, die auf Initiative der Kaiserin Auguste Victoria zurückging. Wie Glaschick-Schimpf berichtete, hätten sich am 7. März 1906 in Witten an der Ruhr 75 westfälische Frauengruppen zum Westfälischen Provinzialverband zusammengeschlossen. Ihre Mitglieder habe die Westfälische Frauenhilfe vornehmlich unter den Frauen der Arbeiterschaft und des Kleinbürgertums gefunden. Ziele der »Frauenhülfe« seien gewesen: • Frauenhilfe soll zur Belebung des kirchlichen Lebens beitragen; • Initiativen zur Stärkung christlicher Familien entwickeln;• Frauen für die soziale Arbeit in den Kirchengemeinden ausbilden;• der zunehmenden Entkirchlichung entgegenwirken.

In den Folgejahren gründeten sich laut Glaschick-Schimpf in neun der 18 Gemeinden des Kirchenkreises Paderborn »Frauenhülfs-Vereine«: Büren (1907), Warburg (1907), Amelunxen (1909), Scherfede (1911), Brakel (1912), Lippspringe (1912), Lügde (1915), Bruchhausen (1919) und Höxter (1919). In Paderborn habe es eine Ortsgruppe des deutsch-evangelischen Frauenbundes gegeben. Für diese Paderborner Gruppe sei es aber ausgeschlossen gewesen, sich der »Frauenhülfe« anzuschließen.

Ziemlich ratlos

Durch Synodalbeschluss Ende 1918 sei dann der Pfarrer von Amelunxen, Pastor Kuhr, zum Vorsitzenden eines für die Synode Paderborn zu bildenden Verbandes der Frauen-Vereine (Frauenhilfe) bestimmt worden. Glaschick-Schimpf: »Der stand dieser Frage noch ziemlich ratlos gegenüber, wie er in einem Brief schreibt, denn er hatte sich, ›mit Frauenhilfe und derartigen Gedanken‹ kaum befasst und musste sich erst informieren, in welchen Gemeinden es überhaupt Frauenhilfen gab.«

Mitte März habe dann alles ganz schnell gehen müssen. Es sei zur Gründungsversammlung nach Altenbeken eingeladen worden, da dorthin die Vertreter aus der weitverzweigten Synode am leichtesten zusammenkommen könnten. Am Nachmittag des 24. März 1919 trafen sich in Altenbeken: drei Pfarrer, vier Ehefrauen von Pfarrern und zwei weitere Frauen. Der »Synodalverband der Frauenhülfe im Kirchenkreis Paderborn« wurde gegründet und erhielt eine Satzung.

unentgeltliche Krankenpflege

Zweck des Synodalverbandes war es, »Anregungen für die Aufgaben und Arbeiten der angeschlossenen Frauenhilfsvereine zu geben, ihnen mit Rat und Tat beizustehen und gemeinsame, auf dem Gebiete der »Frauenhülfe« liegende Aufgaben, insbesondere auf dem Gebiete der unentgeltlichen Krankenpflege in Ausübung freier Liebestätigkeit auszuführen.«

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