Gemeinde Altenbeken möchte touristisches Angebot erweitern
Viadukt-Radweg soll kommen

Altenbeken (WB). Viele Deutsche wollen im Urlaub vor allem eins: eine intakte Natur genießen und wandern. Die Gemeinde Altenbeken hat sich touristisch auf Wanderer ausgerichtet – unter anderem mit dem Viadukt-Wanderweg. Jetzt will die Gemeinde ihr touristisches Potenzial mit einem neuen Radrundweg erweitern.

Dienstag, 12.11.2019, 12:04 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 12:06 Uhr
Altenbeken bietet nicht nur für Wanderer hervorragende Möglichkeiten, sondern könnte auch für Radtouristen interessant werden. Die Gemeinde plant, einen 39 Kilometer langen Viadukt-Radweg aus­zuweisen, der auch am Alten Viadukt vorbeiführen soll. Foto:
Altenbeken bietet nicht nur für Wanderer hervorragende Möglichkeiten, sondern könnte auch für Radtouristen interessant werden. Die Gemeinde plant, einen 39 Kilometer langen Viadukt-Radweg aus­zuweisen, der auch am Alten Viadukt vorbeiführen soll.

Draußen zu sein und sich an der frischen Luft zu bewegen, ist bei deutschen Urlaubern laut einer Studie sehr beliebt. Der Wandertourismus boomt. »Und wer wandern geht, der fährt auch Rad«, sagt Marketingchefin Marion Wessels: »Wir haben uns deshalb die Frage gestellt, ob wir als Ergänzung zu den bestehenden wanderspezifischen Angeboten auch ein attraktives Radprojekt entwickeln können.«

Aus Sicht der Verwaltung spricht einiges dafür: So weise Altenbekens Topografie zwar anstrengende Steigungen und rasante Abfahrten auf, die den ein oder anderen abschrecken könnten. Doch mit modernen E-Bikes sei dies gut zu meistern. »Es gibt mit dem Hotel Café Mertens einen ausgezeichneten sogenannten Bett+Bike-Betrieb und zahlreiche Ferienwohnungen mit Abstellmöglichkeiten. Zudem gibt es immer mehr öffentliche Fahrradständer«, sagt Marion Wessels.

Verwaltung hat Radfahrer nach ihren Wünschen gefragt

Daraufhin setzten sich die Fachbereichsleiterin und ihr Team selbst aufs Rad und testeten ausgewiesene Radwege: »Wir haben Radfahrer nach ihren Wünschen gefragt, Alternativrouten gesucht und den Dachverband um eine Einschätzung gebeten«, erklärt Marion Wessels. Dabei stellte sie fest: Ein attraktiver Radweg würde das touristische Angebot der Gemeinde sinnvoll ergänzen.

Und Potenzial sei ausreichend vorhanden: »Wir wollten einen Rundradweg entwickeln, der schon vorhandene Radwege mit gut befahrbarem Untergrund nutzt«, erläutert Marion Wessels. Zudem sollte die Route alle drei Ortsteile gleichmäßig einbeziehen und vorhandene Rastplätze, Hütten und Gastronomie sowie Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte verbinden.

Rundweg ist 39,2 Kilometer lang

Ob das funktioniert? »Entstanden ist der Viadukt-Radweg, der auf einer Strecke von 39,2 Kilometern fast alle Wünsche berücksichtigt«, sagt Marion Wessels. Startpunkt soll die Mobilstation Altenbeken sein, von der aus es in den Driburger Grund bis zur Knochenhütte geht. Über den Eggeweg bis zur Driburger Hütte führt die Route vorbei an der »Schönen Aussicht« Richtung Klusweide und durchs Bodental nach Schwaney. Weiter geht es über Buke ins Dunetal bis zum Kleinen und Großen Viadukt zurück zur Mobilstation. »Die Route ist anspruchsvoll, aber mit dem E-Bike auf kleinster Stufe gut zu bewältigen«, sagt ­Marion Wessels.

Den Winter will die Gemeinde jetzt nutzen, um Genehmigungen von Grundstückseigentümern einzuholen, den Radweg zu markieren, einen Flyer zu entwickeln und die Tour in Online-Portalen einzustellen. Rechtzeitig zu Beginn der neuen Radsaison soll der Viadukt-Radweg dann eröffnet werden.

Kommentar

Wer sich als Gemeinde im Tourismussektor positionieren will, braucht ein zugkräftiges Aushängeschild. Sein Viadukt hat Altenbeken mit dem Viadukt-Fest und dem -Wanderweg als Marke bereits in Szene gesetzt und will nun sein Profil als Wanderregion weiter stärken.

Das Angebot um einen Radweg zu erweitern, ist eine gute Idee, die die Gemeinde zudem bis auf Beschilderungs- und Druckkosten kaum etwas kostet. Zudem verbindet der Radweg gastronomische ­Betriebe und bietet Touristen eine weitere Attraktion. An Mehr-Tages-Touristen oder an Gästen des Wohnmobilstellplatzes sollte es nicht mangeln.

Die Mitarbeiter des Fach­bereichs können sich für ihre Fleißarbeit auf die Schulter klopfen. Denn nur durchs Selbstradeln und Ins-Gespräch-Kommen mit Radfahrern, ist eine Route entstanden, die so bislang noch nicht gesehen wurde. Und es zeigt: Wo Ideen sind, da sind auch Wege. Sonja Möller

 

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