Fr., 06.09.2019

Weltklasse-Instrumentalisten bereiten sich auf Veranstaltung in Paderborn vor Musiker spielen sich in Reelsen warm

Michael Manring (links) und Jarrod Kaplan proben derzeit für das Festival der Gitarrenmeister in Paderborn. Tony Kaltenberg(rechts) lebt seit fünf Jahren in Reelsen und gilt ebenso wie seine Mitstreiter als ein Weltklasse-Künstler auf seinem Instrument.

Michael Manring (links) und Jarrod Kaplan proben derzeit für das Festival der Gitarrenmeister in Paderborn. Tony Kaltenberg(rechts) lebt seit fünf Jahren in Reelsen und gilt ebenso wie seine Mitstreiter als ein Weltklasse-Künstler auf seinem Instrument. Foto: Frank Spiegel

Von Frank Spiegel

Reelsen/Paderborn (WB). Der Bassist an sich gilt gemeinhin als cool und lässig, als jemand der sich meist im Hintergrund hält. Das trifft auf Michael Manring so nicht zu. Er hat den Bass als Soloinstrument salonfähig gemacht und gilt als einer der besten Bassisten weltweit. Zur Zeit ist er in Reelsen bei Tony Kaltenberg zu Gast. Zusammen mit Percussionist Jarrod Kaplan proben sie für einen Auftritt in Paderborn.

Unter dem Namen »The Acoustic Groove Experience« treten die drei Musiker beim Festival der Gitarrenmeister vom 13. bis 15. September in Paderborn auf. Das Trio ist am Freitagabend von 19 Uhr an nach Sönke Meinen zu hören.

Bach-Etüden zum Frühstück

Über Michael Manrig heißt es, er habe die Grenzen des Möglichen auf der Bassgitarre verschoben. »Als er Anfang der 80er Jahre eine Solo-CD mit seinem Instrument herausbrachte, war das etwas ganz Neues«, berichtet Carsten Hormes vom Kulturbüro OWL, das das Festival veranstaltet. Selbst Bassist, ist er schwer beeindruckt von den Fähigkeiten des 59-Jährigen. »Bei einem Amerikaaufenthalt erlebte ich ihn morgens beim Frühstück, als er auf seinem Bass Bach-Etüden spielte – Wahnsinn«, erinnert sich Hormes.

Im Gespräch ist der Mann, den viele den besten Solo-Bassisten der Welt nennen, bescheiden. Er habe unter anderem mit Bobby McFerrin und Michael Hedges zusammengespielt, berichtet er. Letzterer war bei dem vor allem in den 80er Jahren bekannten Musiklabel Windham Hill Records unter Vertrag. Dessen Team erkannte das Ausnahmetalent sofort und nahm Manrig ebenfalls unter Vertrag. Sein Bassspiel ist auf zahlreichen Alben zu hören.

Tanzender Indianer

Der amerikanische Musiker John Gorka sagte über ihn, er tue Dinge auf dem Bass, »die vorher nie getan wurden, die beinahe unmöglich sind und die in den meisten Staaten illegal sind«.

Mit Jarrod Kaplan probt derzeit ein weiterer Weltklasse-Musiker am Fuße der Egge für das Konzert in Paderborn. »Ich habe bei vielen großen Festivals an der Westküste gespielt«, berichtet er. Und das dann gleich bei mehreren Bands, weil diese seine Spielweise zu schätzen wissen. »Er ist ein in sich ruhender tanzender Indianer«, beschreibt ihn Carsten Hormes.

»Ich spiele zwar ein afrikanisches Instrument, aber nicht im afrikanischen Stil«, macht Kaplan auf das Konzert in Paderborn neugierig. Er spielt zum ersten Mal in Deutschland. In Europa war er bisher nur in Belgien und Holland unterwegs.

Dritter im Bunde ist der Gitarrist und Komponist Tony Kaltenberg aus Reelsen. »Meine Eltern sind in den 60er Jahren nach Amerika ausgewandert, ich bin vor fünf Jahren zurückgekehrt«, berichtet er. »Und das war ein Glücksfall für die Kultur in Ostwestfalen«, ergänzt Carsten Hormes.

Mit Michael Manrig und Jarrod Kaplan hat er vor Jahren häufig zusammen gespielt. »Aber dann habe ich zwei Kinder bekommen, dann Michael – so hat es eine längere Pause gegeben«, erläutert der Reelsener. Vor vier Jahren haben sie sich in Amerika zu Studioaufnahmen wieder getroffen.

Studioaufnahmen

Und auch gegenwärtig entsteht eine neue CD. Am kommenden Mittwoch nehmen die drei Musiker dafür Stücke in einem Detmolder Tonstudio auf. »Wir könnten theoretisch auch jeder für sich ins Studio gehen. Aber wir mögen dieses Live-Gefühl bei der Aufnahme«, verrät Tony Kaltenberg.

Beim Konzert werden in erster Linie Kompositionen von Tony Kaltenberg zu hören sein. Den Stil beschreibt dieser als Weltmusik.

Das Trio übt dafür nicht nur in Reelsen. Vor dem Auftritt in Paderborn stehen noch Konzerte in Heidelberg und Krefeld auf dem Terminplan. Derartig warm gespielt geht es dann am Freitag, 13. September in die Kaiserpfalz. »Das ist der mit Sicherheit schönste Veranstaltungsort in Paderborn«, schwärmt Carsten Hormes dort. Sowohl Akustik als auch Atmosphäre dort seien einzigartig.

Karten für die Veranstaltung gibt es in den Geschäftsstellen des WESTFALEN-BLATTES.

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